Kultur

Rödermark: Kunst gibt manche Rätsel auf

Hat der „Knochen“ am Ober-Röder Rathaus auch einen richtigen Namen? Die KiR-Vorsitzende Sylvia Baumer sammelt Fakten zu den vielen Skulpturen im Stadtgebiet.
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Hat der „Knochen“ am Ober-Röder Rathaus auch einen richtigen Namen? Die KiR-Vorsitzende Sylvia Baumer sammelt Fakten zu den vielen Skulpturen im Stadtgebiet.

Mehr als 20 Skulpturen stehen auf Straßen und Plätzen im Ort, entlang der Rodau und sogar im Wald. Sylvia Baumer will sie mit einem virtuellen Rundgang erlebbar machen. Doch nicht einmal die Vorsitzende des Vereins Kunst in Rödermark kennt alle Plastiken im Detail.

Rödermark – „Die Ober-Röder neigen wohl dazu, Kunst einen Spitznamen zu verpassen“, schmunzelt Sylvia Baumer auf dem Ober-Röder Rathausplatz. Seit 1976 sprudelt aus dem „Knochen“ Wasser. Aber wie heißt der 1976 eingeweihte Brunnen der Bildhauerin Renate Golla wirklich? Sylvia Baumer, die Chefin von Kunst in Rödermark (KiR), weiß nur, dass die Skulptur einem Torso nachempfunden sein soll. Der Rest bleibt ein Rätsel. Und von der „Spalt-Tablette“ unterhalb der Triftbrücke kennt sie weder Namen noch Herkunft.

Sylvia Baumer sammelt seit Wochen Informationen zu Großfiguren im öffentlichen Raum. Mehr als 20 stehen auf ihrer Liste – die noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. „Andere Städte wuchern mit solchen Schätzen. Aber hier fristen sie ein Schattendasein“, bedauert die Urberacherin, die viele als Herz und Kopf der Rödermärker Kreativszene bezeichnen. Ein virtueller Skulpturenpfad soll den Werken zu dem Interesse verhelfen, das sie verdient haben. Die Idee trägt sie seit 2009 mit sich, doch die Muse zur Umsetzung fehlte. Corona hat"s geändert: „Als Künstlerin ist man zur Zeit ja nicht ausgelastet.“

Viele Plastiken haben KiR-Aktive gestaltet. Die bekanntesten sind das bunte Pferdchen am Ortseingang von Messenhausen, Lou Heinrichs „Stuhlriesin“ und Sigrid Langs „Plaudernde Fische“ an der Rodau, die „Repräsentanten“ am Badehaus und natürlich „wumboR“. Das Rödermark-Maskottchen ist ein Gemeinschaftswerk, das Sylvia Baumer und Manfred Blößer fürs Rödermark-Festival 2007 geschaffen haben. Zuletzt stand „wumboR“ vor Blößers Haus in Urberach, doch nach 13 Jahren muss er zur Schönheitskur ins Atelier.

Schwieriger sind die Details zum „Knochen“, zur „Spalt-Tablette“ oder zum Denkmal 50. Breitengrad zu finden. Nein – nicht die vergleichsweise neuen Stelen der Regionalpark-Route, sondern der Gedenkstein am Lerchenberg in Waldacker. Darüber hat Sylvia Baumer weder im Internet noch im Stadtarchiv etwas gefunden.

Höchstens Bruchstücke an Informationen hat sie vom Gaukler und vom Seiltänzer, die seit 1993 den Urberacher Festplatz zieren. Damals hatte die Stadt noch Geld für Kunst im öffentlichen Raum und machte ihren Bürger jedes Jahr zur Kerb ein Geschenk. 2002 geriet die bronzene Doppelfigur in die Schlagzeilen, nachdem Rowdys ihr ein Bein abgesägt hatten. Erst sieben Jahre später war sie geheilt.

Die älteste Skulptur in Sylvia Baumers Liste ist eine Töpferfigur des Darmstädter Künstlers Fritz Schwarzbeck aus dem Jahr 1976. Lange stand sie neben den Fahrradständern der Halle Urberach, vor einigen Jahren zog sie an den Häfnerplatz um.

Wer kennt den wahren Namen des „Knochens“? Wer kann Einzelheiten zum Tschonopler Denkmal der in Ober-Roden heimisch gewordenen Donauschwaben erzählen? Gibt"s vielleicht sogar eine Skulptur, von der nicht einmal Sylvia Baumer etwas weiß? E-Mails (baumer@haptikus.de) sind ihr ebenso willkommen wie Anrufe (z 06074 68331).

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