Erntedank auch für die Kolpingsfamilie

Schöner Erfolg bei der Herbst-Kleidersammlung in Rödermark im Corona-Jahr

Vor den Ober-Röder Sporthallen brachten die Helfer der Kolpingsfamilie sowie private Sammler ihre Kleidersäcke zum großen Sammeltransporter.
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Vor den Ober-Röder Sporthallen brachten die Helfer der Kolpingsfamilie sowie private Sammler ihre Kleidersäcke zum großen Sammeltransporter.

Kleidersammlung in Rödermark, Corona zum Trotz. Die traditionellen Kleidersammlungen der Kolpingsfamilien finden stets gute Resonanz, gerade auch in Ober-Roden und Urberach.

Rödermark – Eigentlich hatten die Sammler keine große Hoffnungen in die aktuelle Herbstsammlung gesetzt, da während der Corona-Monate die Sammelcontainer an den Straßenecken ungewöhnlich voll gewesen waren – die Bürger hatten in der Zeit aufgeräumt und ausgemistet und viele Säcke voller abgelegter Kleidung entsorgt. Doch es kam anders: auch am Samstag lohnte sich der Aufwand. Die Menge an Wiederverwertbarem, das an den Bürgersteigen wartete oder direkt zur Sammelstelle gebracht wurde, war gewaltig, so etwa auch über den bereitgestellten Hänger, den die Mitglieder der KAB betreuten.

Darunter waren auch ganz besondere Fälle wie etwa ein älteres Ehepaar, das nach ergebnislosem Suchen nach der Sammelstelle und einem Rückruf ihre Schätze an der Bushaltestelle ablegten – beim Abholen staunte Kolpingsmitglied Sandra Jäger aber nicht schlecht, als die Kleidungsstücke direkt und unverpackt auf dem Boden lag – also wieder zurück zur Sammelstelle, Tüten geholt und ein neuer Anlauf zum Einsammeln. Und auch mindestens ein Diebstahl wurde beobachtet – eine Frau, die sich mit vollen Armen aus den bereitgelegten Säcken bediente und damit wegrannte – hier hoffen die Kolpingssammler einfach, dass die mitgenommenen Stücke zumindest ein gutes Werk tun.

Viele Bürger kamen direkt zur Sammelstelle an den Sporthallen, die jedes Mal mit großem Aufwand vorbereitet wird: Pavillon, Sitzgarnitur, Kolping-Schirme, Klebeband, Säcke, Sammellisten, Warnwesten in den Kolping-Farben als eine Art Ausweis für die Sammler, und natürlich Kaffee, weitere Getränke, Brötchen und mehr. Ein anderer Punkt sind die vermehrt angemeldeten Hausratsauflösungen – hier möchte die Kolpingsfamilie bis zum kommenden Jahr eine Regelung finden, dass größere Mengen an Abholgut vorher angemeldet und dann von einem Extrateam abgeholt werden.

Gesammelt wurden in diesem Jahr auch Handys, um sie einem sinnvollen und fachgerechten Recycling zuzuführen. Dafür hat Hobby-Bastler Jürgen Schott eigens drei Kisten gezimmert, die in Zukunft auch unter anderem in der Nazariuskirche unter der Empore stehen und weiter auf Handys warten.

Die reiche „Ernte“ am vorgezogenen Erntedank-Wochenende brachte die Kolpingsfamilie auch auf die Idee, um nächsten Jahr vielleicht vor allem für jene Menschen, die ihr Gut direkt zur Sammelstelle an der Sporthalle Ober-Roden bringen, ein kleines Dankeschön bereitliegen zu haben. Schließlich erspart es den Trupps, zu denen auch das Zeltlager-Team und weitere junge Helfer gehören, viel Arbeit.

Beim Beladen des Lkw, in dem vor allem der 14-jährige Niklas und der zwölfjährige Felix ganze Arbeit leisteten, musste schließlich sehr zügig gehen – der Fahrer stand unter Zeitdruck, er musste weiter nach Flörsheim, seinen dort ebenfalls mit Sammelgut beladenen Anhänger abholen und dann direkt nach Holland in die Sortieranlage – das üblicherweise angefahrene Kolpings-Recyclingwerk in Salzgitter ist nach den letzten Monaten noch mit 7 000 Tonnen zu sortierender Ware überlastet. Der erzielte Erlös aus dem Sammelgut kommt vor allem sozialen Verbesserungen in Familien, unter anderem im Aktionsprogramm „Familien für Familien“, zugute. (chz)

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