Einkommen- und Gewerbesteuer sacken in den Keller

Corona kostet Stadt Millionen: Einkommen- und Gewerbesteuer sacken in den Keller

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Die Corona-Krise kostet die Stadt dieses Jahr zunächst einmal rund vier Millionen Euro. (Symbolbild)

Die Corona-Krise kostet die Stadt dieses Jahr zunächst einmal rund vier Millionen Euro. Die dicksten Brocken: 1,8 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer und 1,7 Millionen Euro weniger Gemeindeanteil an der Einkommensteuer.

Rödermark – Das teilte Kämmerin Andrea Schülner im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftförderungsausschuss mit. Das Steuerminus von zusammen 3,5 Millionen Euro hat die Finanzverwaltung aus Prognosen der Landesregierung auf Rödermark heruntergerechnet. Das Finanzministerium in Wiesbaden erwartet bei der Einkommensteuer einen Rückgang um sieben und bei der Gewerbesteuer sogar einen um 25 Prozent. Ob diese Durchschnittswerte exakt auf Rödermark zutreffen, kann niemand sagen. Im schlimmsten Fall gehen der Stadt also mehr als diese 3,5 Millionen Euro durch die Lappen. Mit Glück vielleicht auch weniger.

Verbindliches konnte die Erste Stadträtin dagegen schon zur Entwicklung der Gebühren und Einnahmen sagen. Die Stadt verliert monatlich 140 000 Euro, weil sie keine Kita-Gebühren erhebt; macht für April und Mai also 280 000 Euro weniger Geld in einem ohnehin hochdefizitären Bereich. Die Absage des Kulturprogramms kostet Rödermark rund 110 000 Euro an Eintrittsgeldern, die Schließung von Sporthallen, Kelterscheune und anderen öffentlichen Gebäuden 52 000 Euro Miete.

Die Kommunalen Betriebe brauchten im März und April fast 67 000 Euro mehr. Allein die Schließung des Badehauses schlägt mit 54 000 Euro zu Buche: keine Pacht vom Saunabetreiber, gleichzeitig aber Erstattung von Einnahmeausfällen an die „Saunaritter“. Für den Sicherheitsdienst auf dem Wertstoffhof, Arbeitsschutzmittel und zusätzliche Reinigungsdienste gaben die KBR weitere 12 500 Euro aus.

Masken, Desinfektionsmittel, Schutzanzüge und -brillen, Trennwände und Spuckschutzelemente kosteten noch einmal 21 800 Euro.

Für das Jahr 2021 geht Stadträtin Andrea Schülner nur noch von einer coronabedingten Lücke von etwa 600 000 Euro aus. Denn das Finanzministerium erwartet ein Plus von acht Prozent bei der Einkommensteuer und von 24 Prozent bei der Gewerbesteuer. Aber auch hier gilt: Das sind auf Rödermark heruntergebrochene Landesprognosen.

Trotz aller Dramatik sieht die Kämmerin – noch – keinen Anlass, für 2020 einen Nachtragshaushalt auf den Weg zu bringen. Denn der Bund hat vorige Woche ja angekündigt, die Kommunen massiv zu unterstützen. Zusammen mit den Ländern will er ihnen die Gewerbesteuerausfälle zur Hälfte ersetzen. Die Frage ist: wann?

VON MICHAEL LÖW

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