Lions Club hilft

Verzweiflung ist groß: Versicherung lässt Opfer nach Brand warten

Lions-Clubpräsident Pascal Julien (links) und Dr. Ulrich Wasner (2. von rechts) besuchten mit den Eheleuten Edeltraud und Ralph Anthes den Unglücksort und spendeten 2 000 Euro für einen Treppenlift.
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Rödermark: Clubpräsident Pascal Julien (links) und Dr. Ulrich Wasner (2. von rechts) besuchten mit den Eheleuten Edeltraud und Ralph Anthes den Unglücksort und spendeten 2 000 Euro für einen Treppenlift.

Verzweiflung und große Hilfsbereitschaft: Edeltraud und Ralph Anthes durchleiden seit einem Vierteljahr ein Wechselbad der Gefühle.

Rödermark – In der Nacht auf den 31. Juli war im Dachstuhl des Hauses der Familie Anthes in Rödermark-Ober-Roden ein Feuer ausgebrochen. Der Mieter dieser Wohnung starb wenige Tage später in einer Spezialklinik. Das Ehepaar Anthes und die Familie ihres Sohnes konnten sich aus dem ersten Stock und dem Erdgeschoss unter teils dramatischen Umständen retten. Der Schaden geht in die Hunderttausende, das Haus ist auf unbestimmte Zeit nicht bewohnbar.

Edeltraud und Ralph Anthes kamen auf Vermittlung von Rödermarks Bürgermeister Jörg Rotter in einem unmöblierten städtischen Notquartier unter: ein kombiniertes Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Bad. Immerhin ebenerdig, denn Edeltraud Anthes verlor nach einer Blutvergiftung vor drei Jahren das rechte Bein und braucht einen Rollstuhl. Ihr Mann leidet noch immer an den Folgen einer Rauchvergiftung: Er hatte – vergebens – versucht, den Mieter zu retten.

Soweit die Chronologie und jetzt die Zeichen der Hoffnung: Als dem in unmittelbarer Nähe des Brandhauses wohnenden Lions-Mitglied Dr. Ulrich Wasner diese Tragik bewusst wurde, legte er der Lions-Clubgemeinschaft nahe, der Familie Anthes zur Anschaffung des Nötigsten unter die Arme zu greifen. Diesem Aufruf stimmten die Lions sofort zu. Die Familie lebt von einem geringen Einkommen; der vor Jahren angeschaffte Treppenlift belastet sie finanziell noch heute. Clubpräsident Julien Pascal, Dr. Ulrich Wasner und Willi Burg brachten eine Spende von 2 000 Euro vorbei. Weitere Hilfe kommt von der Kirchengemeinde St. Nazarius und der Gemeinschaft für präventiven Gesundheitssport.

Rödermark: Auch knapp drei Monate nach dem Brand ist das Dach des Hauses in der Friedrich-Ebert-Straße nur provisorisch mit Planen gesichert.

Da die Familie Anthes aus Rödermark erkennbar auf weitere Unterstützung angewiesen ist, nehmen die Lions die Gelegenheit wahr, weitere Spendenwillige auf das Spendenkonto der Pfarrei aufmerksam zu machen (steuerlich verwendbare Zuwendungsbescheinigungen können ausgestellt werden): Katholische Kirchenkasse St. Nazarius, Rödermark; Verwendungszweck: Hausbrand Anthes; IBAN: DE16 5085 2651 0048 0303 40.

Trotzdem ist die Verzweiflung groß. Die Brandursache wurde noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung aus, will aber einen technischen Defekt in der Dachgeschosswohnung nicht von vornherein ausschließen. Die Versicherung hat dem Ehepaar die Sanierung grundsätzlich gestattet, aber noch keinen Cent freigegeben. Sie habe immer noch keine Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft bekommen, teilte die Gesellschaft Ralph Anthes mit.

Jede Woche der Warterei schadet dem Haus. „Wir hatten unsere Zimmer im ersten Stock so schön trocken bekommen. Doch seit dem Regen der letzten Tage läuft das Wasser wieder an den Wänden runter“, schildert Edeltraud Anthes. Denn auch drei Monate nach dem Unglück ist das Dach nach wie vor nur mit Planen behelfsmäßig abgedichtet. (Von Michael Löw)

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