Corona-Einschränkungen

Jazzclub-Programm für die zweite Jahreshälfte erarbeitet: Nur 24 Gäste dürfen in den Keller

Die Bläser bei der ersten Jam Session „After Hours“ verteilten sich coronabedingt großflächig im Jazzkeller.
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Die Bläser bei der ersten Jam Session „After Hours“ verteilten sich coronabedingt großflächig im Jazzkeller.

Die Plakatständer waren monatelang mit „...muss leider ausfallen“ überklebt; die regelmäßigen Newsletter und Presse-Infos waren stets traurig und dennoch hoffnungsvoll: Dem Jazzclub Rödermark ging es da nicht anders als allen anderen Veranstaltern. Nun hat der Vorstand nach schier endlosen Gesprächen und Treffen und nach viel Vorarbeit am Freitagabend den ersten Schritt in die Öffentlichkeit getan.

Rödermark – Das erste „After Hours“ verbunden mit der Vorstellung der – unter generellem Vorbehalt veröffentlichten – Termine fürs zweite Halbjahr beglückten die 20 Gäste, die am ersten Abend nach dem Tag X Einlass fanden. „Maximal 24 dürften wir hereinlassen, danach gilt wie überall: Warten, bis jemand den Keller verlässt, und dann nachrutschen“, erläuterte Christa Böttner vom geschäftsführenden Vorstand. Sie erzählte unserer Zeitung von dem steinigen Weg bis zur ersten offenen Kellertür.

Eine große Hilfe ist dabei das schon seit vielen Jahren bestehende Engagement von Albert Böttner bei Word Vision. Er bringt viele Kenntnisse und Informationen rund um das Hygienekonzept etwa mit. Die Vorbereitungen im Einzelnen: Am Anfang standen durchaus erregte Diskussionen, ob und wann wieder geöffnet werden sollte – und wenn, dann mit Verlust? „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der sich der Verbreitung der Jazzmusik verschrieben hat und dem Wohle seiner Zuhörer – das hat Vorrang“, war schließlich die entscheidende Grundlage. Reduzierte Gästezahl heißt übrige Tische und Stühle ins Lager schleppen; der erste Eindruck des Raumes ist gewöhnungsbedürftig. „Aber es sieht dann doch nicht wie eine Bahnhofsvorhalle aus, es ist besser, als wir befürchtet hatten“, freut sich Christa Böttner.

Kein großes Problem bereitet die Frischluft: auch wenn man sich im Keller eher abgeschlossen vorkommt, besitzt der Jazzclub schon seit Jahren eine Abluftanlage, die recht geräuschvoll die verbrauchte Luft hinters Haus bläst – sicher nicht zur Freude der Nachbarn, aber sie wird nur minutenweise in den Pausen genutzt. Die Fenster sind durchgehend einen Spalt geöffnet. Corona-Warnschilder gibt’s überall, allerdings von Manfred Rohrer lustig gestaltet – bis hin zur Herrentoilette mit den geschlossenen Urinalen. Die Einlasskarten, die nach Voranmeldung ausgegeben werden, sind auf ihrer Rückseite zugleich Getränkekarte – wer sich eines der – nur in Flaschen abgegeben– Getränke an der Theke holt, bekommt nur einen Strich und zahlt erst beim Gehen – so wenig Direktkontakt wie möglich. Natürlich sind die leckeren Schmalz- und Mettbrötchen gestrichen; dafür gibt’s abgepackte kleine Snacks. Kasse und Theke sind mit Plexiglasscheiben gesichert, Letztere dank der Ober-Röder Firma Grünberg aufwendig verkleidet. Die Bühne ist nun zwei Meter vom Publikum entfernt; regulär dürfen drei Musiker darauf spielen, bis zu fünf wäre platztechnisch möglich. Bläser allerdings sollen sich zurückhalten – doch Bassist und Vorstandsmitglied Roland Ulatowski hat die Bühne garantiert immer im Blick und im Griff. Die Möglichkeit, einfach mit seinem Instrument bei „After Hours“ die Bühne zu erklimmen und mitzuspielen, ist derzeit leider nicht drin.

Um das Programm haben sich in den letzten Wochen vor allem die geschäftsführenden Vorsitzenden Sylvia Altenberg, Albert Böttner und Christa Böttner gekümmert. Der Erfolg daraus – allerdings mit ganz großen Fragezeichen verbunden, wie die jeweilige Pandemie-Situation es letztendlich zulassen wird – ist das neue Halbjahresprogramm, das dicht bepackt ist mit bekannten und unbekannten Leckerbissen, die am Freitag, 31. Juli, um 19 Uhr mit einem italienischen Abend mit Albertos Italo Swing Lounge eröffnet werden.

Ein großes Dankeschön des Vereins geht an den Hausherrn, die TS Ober-Roden, die trotz eigener Probleme rund um ihr ganz anders gedachtes Jubiläumsjahr sehr großzügig reagiert und etwa Miete erlassen und später gestundet hat. Infos im Internet gib es auf jazzclub-roedermark.de. (Cristine Ziesecke)

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