Dauerbrenner Betreuung

FDP: keine Kita-Gebühren ohne Leistung - Koalition: mehr Plätze schaffen

Die Kinderbetreuung in Rödermark sorgt für Diskussionen. Die FDP fordert Klarheit für die Eltern, Andere Liste und CDU wollen Betreuung für alle Grundschüler.

Rödermark – Kinderbetreuung ist in diesen Tagen eine – vorsichtig gesagt – schwierige Sache. Aber nicht immer sind das Coronavirus und der Rattenschwanz an Hygiene-Regeln schuld. In Urberach meldete die Stadt „von Amts wegen“ 16 Kinder von der Schulbetreuung ab, weil es dort zu wenig Plätze gibt. Die künftigen Viertklässler haben das Nachsehen, weil Anmeldungen aus den Klassen eins bis drei Vorrang haben.

Die Eltern fühlten sich überrumpelt und machten ihrem Ärger öffentlich Luft; die Offenbach-Post berichtete darüber. Der Protest hatte Erfolg. CDU und Andere Liste machen sich für eine Betreuung aller Grundschüler nach den Sommerferien statt. In einem Antrag für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 23. Juni fordern sie den Magistrat zu einer Prüfung auf: Unter welchen konzeptionellen, räumlichen, personellen und finanziellen Bedingungen können alle Kinder betreut werden?

Der Corona-Lockdown traf und trifft seit Mitte März aber fast alle Familien. Aus der Notbetreuung wird seit Anfang der Woche nur nach und nach eine eingeschränkte Regelbetreuung. Die Stadt erließ die Kita-Gebühren für April und Mai. Die FDP will nun wissen, ob es sich um eine echte Befreiung für diese Zeit handelt oder nur um eine Stundung – sprich: Müssen Eltern am Ende doch zahlen?

Auf Nachfrage der FDP erklärte die Erste Stadträtin Andrea Schülner, dass die Stadt auf eine kreisweit einheitliche Regelung wartet. „Seitdem ist allerdings nichts passiert, und die Eltern werden weiter im Unklaren gelassen“, kritisiert Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger. Für die FDP ist es an der Zeit, endlich Klarheit für die Eltern zu schaffen. Zumal andere Kommunen mittlerweile klare Beschlüsse gefasst hätten und von einer kreiseinheitlichen Regelung nichts zu hören sei.

Nach der Devise „Keine Gebühr ohne Leistung!“ will die FDP Familien noch weiter entlasten: Sowohl für die Not- als auch die eingeschränkte Regelbetreuung dürfe die Stadt nur anteilig berechnete Gebühren verlangen.

Die schwarz-grüne Koalition fragt den Magistrat umfassend nach der Kinderbetreuung in den Zeiten von Corona: Gibt es Unterschiede wegen der räumlichen oder personellen Bedingungen in den einzelnen Kitas? Gibt es konzeptionelle Unterschiede zwischen städtischen Einrichtungen und denen freier Träger? Müssen Gebührensatzungen geändert werden? Wie bindet der Magistrat Eltern und Personalrat in Krisenentscheidungen ein? Das sind nur die wichtigsten Punkte eines langen Fragenkatalogs.

Um die eingangs erwähnten „Abmeldungen von Amts wegen“ zu vermeiden, fordert die Koalition Zahlen wie sich der Bedarf an Betreuungsplätzen entwickelt und wie die Stadt ihn decken will. Antworten wollen CDU und AL für alle Altersgruppen von Krabbelgruppenkindern bis zu den Grundschülern. lö

Termine:

Sozialpolitik wird im Juni zweimal diskutiert. Der Fachausschuss trifft sich am Dienstag, 9. Juni, um 18 Uhr in der Kulturhalle. Dort tagt zwei Wochen später die Stadtverordnetenversammlung. Deren Sitzung beginnt um 19.30 Uhr.

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