Erhöhte Preise

Teurer Abfall: Müllgebühren steigen

Die Müllabfuhr wird nächstes Jahr teurer. 13 Leerungen der am häufigsten verwendeten 60-Liter-Tonne kostet statt 93,12 künftig 112,71 Euro.
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Die Müllabfuhr wird nächstes Jahr teurer. 13 Leerungen der am häufigsten verwendeten 60-Liter-Tonne kostet statt 93,12 künftig 112,71 Euro.

Hausbesitzer und Mieter in Rödermark müssen nächstes Jahr deutlich mehr Geld für die Müllabfuhr bezahlen. Das Stadtparlament hat eine Erhöhung um 21 Prozent beschlossen.

Rödermark – „In den letzten Jahren verschlechterten sich die Rahmenbedingungen für die Entsorgung von Abfällen drastisch“, begründen die Kommunalen Betriebe (KBR) den Preissprung. Rödermärker Gebührenzahler bekommen die chinesische Regierungspolitik nun am eigenen Geldbeutel zu spüren. China importiert seit 2018 keinen Müll mehr aus Europa. Das habe den Entsorgungsmarkt erheblich verändert.

Innerhalb kürzester Zeit verfiel der Altpapierpreis. 2016 brachten Papier und Kartonagen noch rund 230 000 Euro in die KBR-Kasse, 2019 waren’s schon nur noch 126 000 Euro. 2020 setzt sich der Preisverfall fort. Bis Ende Juni schrumpften die Einnahmen auf 36 000 Euro.

Genau andersrum ist’s bei der Entsorgung der Grünabfälle. Die Kosten haben sich in zehn Jahren mehr als vervierfacht – von 49 100 auf 210 000 Euro. Ein Grund ist die Verschärfung der Düngemittelverordnung.

Auch wenn der Schein bei mancher Tonne trügt: Die Restmüllmenge hat sich seit 2008 (knapp 5 000 Tonnen) auf rund 2100 Tonnen mehr als halbiert.

Auch die zweite Fraktion aus dem Bereich Grün wird für die KBR – und damit für die Bürger – immer teurer. Seit 2015 entsorgt der Kreis Offenbach die Bioabfälle. Das kostete anfangs 46,36 Euro pro Tonne und kostet seit Januar 2020 gut 104 Euro. Macht bei rund 2 400 Tonnen Bioabfall 20 600 Euro extra.

Im Vergleich zum Grünmüll ist das eine bescheidene Summe. Die Leute schauen hier aber sehr genau hin. Denn als Rödermark 2009 das aktuelle Abfallwirtschaftssystem einführte, bedeutete das eine grundlegende Umstellung: weniger teuren Restmüll in die schwarze Tonne, mehr billigen Bioabfall in die grüne Tonne beziehungsweise auf die Kompostierungsanlage. Die Rechnung ging mengenmäßig auf: 2008 holte die Müllabfuhr noch 4 984 Tonnen Restmüll ab, seit 2009 sind’s im Schnitt nur noch etwa 2 100 Tonnen. Parallel stieg die Menge an Bio- und Grünmüll von 3 208 auf 5 327 Tonnen.

Nicht berücksicht sind in der Kalkulation die Kostenerstattungen der Systembetreiber wie dem „Grünen Punkt“ an die kommunalen Partner. Darüber verhandeln derzeit die Spitzenverbände.

Die neue Rödermärker Abfallsatzung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Neben der saftigen Preiserhöhung bringt sie den Bürgern eine Mini-Erleichterung: Brauchen sie eine kleinere oder größere Tonne, können sie innerhalb von zwölf Monaten kostenlos wechseln. Bisher war das einmal pro Kalenderjahr möglich. Da lacht doch des Gebührenzahlers Herz! (Von Michael Löw)

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