Abfallberaterin zieht Bilanz

Rödermark: 41 Tonnen Dreck einfach in die Landschaft gekippt

Zur wilden Müllkippe haben Unbekannte den Feldweg zwischen dem Germania-Sportplatz und Waldacker gemacht.
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Rödermark: Zur wilden Müllkippe haben Unbekannte den Feldweg zwischen dem Germania-Sportplatz und Waldacker gemacht.

Aufgrund der Corona-Pandemie haben viele Leute Zeit zum Renovieren. Der entstandene Müll wird dann oft in die Landschaft um Rödermark gekippt.

Rödermark - 41 Tonnen Dreck wurden voriges Jahr auf die billige Tour in der Landschaft rund um Rödermark entsorgt. Für alle, die sich die Schweinerei bildlich vorstellen wollen: Gepresst wäre das ein Würfel von fünf Metern Kantenlänge oder 125 Kubikmetern Inhalt. 2019 waren es nach Auskunft der städtischen Abfallberaterin Jessica Löbl „nur“ 38 Tonnen oder 108 Kubikmeter.

Corona-Lockdown: Leute haben Zeit zum Entrümpeln

Corona könnte ein Grund, aber keine Entschuldigung für die Zunahme sein. Jessica Löbl vermutet, dass die Leute im Lockdown viel Zeit zum Entrümpeln oder Renovieren haben und ihren Dreck möglichst schnell loswerden wollen. Doch mehr als 90 Prozent dieses Mülls könnten über das in der Abfall-Grundgebühr enthaltende Entsorgungsangebot der Stadt gratis entsorgt werden. Trotzdem werden Grünabfälle, Altpapier, Sperrabfall, Elektrogeräte und sogar Chemikalien in Grünanlagen, vor Glascontainern, im Feld oder im Wald abgelagert. Für die Einsammlung, den Transport und die Entsorgung müssen unnütz Steuergelder aufgewendet werden, die dringend an anderer Stelle gebraucht würden. Das summiert sich pro Jahr ganz schnell auf 15. 000 Euro. Aber nur, wenn in den Abfallhaufen kein Sondermüll steckt.

Jessica Löbl vermutet, dass die Corona-Pandemie ein Grund für die Umweltverschmutzung in Rödermark sein könnte.

Wo Dreck das Straßenbild und die Natur prägt, fühlt sich niemand wohl. Und zu altem Dreck kommt bekanntlich neuer dazu. Bürgermeister Jörg Rotter appelliert deshalb: „Vermeiden Sie Abfall, der unterwegs anfallen kann! Nutzen Sie die öffentlichen Papierkörbe oder nehmen Sie den Abfall wieder mit nach Hause und sortieren ihn!“

Gehwege müssen von Schnee und Eis befreit werden

Zum Jahresbeginn weist die Stadt auch darauf hin, dass Hausbesitzer, Mieter, und Pächter Straßenrinnen, Einflussöffnungen der Kanäle, Gehwege, Überwege und die Fahrbahnfläche bis zur Straßenmitte reinigen müssen. Sogar der Kehrtermin ist geregelt: Laut Satzung am Tage vor einem Sonntag oder einem gesetzlichen Feiertag. Im Winter müssen zudem die Gehwege und Überwege vor den Grundstücken von 7 bis 20 Uhr von Schnee und Eis befreit werden.

Doch nicht nur zuviel Weiß, sondern auch zuviel Grün muss weg. Äste und Zweige dürfen nicht über die Grundstücksgrenze in den Gehweg oder die Fahrbahn ragen. Verkehrszeichen dürfen nicht verdeckt werden, weil das da die Unfallgefahr erhöht. Hausbesitzer müssen darauf achten, dass die Straßenbeleuchtung nicht durch Büsche und Bäume verdeckt wird und die Einblickwinkel an Kreuzungen und Einmündungen nicht beeinträchtigt werden. Solche Ecken können bei Dunkelheit zu sogenannten Angsträumen werden, in denen sich die Leute unwohl oder gar bedroht fühlen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Straßenschilder immer deutlich sichtbar sind, damit Rettungswagen oder Feuerwehr keine Zeit verlieren. Alle Details zur Straßenreinigung findet man auf der Homepage der Stadt Rödermark unter der Rubrik „Satzungsrecht“ (Michael Löw)

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