Ein Beschluss – viele Interpretationen

Rödermärker Bürgermeister sieht im Votum aus Eppertshausen Unterstützung für K-L-Trasse

Einen Kreisel auch an der südlichen Einmündung des „Taubhauses“ in die Konrad-Adenauer-Straße fordert die Bürgerinitiative „Naturnahes Urberach“
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Rödermark: Einen Kreisel auch an der südlichen Einmündung des „Taubhauses“ in die Konrad-Adenauer-Straße fordert die Bürgerinitiative „Naturnahes Urberach“. Er würde Autofahrer auf die Bremse zwingen und die Fahrt durch Urberach verlangsamen.

Befürworter und Gegner der K-L-Trasse in Rödermark kämpfen um die Deutungshoheit eines Gemeindevertreterbeschlusses aus der Nachbargemeinde Eppertshausen: Bedeutet er ein Nein oder ein Ja mit Einschränkungen?

Rödermark - Eine Ablehnung der K-L-Trasse lesen vor allem die Freien Wähler (FWR) aus der Eppertshäuser Entscheidung und kritisieren Bürgermeister Jörg Rotter heftig. Der wiederum ist guter Dinge, dass eine Umfahrung Urberachs über die K 180 (Eppertshausen-Messel) und die L 3317 (Messel-Offenthal) möglich ist. Und zwar mit Zustimmung der Nachbarn.

„Die Aussichten auf eine Neuordnung des Verkehrs, der Urberach in hohem Maße belastet, waren nie so gut wie jetzt!“ Das ist Rotters Einschätzung am Ende eines in Bezug auf die Ortsumgehung Urberach turbulenten Jahres. Nach „guten Vorgesprächen“, die sein Vorgänger Roland Kern und er in den vergangenen Jahren auf der Grundlage einstimmiger Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung im Hessischen Verkehrsministerium geführt hätten, sei nun der von der Stadt favorisierte Ausbau der K-L-Trasse als gleichberechtigte Planungsvariante vom Land anerkannt worden.

Rotter: „Das war für uns ein Meilenstein in der langen Geschichte der Ortsumfahrung für Urberach – ebenso wie die im Herbst getroffene Entscheidung des Landes, uns in die ‚TOP 10‘ des Bundesverkehrswegeplans aufzunehmen und uns die Planung zu übertragen.“

Der Bund hat sich bereit erklärt, eine gut fünf Kilometer lange und mehr als 25 Millionen Euro teure Umgehungsstraße zu bezahlen. Für die FWR ist klar: Der Bund will eine Straße zwischen Ortsrand und „Bienengarten“. Dieser Ansicht ist auch die AfD. Bürgermeister Rotter definiert den Plan dagegen lediglich als allgemeine Finanzierungszusage für eine Urberacher Umgehung – ohne Festlegung auf eine bestimmte Variante.

Unerlässlich ist für den Bürgermeister in der Diskussion um die K-L-Trasse der intensive und vertrauensvolle Austausch insbesondere mit den Gemeinden Eppertshausen und Messel, aber auch mit der Stadt Dreieich und den Kreisen Darmstadt-Dieburg und Offenbach. „Wir wollen, dass jeder am Ende mit Überzeugung sagen kann: Ja, das ist eine gute Planung, von der auch wir profitieren werden“, erklärt Rotter. Dazu bedürfe es aus seiner Sicht eines gemeinsamen politischen Willens, den er von den im Stadtparlament vertretenen Parteien und Wählervereinigungen erwarte und zum Wohle der Stadt einfordere. „In diesem Sinne ist auch der von mir einberufene ‚Runde Tisch Verkehrsentlastung Rödermark‘ zu verstehen, wo unterschiedliche Positionen gehört und zusammengeführt werden sollen, damit die Stadt ihre Interessen mit einer starken Stimme geltend machen kann.“

Unterstützung bekommt Bürgermeister Rotter nicht nur von der schwarz-grünen Koalition, sondern auch von der Bürgerinitiative „Naturnahes Urberach“ (Binnu). Deren Sprecher Rainer Hoffmann greift die Befürworter einer neuen Straße scharf an: Es sei inakzeptabel, „dass – offenbar um eines vermeintlichen Gewinns von Wählerstimmen willen – versucht wird, eine wohlüberlegte und untersuchte Verkehrsplanung zu torpedieren, welche den Westen, den Süden und den Südosten Urberachs von einer Schnell- und Schwerverkehrs-Schneise verschonen würde.“

Hoffmann wirft den Verfechtern einer Straße vor, mit dem Neubau unweigerlich mehr Verkehr und damit mehr Schadstoffe nach Urberach zu holen. Eine Umgehungsstraße verhindern, ist für Rainer Hoffman auch ein weiteres Mosaiksteinchen, um die Erderwärmung zu bremsen. (Von Michael Löw)

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