Klimaschutz

Herbert Lotz hat sein Haus für 150 000 Euro saniert: Ehrung im Rathaus

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Die „Klima-Auszeichnung Rödermark 2019“ darf sich Herbert Lotz (2. von links) ans Haus schrauben. Bürgermeister Jörg Rotter und Klimaschutzmanagerin Daniela Mogk gratulierten im Namen der Stadt. Marktbereichsdirektor Hans-Peter Schmücker von der Sparkasse Dieburg hatte das Preisgeld von 500 Euro überreicht.

Eine Billion Euro will die neue Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, für den Klimaschutz ausgeben. Öffentliche und private Investitionen sollen verhindern, dass sich die Erde immer schneller erwärmt.

Rödermark - Viel Geld in die Hand genommen hat Herbert Lotz aus Urberach und sein Haus energetisch komplett saniert: 150 000 Euro hat er investiert. Die Stadt honoriert dies mit der „Klimaschutz-Auszeichnung 2019“ und 500 Euro. Das Preisgeld stiftet die Sparkasse Dieburg.

Herbert Lotz hat aus seinem 1976 gebauten Haus in Urberach ein KfW-70-Haus nach dem neuesten Stand der Technik gemacht. Der Preis war ausgeschrieben für Bürger, die Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Gebäudemodernisierung umgesetzt haben. Gefragt waren diesmal aber ausschließlich Altbauten, die vor dem Jahr 2004 errichtet und nun saniert wurden. Fünf Rödermärker hatten sich nach Auskunft von Bürgermeister Jörg Rotter um die Auszeichnung beworben. Und zu seiner Freude hatten alle ähnlich hohe Summen wie Herbert Lotz investiert.

Das Profil des Gewinnergebäudes liest sich bilderbuchmäßig: Der Altbau mit einer Fläche von 143,5 Quadratmetern bekam ein neues Dach und eine neue Außenhaut, beides natürlich mit Dämmung. Die Holzfenster wurden durch Dreifach-Isolierglas ersetzt. Herbert Lotz ließ zudem eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von mehr als 10 kWp installieren. Wer mit diesem Wert nichts anfangen kann: Die Solarzellen auf dem Dach liefern dank optimaler Südwest-Lage mehr Strom als die Wärmepumpe benötigt.

Vorbildlich saniert: Das Ehepaar Lotz investierte 150 000 Euro, um sein Haus am Urberacher Eichenbühl ohne Öl oder Gas heizen zu können. Eine dicke Dämmung verhindert, dass Wärme nach draußen dringt. Foto: privat

Der Gesamt-Heizenergiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr beträgt weniger als 50 kWh. Im Vergleich: Der Gasverbrauch eines 140 Quadratmeter großen Einfamilienhauses lag 2018 bei durchschnittlich 150 bis 170 kWh pro Quadratmeter. Der pensionierte Ingenieur Lotz denkt ganz praktisch nicht nur ans Weltklima: „Die Sanierung ist ein Stück Altersvorsorge.“

„Wir wollen mit diesem Wettbewerb beispielhafte Klimaschutzhaushalte und das vielseitige Engagement der Rödermärkerinnen und Rödermärker würdigen. Davon profitieren letztendlich alle, denn von den Best-Practice-Beispielen aus der Stadt kann man lernen“, sagte Bürgermeister Rotter. 

Energieberatung

Wer sein Haus modernisieren will, kann sich bei der Stadt Rat holen. Jeden dritten Mittwoch im Monat bietet sie eine kostenlose Energieberatung an. Dazu muss man sich bei Klimaschutzmanagerin Daniela Mogk unter 06074 911-211 anmelden.

Michael Löw

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