Rodaustraße

Rödermark: Anwohner kämpfen gegen Verkehrslärm

Die derzeit blinden „Starenkästen“ an der Rodaustraße sollen wieder blitzen.
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Rödermark: Die derzeit blinden „Starenkästen“ an der Rodaustraße sollen wieder blitzen, fordern Anwohner.

Eine Bürgerinitiative kämpft in Rödermark gegen Lärmbelästigung. Mit einer Unterschriftensammlung wollen sie ihre Forderungen durchsetzen.

Rödermark – In Rödermark macht eine weitere Bürgerinitiative gegen die Verkehrsbelastung mobil. Den Anwohnern der Rodau- und einiger Nebenstraßen geht besonders der Krach von Lastwagen auf die Nerven. Sie haben 100 Unterschriften gesammelt. Ihre zentrale Forderung: Tempo 30 auf der viel befahrenen Straße von Urberach in Richtung Ober-Roden.

Den Leuten in der Rodau- und Teilen der Bruchwiesenstraße, der Hatterswiese, des Zilliggartens und des Urbruchs ist"s zu laut, viel zu laut. Gar von „unzumutbarer verkehrsbedingter Lärmbeeinträchtigung“ spricht Jakob Rhein. Zusammen mit Nachbarn hat er die „BI Rodaustraße“ gegründet. Es ist die mittlerweile vierte Bürgergruppe in Rödermark, die sich gegen die Autos vor ihren Häusern wehrt.

Ende April 2019 hatten Jakob Rhein, Karl-Ludwig Puchert und Tom Utberg der Stadt einen Beschwerdebrief übergeben, den mehr als 100 Urberacher unterschrieben hatten. Hauptklagepunkt war der Lärm zu schnell fahrender Autos auf der Rodaustraße. Die dort gültige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern würde ständig missachtet. Diese Einschätzung der Anwohner hätten Messungen des Ordnungsamtes bestätigt, sagt Rhein und verweist auf ein Schreiben der Stadt vom 24. Oktober vorigen Jahres.

Weitere Radarkontrollen und das Geschwindigkeits-Smiley hätten die Situation nicht verbessert. Um ihren Beschwerden Gewicht zu verleihen, mietete die BI deshalb ein geeichtes Lärm-Messgerät und stellte es vom 19. August bis zum 8. September in der Rodaustraße auf.

Das Gerät registrierte meist Lärmpegel zwischen 68 und 75 dB (A), der Spitzenwert lag bei 96 dB (A). So viel Krach macht zum Beispiel eine Holzfräsmaschine, ab 85 dB (A) drohen Hörschäden. Alle Werte überschreiten kontinuierlich die Grenzen der Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung. Die liegen für ein Mischgebiet wie die Rodaustraße tagsüber bei 64 und nachts bei 54 dB (A).

Hauptübeltäter sind Lastwagen. Bei Baustellenfahrzeugen oder Sattelschleppern mit Auflegern wurden laut Jakob Rhein „deutlich über 70 dB (A) protokolliert“. Die marode und fast überall geflickte Fahrbahndecke der Rodaustraße verstärkt den Lärm.

„Nach Untersuchungen des Umweltbundesamts besteht durch diese Werte ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Fortbestand der aktuellen Verkehrslage befürchten die Anwohner gravierende Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Die enorme Belastung durch den Verkehrslärm lässt im Freien oder bei offenen Fenstern keine ordentliche Unterhaltung mehr zu, Gespräche müssen gar oftmals unterbrochen werden, Fenster vibrieren und nachts wird man von vorbeifahrenden Lkw aus dem Schlaf gerissen“, schildert Rhein die Folgen.

Rödermark: Zu den Stoßzeiten rauscht der Verkehr nur so durch die Rodaustraße. Anwohner dieser Urberacher Ost-West-Achse und einiger Seitenstraßen fordern von der Stadt Maßnahmen gegen den Lärm – vor allen den von schweren Lastwagen.

Die BI fordert von der Stadt ein geteiltes Maßnahmenpaket: Unverzüglich soll sie Tempo 30 auf der ganzen Länge der Rodaustraße anordnen und die Überwachung durch „Starenkästen“ an westlichen Ende der Unterführung sicherstellen. Mittelfristig ist nach Ansicht der BI eine Rundum-Sanierung unter anderem mit Flüsterasphalt, abgegrenzten Radschutzstreifen sowie Zebrastreifen und Ampeln an der Kreuzung von Rodaustraße und Zilliggarten, an der Ausfahrt der Unterführung oder in Höhe des Spielplatzes Bruchwiesenstraße nötig.

Tempo 30 und permanente Kontrollen, so BI-Sprecher Rhein, lassen sich ohne Verzögerung umsetzen. Denn die Rodaustraße sei eine Ortsstraße, über die die Stadt alleine entscheiden kann.

Ende September hatte die BI ihre Beschwerden und Forderungen an Bürgermeister Jörg Rotter geschickt. Der hatte die Rodaustraßen-Anwohner schon nach den Sommerferien an den „Runden Tisch Verkehrsentlastung“ eingeladen. (Michael Löw)

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