Weniger Opern, mehr Musicals

Kulturhalle passt Spielplan stärker den Besucherwünschen an

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Lust aufs Wochenende, an dem es drei Vorstellungen von „Titanic“ gibt, machte bei der Präsentation der neuen Spielzeit die „Musical Factory 64853“.

Ein kostenloses Vergnügen für Kulturinteressierte aus Rödermark und seinen Nachbarstädten stand am Sonntag bereits zum zwölften Mal auf dem Spielplan der Kulturhalle.

Ober-Roden – Die Stadt stellte das Programm für die kommende Saison vor und blickte ein Stück auf die vergangene zurück. Fachbereichsleiter Gregor Wade und sein Team laden seit Jahren zu optischen und akustischen Ausblicken ein – auch diesmal wieder humorvoll präsentiert von hr-Moderator Tim Frühling. Die städtischen Kulturmacher fassen die wichtigsten Erkenntnisse aus der abgelaufenen Spielzeit zusammen, die in die neue Programmgestaltung eingeflossen sind. Eine klare Tendenz gibt’s bei der Verteilung der Abonnementreihen: Das Wahl-Abonnement ist ganz klar der Favorit mit 3 894 verkauften Plätzen.

Doch viele Gäste schätzen den Vorzug einer festen Abonnementreihe mit einem Stammplatz, der über die Spielzeiten übertragen wird. Feste Plätze waren 267 Mal bei der Theaterreihe, 172 Mal beim Musical und 413 Mal beim Musiktheater belegt.

Die meisten Gäste hatte wieder das Neujahrskonzert. Ebenfalls ausverkauft, aber aufgrund der notwendigen Technik kleiner bestuhlt, war die japanische Trommelshow „TAO“. Die Künstler gastierten zum fünften Mal in der Kulturhalle. Und jedes Mal „bebt die Hütte, schwärmt Gregor Wade. Ähnlich gut besucht und auch genauso aufregend war „Rock the Circus“: Zu Meilensteinen der Rockmusik wurden Varietékunststücke gezeigt, die so noch nicht zu sehen waren wie etwa eine Jonglage-Nummer mit Autoreifen.

Ein weiterer Höhepunkt der Spielzeit war „Saturday Night Fever“ – auch dieses Musical war bereits seit Weihnachten quasi ausverkauft. Ebenfalls sehr gut besucht waren die unterhaltsamen Konzerte von Tom Gaebel und „Schmitt singt Jürgens“. Ein wenig auf dem Rückzug sind die noch vor wenigen Jahren so beliebten Operetten- und Opernaufführungen.

Musik geht immer: Konzerte und Shows lockten die meisten Zuschauer in die Kulturhalle, Theater und Komödien hatten einen schweren Stand.

Aufgrund der Zahlen der letzten Saison verändert sich die Abostruktur. Neben Musik- und Show-Abo mit den „Hot Chili-Piepers“ und ihren Dudelsäcken, dem Musiktheater-Abo mit Chaplin oder (erneut auf Wunsch) Tom Gaebel gibt’s das Theater-Abo mit dem „Tod eines Handlungsreisenden“, mit Zarah Leander und oder „Spatz und Engel“ sowie die Kabarett- und Comedy-Reihe mit dem Gastspiel von Luise Kinseher und dem „Glanz auf dem Vulkan“. Zahlreiche Sonderveranstaltungen – als „Plus“ oder im „Wahl-Abo“ buchbar – führen die Besucher ebenso in die Sternstunden der Filmmusik zurück oder zu interessanten Reisezielen wie nach Kroatien und ins wilde Südamerika. Der Abo-Rabatt hat sich angeglichen – er beträgt bei allen einheitlich zehn Prozent.

Die Saison 2019/2020 wird am Mittwoch, 16. November, mit dem Musical „Chaplin“ eröffnet So neu, dass es noch nicht einmal im Programmheft enthalten ist: Am 6 März 2020 gibt’s zusätzlich „Amazing Shadows“, magisches Schattentheater, für das sich die Produktionsfirma in letzter Sekunde die Kulturhalle ausgesucht hat. Dieses visuelle Spektakel ist ein weiterer Beweis für die kulturelle Vielfalt in Rödermark.

Der Dank von Fachbereichsleiter Gregor Wade galt schließlich den viel beschäftigten Organisatoren Rita Bien und Stefan Riedel, beide vom Kulturbüro der Stadt, und den Haustechnikern Jörg Seitel, Ingo Weismantel und Winfried Carl. Er dankte auch dem scheidenden Bürgermeister Roland Kern: „Sie haben sich in Ihrer 14-jährigen Amtszeit so sehr für die kulturellen Belange der Stadt eingesetzt. Sie werden uns sehr fehlen!“

Ab Freitag, 12. April, erwartet die Rödermärker an drei Abenden der Untergang der „Titanic“. Die „Musical Factory 64853“ aus Groß-Umstadt um Frontmann Ralph Scheiner warb mit einem kurzen Auftritt für das große Spektakel am Wochenende. Zweites gesangliches Highlight war die Schwedin Karin Pagmár, die am 1. März eine muskalische Hymne auf Zarah Leander singt und am Sonntag erste Kostproben gab.

chz

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