Problem-Pendler aus dem Süden

Parkplatz-Tourismus am Bahnhof Ober-Roden: Anwohner leiden

Nicht gern gesehen: Autos mit DA- oder DI-Nummernschild nerven die Anwohner der Hermann-Ehlers-, Borngarten-, Taunus-, Rathenau-, Friedrich-Ebert- und Bonhoefferstraße. Pendler aus dem Nachbarkreis parken dort.
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Nicht gern gesehen: Autos mit DA- oder DI-Nummernschild nerven die Anwohner der Hermann-Ehlers-, Borngarten-, Taunus-, Rathenau-, Friedrich-Ebert- und Bonhoefferstraße. Pendler aus dem Nachbarkreis parken dort.

Ober-Roden – Problem Nummer zwei rund um den Bahnhof sind Pendler aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg, die östlich der Dieburger Straße einen Parkplatz suchen. Sie steigen lieber in Ober-Roden als beispielsweise in Eppertshausen in die S1.

Von dort kostet eine Monatskarte in die Frankfurter City 185,90 Euro, ab Ober-Roden nur 138,40 Euro. Außerdem fährt die S-Bahn in deutlich kürzeren Abständen als die Dreieichbahn. CDU und AL fordern deshalb eine Kombination aus Anwohner- und Kurzzeitparken zwischen Dieburger, Friedrich-Ebert-, Babenhäuser Straße und dem „Rosengarten“. Wer werktags dort einen Parkplatz zum Einkaufen oder fürs Kaffeetrinken bei Verwandten sucht, muss lange herumkurven. Pflegedienste und Paketboten haben das gleiche Problem, Müllabfuhr und Feuerwehr können ihre großen Fahrzeuge kaum rangieren.

Das auf zwei Stunden begrenzte Kurzzeitparken ist nach Ansicht der Koalition nur ein erster Schritt. Ihm soll der Bau eines Parkhauses in Bahnhofsnähe folgen. Langfristig möchten alle Rödermärker Politiker die S1 bis nach Dieburg verlängern und die teure Tarifgrenze zwischen Ober-Roden und Eppertshausen schleifen.

Alle Forderungen rund ums Parken sind natürlich erst einmal nur ein Prüfungsauftrag an den Magistrat. Erster Stadtrat Jörg Rotter warnte: Ohne eine gründliche juristische Prüfung und ohne Bürgerbeteiligung geht nichts.

„Wohnquartett S1“ in Rödermark

Die SPD lehnt ein Parkhaus ab. Jeder zusätzliche Parkplatz bringe neue Autos nach Ober-Roden, sagte der Stadtverordnete Norbert Schultheis. Der Magistrat soll sich ganz auf die Verlängerung der S1 konzentrieren.

Nach Ansicht des FDP-Fraktionsvorsitzenden Tobias Kruger ist das Parkproblem hausgemacht: „Genau das haben wir vorm Bau des großen Wohnquartiers in der Odenwaldstraße vorhergesagt!“ Dem „Wohnquartett S1“ auf der anderen Seite der Gleise seien 60 bis 70 – wenn auch nur geduldete – Parkplätze zum Opfer gefallen. Kruger: „Und jetzt weint die Koalition Krokodilstränen.“

Parkplatzkampf im Großstadtdschungel

Bürgermeister Roland Kern warf Kruger vor, „große Projekte kleinzureden“. Die städtebaulichen Vorteile der rund 150 Wohnungen auf dem früheren Galvanikwerk wiege den Verlust der „wilden“ Parkplätze mehr als auf.

Der Bürgermeister machte aber auch Hoffnung auf zusätzliche Pendlerparkplätze. Die könnten in der Nähe der Agip-Tankstelle entstehen. Sie sollen durch jene Ablösezahlungen finanziert werden, mit denen sich Bauherrn in dicht besiedelten Straßen von den Vorgaben der Stellplatzsatzung freigekauft haben. (lö)

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