Blumen-Klau im Vorübergehen

Elektrozaun als Schutz für eine Streuobstwiese

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Hibiskus, Quitten und Äpfel sind in der Wingertstraße in Waldacker nicht sicher.

Waldacker - In Waldacker geht der Blumen-Klau um. Auch Äpfel und Quitten sind in Privatgärten nicht sicher vor diebischen Händen. Dabei sind die Früchte zurzeit noch nicht mal richtig reif. Von Bernhard Pelka

Carmen Schwind sitzt auf der Terrasse ihres Hauses mit Blick Richtung Wingertstraße. Plötzlich beobachtet sie verblüfft, wie sich eine Hand zwischen die Äste ihres Apfelbaums an der Grundstücksgrenze schiebt, einen Apfel greift, abreißt – und schnell wieder verschwindet. Als die Hausbesitzerin auf die Straße geht, um nachzusehen, wer den Apfel gemopst hat, sieht sie einen Mann in einem Auto sitzen. Der mampft in aller Seelenruhe und mit großem Appetit das Obst. Zur Rede gestellt, rechtfertigt er sich nicht mal groß, sondern antwortet nur flapsig: „Ich warte hier auf meine Frau. Sie haben doch genug Äpfel.“ Solche Antworten hört Carmen Schwind häufiger. Sobald sie Zeitgenossen anspricht, die ihre Obstbäume und Blumensträucher plündern, wird’s hässlich. Alles, was auch nur einen Hauch über den Zaun hängt und irgendwie zu greifen ist, wird abgerissen: Diebstahl!

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Hausbewohnerin teilt gerne. Es ist Tradition, dass sie ihre netten Nachbarn mit Quitten, Pflaumen & Co. versorgt. „Ich will einfach nur gefragt werden. Mich stört die Gedankenlosigkeit und Dreistigkeit vieler, die sich hier im Vorbeigehen bedienen. Wir stecken da ja unsere Arbeit und ein gutes Stück Freizeit rein.“

Noch einige unrühmliche Beispiele: Familie Schwind hatte vorm Haus immer einen farbenfrohen Flieder stehen. „Der wurde jedes Jahr regelrecht geplündert.“ Also haben die Eheleute den Flieder ausgegraben und die Fläche zugepflastert. Zuvor war sie obendrein regelmäßig von Hundekot verschmutzt.

Oder die Frau, die jedes jahr heimlich die Ballenstöcke und den Jasmin fleddert. „Ich habe sie darauf mal angesprochen. Sie hat nur frech geantwortet.“ Oder das junge Pärchen, das gleich mehrere Hibiskusblüten abgerissen und dann achtlos auf dem Gehweg zurückgelassen hat. „Der Mann wollte sie seiner Freundin hinters Ohr stecken. Die wollte das aber nicht.“

Die gängigsten Tricks der Diebe

Ähnliche Probleme hatte in der Wingertstraße ein Nachbar von Carmen Schwind. Nicht nur vierbeinige Störenfriede (Wildschweine) setzten seiner Streuobstwiese zu, sondern auch zweibeinige. „Erst seit ich einen Elektrozaun gespannt habe, wird mir mein Obst nicht mehr geklaut“, erzählt der Mann. Auch er ärgert sich außerdem über den vielen Hundekot auf seinem nicht eingezäunten Rasen im Vorgarten.

Auch Friseurfamilie Beckmann an der Hauptstraße hat schlechte Erfahrungen mit dem Blumen-Klau gemacht. An der Zufahrt zum Parkplatz vor dem Friseursalon stehen prächtige Dahlien. Kein Zaun schützt sie – was Langfinger offenbar ermuntert, zuzugreifen. Zumindest war das in der Vergangenheit häufig der Fall.

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Diese Dahlienstöcke an der Hauptstraße wurden schon oft geplündert. In diesem Sommer blieben sie bisher verschont.

Landwirte wie Werner Gaubatz (Ober-Roden) können ebenfalls ein Lied von der Dreistigkeit singen, mit der Feldfrüchte beim Spaziergang abgebrochen und eingesteckt werden. Maiskolben sind besonders gefährdet. Nur diese Saison nicht. Wegen massiver Hitzeschäden muss der Mais bereits in einem Stadium gedroschen werden, in dem die Kolben noch nicht ausgereift und mithin uninterressant für Felddiebe sind.

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