Kinder zurück in Zwickauer Straße

Kita-Karussell dreht sich weiter

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Neustart: Monatelang hatten in der Zwickauer Straße die Handwerker das Sagen, dann räumten die Erzieherinnen Spiele, Bücher, Theaterrequisiten und anderes Material ein. Ab heute herrscht wieder pädagogischer Normalbetrieb.

Rödermark – Heute kehren die 86 „wassergeschädigten“ Kinder aus der Zwickauer Straße in ihre Stamm-Kita zurück. Knapp ein halbes Jahr wurden sie provisorisch in der eigentlich schon aufgegebenen Kita Lessingstraße betreut. Von Michael Löw

Ihr Umzug ist indes nicht die einzige Bewegung im Rödermärker Kinderkarussell. Was tut sich wo?

Zwickauer Straße: Ein kleines Leck in der Küchen-Wasserleitung hatte im vorigen Sommer große Folgen. Praktisch alle Böden waren durchweicht. Die 86 Kinder mussten nach den Sommerferien umziehen – unter anderem in den Waldkindergarten, was etliche Eltern empörte. Nach einem Kraftakt von Verwaltung, Kommunalen Betrieben und Kreis fanden die Kinder in der wiederbelebten Kita in der Urberacher Lessingstraße ein vorläufiges Zuhause. In der Zwickauer Straße ließ die Stadt durchgehend neuen Estrich und neue Böden verlegen, Leitungen ersetzen und viele Rohre unter die Decke verlegen. Die Kosten für die Sanierung und die Revitalisierung der Lessingstraße beziffert der Erste Stadtrat Jörg Rotter mit rund 200.000 Euro.

Lessingstraße: Die Tage des jetzt endgültig leer stehenden Provisoriums sind gezählt: Die Bausubstanz ist miserabel, das Haus ist ein wahrer Energiefresser. Deshalb wird es abgerissen. Der Magistrat verhandelt nach Auskunft von Sozialdezernent Rotter mit drei potenziellen Trägern. Beworben haben sich die Johanniter und die Arbeiterwohlfahrt, die in Rödermark bereits U3-Kitas betreiben. Neu im Kreis der Interessenten ist die Bethanien-Stiftung (Frankfurt). Sie steht der evangelischen Kirche nahe, ist Träger von drei Kindergärten und will in Hessen und den benachbarten Bundesländern weitere übernehmen. Alle drei müssen ihre Konzepte bis 30. März beim Magistrat einreichen. Ab 8. April beraten Magistrat, Ausschüsse und Kommunale Betriebe darüber, am 14. Mai soll die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Egal, wer den Zuschlag bekommt: Die Stadt vergibt das Grundstück auf Erbpacht-Basis, der Träger finanziert das Gebäude und erhält einen Betriebskostenzuschuss. Geplant sind zwei U3- und drei Regelgruppen.

Odenwaldstraße: Im „Wohnquartett S1“ auf dem Gelände des einstigen Galvanik-Werks Hitzel & Beck hat die Stadt Räume für mehr 50 Kita-Plätze gemietet. Das soll die Betreuungslücke in Ober-Roden schließen. Die Einrichtung öffnet im April.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Festplatz Ober-Roden: Am Jaky-Hecht-Weg baut die Stadt noch selbst und investiert rund 2,7 Millionen Euro für eine Kita mit fünf Gruppen. Bedenken, dass sie keine Handwerker findet, haben sich bisher nicht bewahrheitet. Die Arbeiten, so Stadtrat Rotter, liegen im Zeitplan, die Eröffnung ist für den Spätherbst geplant.

Am Motzenbruch: Sobald die Kinder an den Festplatz umgezogen sind, schließt die Stadt auch diesen Altbau. Für die Zukunft des Grundstücks hat Rotter ähnliche Pläne wie für die Lessingstraße.

Ende in Sicht: Wenn im Herbst die Kita am ehemaligen Festplatz fertig ist, wird der Motzenbruch-Kindergarten abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Großbaustelle Personal: Von den derzeit 118 Erzieherinnen- und Erzieherstellen sind nach Auskunft Rotters nur sechs nicht besetzt. Damit ist die Lücke beim Personal nur noch etwa halb so groß wie in den vergangenen Jahren. Ob das schon eine Konsequenz der besseren Vergütung ist, konnte der Erste Stadtrat aber nicht sagen.

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