Drei Pfund Planungsgrundlage

Förderprogramme zur Stadtentwicklung ermöglichen Millionen-Investitionen

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Bei 1,45 Kilogramm pendelte sich die Waage ein, nachdem das ISEK drauflag.

1,45 Kilo Gewicht und knapp 350 Seiten Umfang: Eine schwerere Entscheidungsgrundlage als das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) haben engagierte Bürger, Politik und Verwaltung wohl schon seit Jahren nicht mehr auf dem Tisch gehabt. 

Rödermark – Schwergewichte sind auch die Projekte, um die es in dem Wälzer geht. Unzählige Maßnahmen zur Aufwertung des Ortskerns Ober-Roden („Stadtumbau Hessen“) und der Parks und Spielplätze in Urberach („Zukunft Stadtgrün“) summieren sich auf fast 15,8 Millionen Euro. Diese Kosten teilen sich Bund und Land, die die Fördermittel bereitstellen, und die Stadt ungefähr zu je einem Drittel. Die Maßnahmen sollen etappenweise bis 2030 umgesetzt werden – mit möglichst breiter Bürgerbeteiligung. Die war nämlich Voraussetzung dafür, dass Rödermark 2017 überhaupt in das Förderprogramm aufgenommen wurde.

Seither hat sich einiges getan. Der erste Schritt war die vom Geldgeber vorgeschriebene Erarbeitung eines „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK), auf dessen Grundlage Maßnahmen zum Stadtumbau und zur Aufwertung der städtischen Grünflächen entwickelt werden. Dabei waren zunächst die Bürger gefragt. Rund 40 Rödermärker brachten Meinungen, Anregungen und Ideen ein.

Rödermark: Konzept für die Zukunft

Unser Ort soll schöner werden: Das Land hat Ober-Rodens Mitte in das Förderprogramm „Stadtumbau Hessen“ aufgenommen. Das könnte im besten Fall bis 2030 12,7 Millionen Euro an öffentlichen Investitionen ermöglichen.

Ende Oktober 2018 hat die Stadt das Entwicklungskonzept im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen abgegeben, Anfang März lag die Genehmigung vor, und im Mai wurde es dann per Beschluss der Stadtverordnetenversammlung endgültig auf den Weg gebracht. Aufbauend auf einer fachlichen Analyse der Untersuchungsgebiete umfasst das ISEK einen Katalog an Aufgaben zur Umsetzung in den kommenden Jahren. Es fungiert sozusagen als „Drehbuch“ für die Realisierung der Projekte.
Nach Ansicht von Bürgermeister Jörg Rotter – und vieler Rödermärker – ist inzwischen genug diskutiert und geschrieben worden. Der Theorie sollen Taten folgen. Doch zuvor haben die lokalen Paten (siehe Kasten „Beteiligung“) noch ein gewichtiges Wort mitzureden. Rotter und Thomas Papp, Leiter der Fachabteilung Stadtplanung, gehen davon aus, dass das erste Projekt frühestens Mitte 2020 begonnen wird.

Wie könnte Ober-Rodens Mitte aufgepeppt werden?

  • Fränkischer Rundling: Als Starterprojekt steht die Umgestaltung von Pfarrgasse, Heitkämper- und Dockendorffstraße im ISEK. Diese Straßen sollen wie 2010 die Frankfurter Straße am Marktplatz gepflastert werden. Der Fränkische Rundling soll „ablesbar“ und vor allem barrierefrei gemacht werden. 400 000 Euro sind dafür vorgesehen. 
  • Ortsdurchfahrt: Barrierefreiheit, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, Bäume und eine historisch anmutende Beleuchtung sind die Stichworte, unter denen Frankfurter und Dieburger Straße zwischen Glockengasse und Schranke beziehungsweise zwischen Marktplatz und Mainzer Straße umgebaut werden sollen. Geschätzte Kosten: 560 000 Euro.
  • Freiflächen: Der sogenannte öffentliche Raum rund um Kulturhalle und Rathaus ist unterschiedlich gestaltet, von Verkehrsflächen durchschnitten und als solcher nicht wahrnehmbar. 1,13 Millionen Euro sollen Abhilfe schaffen.
  • Anreizprogramm: 800 000 Euro – verteilt auf die Jahre 2020 bis 2030 – sollen die Ober-Röder motivieren, ihre Häuser energetisch zu sanieren, Flächen zu entsiegeln und leere Geschäfte wiederzubeleben.
  • Bahnunterführung: 2017 hatte Rotter, damals noch Erster Stadtrat, einen Fußgänger- und Radfahrerschlupf unter den Bahngleisen zwischen Babenhäuser und Gartenstraße als vordringlichstes Projekt bezeichnet. Im ISEK sind 20 000 Euro für eine Bedarfsprüfung übrig geblieben.
  • Im Urberacher Norden sollen für rund 3,1 Millionen Euro der Park am Entenweiher, Spielplätze im Seewald-Gebiet, die „Grüne Mitte“ entlang der Rodau sowie die Umgebung des Bahnhofs aufgehübscht werden.

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