Unterstützung nötig

"Brotkorb" ist in Personalnot: Nachfolger für Marita Werber gesucht  

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Marita Weber (rechts) hinter der Brotkorb-Theke hilft gerne bei der Auswahl der Waren. 

Das Team des „Rödermärker Brotkorb“ braucht dringend Unterstützung.

Urberach – „Wir suchen Menschen, die sich regelmäßig etwa drei Stunden pro Woche verantwortungsvoll engagieren für Organisatorisches (Dienstplan erstellen, Pressearbeit und Ähnliches), zum Einkaufen fahren und um Lebensmittel bei Supermärkten abzuholen“, bittet Marita Weber, die derzeit noch gemeinsam mit Birgit Gursky die Fäden im „Brotkorb“ in der Hand hat. Im Sommer möchte sie sich nach 14 Jahren im Dienst der Lebensmittelverteilstelle aber gerne zurückziehen und noch einmal neue Aufgaben für sich entdecken.

Ab sofort braucht der von allen Kirchengemeinden ökumenisch geleitete und im Keller der Petrusgemeinde angesiedelte „Rödermärker Brotkorb“ dringend Unterstützung – gerade bei den männlichen Helfern stehen immer wieder mal Veränderungen an. So hofft auch Ali, ein Flüchtling aus Afghanistan, der sich noch in den Deutschkursen weiterbildet und hier regelmäßig mithilft, auf eine feste Anstellung – dann wäre auch er nicht mehr einsetzbar.

Neu im Verkaufsteam, das jeden Donnerstag im Wechsel zweier Gruppen jeweils etwa 35 bis 40 Kunden bedient, die wiederum für Familien und Partner mit einkaufen, ist Cordula Weinbrod (43). Erst zum zweiten Mal dabei, ist sie hochzufrieden mit ihrer Entscheidung: „Ich habe zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren und gehe deshalb noch nicht in meinem Beruf als Arzthelferin arbeiten. Aber ich vermisse die Kontakte und wollte gerne etwas Sinnvolles tun. So kam ich zum ‚Brotkorb‘ und fühle mich hier wirklich gebraucht und gut aufgehoben“, begründet sie ihre Mitarbeit.

Sie hilft auch unter dem Aspekt, dass sie ihren Kindern damit die Situation nahe bringen kann. „Erst hat mich das hier etwas traurig gestimmt zu sehen, wie Menschen in diesem Land nicht angemessen leben können. Aber jetzt freue ich mich einfach helfen zu können.“

Derzeit kommen etwa zwei Drittel Flüchtlinge und ein Drittel Deutsche (einschließlich der EU-Ausländer und türkischer Mitbürger) donnerstags um 16 Uhr zum Einkauf für einen symbolischen Euro. Dieser Preis ist stabil seit der Eröffnung.

Die Kunden kommen allesamt aus Urberach; in Ober-Roden lebende Berechtigte für den sogenannten „Sozialschein“ werden von der DRK-Einrichtung „Lebensmittel und mehr“ versorgt.

Waren, die sich etwa dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums nähern, können die Fahrer des Brotkorbes derzeit überwiegend bei Aldi, Lidl und im Bioladen abholen. Von den Bäckern arbeiten Löbig, Bauder und Köhler sowie die Bäckerei auf dem Rodaumarkt mit dem „Brotkorb“ zusammen und sorgen für ein wirklich gutes und frisches Angebot.

Fehlende Grundnahrungsmittel werden zugekauft, weshalb auch Geldspenden für den „Brotkorb“ nach wie vor extrem wichtig sind.

Die Kirchengemeinden engagieren sich nicht nur direkt an dem Projekt, sondern nutzen es auch für die Vorbereitung ihrer Jugendlichen. So sammeln etwa die Erstkommunionkinder alljährlich Hygieneartikel. Konfirmanden und Firmlinge stehen mehrmals im Jahr samstags vor den gängigen Lebensmittelgeschäften in Rödermark und bitten um Spenden. In kleinen Gruppen kommen auch Firmlinge etwa donnerstags vorbei und informieren sich direkt.

Im Sommer bleibt der „Rödermärker Brotkorb“ in diesem Jahr vom 28. Juni bis einschließlich 31. Juli geschlossen. Am 28. August feiern die derzeit rund 25 Mitarbeiterinnen und ihre männlichen Kollegen im Pfarrgarten der Petrusgemeinde ein Sommerfest – vielleicht schon gemeinsam mit neuen Mitarbeitern. Das wünschen sich die Helfer dringend. (chz)

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