Pfarrer Oliver Mattes führt Christen zu kleinen Stätten der Besinnung

Rödermark: Pilgern aufs Wesentliche reduziert

Pfarrer Oliver Mattes, Petrusgemeinde Urberach, betet mit Pilgern.
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Rödermark: Vor den grünen Feldern am Berngrundsee konnten sich die Pilger nach dem ersten Wegstück körperlich und geistig stärken, ehe es weiter zum 50. Breitengrad und zum katholischen Kirchenpavillon ging.

Zum Pilgern braucht’s nicht unbedingt große Wallfahrtskirchen mit Reliquien. Rödermärker Christen pilgerten zu kleinen Stätten der Besinnung im Ort.

Rödermark - Bei allerbestem Wanderwetter an der Weidenkirche gestartet, führte der Weg einer kleinen Pilgergruppe über den Ober-Röder Friedhof zum Berngrundsee bei Waldacker. Angeregt von der Urberacher Petrusgemeinde, liefen junge und nicht mehr ganz so junge Wanderer teils schweigend, teils ins Gespräch vertieft in zügigem, aber gut machbarem Rhythmus zwischen Wiesen und Wäldern zur Werner-Weber-Gedächtnishütte mit einem tollen Ausblick über den eher trockenen See, ehe sie bei einem kleinen mitgebrachten Picknick frische Kraft für die nächsten Kilometer gesammelt haben.

Doch beim Pilgern steht nicht die Stärkung des Körpers im Vordergrund. Bei einer kleinen Auszeit im Grünen – gerade in dieser an Urlaubsreisen eher armen Zeit – genossen Christen beider Konfessionen die beschauliche Stille der Landschaft, zumal viele von ihnen die erst vor Kurzem eingeweihte, von den Rödermärker Naturschützern erbaute Hütte noch nicht kannten. Mit ganz kurzen besinnlichen Texten und Geschichten füllte Pfarrer Oliver Mattes dort die Gedanken für die nächsten Wegstrecken.

Nach dem Besuch am 50. Breitengrad und des katholischen Kirchenpavillons ging es durch den Wald schweigend und die Natur genießend Richtung Messenhausen zur Dreifaltigkeits-Kapelle, ehe sich die Runde an der Weidekirche wieder schloss. Zwischenzeitlich gefragt, ob sie vielleicht doch den kürzeren Weg nehmen sollten, gab’s nur ein allgemeines Kopfschütteln – alle Teilnehmer genossen die meditative Wanderung.

Den Anschub zu diesen Pilgertagen hatte Pfarrer Oliver Mattes während seiner Studienauszeit im vorigen Jahr bekommen. Da konnte er selbst längere Pilgerstrecken erleben und beschloss, dies auf die eigene Gemeinde und die engere Region zu übertragen. Pfarrer Mattes sieht das als Entschleunigung in diesen herausfordernden Zeiten, wo die Menschen ihren Kopf frei bekommen sollten und das Erlebnis dennoch mit Anderen teilen können. Unterwegs suchten Menschen, die bisher kaum Gedanken geteilt hatten, das intensive Gespräch miteinander.

Der nächste Pilgertag „Auf dem Rodau-Lehrpfad“ startet am 24. Oktober an der Petruskirche in Urberach. Rund zehn Kilometer lang führt er zum Quelltopf der Rodau und an ihr entlang weiter bis zur Ober-Röder Kläranlage und zurück zur Weidenkirche, wo er mit einem gemeinsamen Innehalten endet. Die Teilnahme ist unter den jeweiligen Hygienebedingungen wie eigener Verpflegung und Getränken möglich; Anmeldungen sind mit einer E-Mail an mattes@gockel.info oder unter z 06074 910142 nötig.

Und wer eine etwas längere Wanderung mit spirituellem Charakter unternehmen möchte, kann unter www.ekhn.de/glaube/glaubeleben/pilgern/vaterunser-meditationsweg.html erfahren, wie man den Spuren dieses wichtigen Gebets folgen und rund um das Kloster Höchst mit dem GPS-Gerät sich den Weg von Bitte zu Bitte erlaufen kann.  (Christine Ziesecke)

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