Rödermark

„Red Rooster“ bekommt heftig Kontra für Aufruf zu Corona-Protest

Urberacher Konzertveranstalter ruft Künstler zum Protest auf
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Der Urberacher Konzertveranstalter Harry Beierer ruft die lokale Kulturszene zum Lautwerden auf.

Der Konzertveranstalter Harry Beierer aus Rödermark ruft die lokale Kulturszene zum Protest auf. Zwei Künstlerkollegen gefällt das gar nicht. 

Update vom Dienstag, 26.05.2020, 20.13 Uhr: Die Schauspieler Friederike und Oliver Nedelmann distanzieren sich vom Protestaufruf ihres Künstlerkollegen Harry Beierer gegen die Corona-Beschränkungen. 

„Nur mit einem gemeinsamen Protest können wir Normalität einfordern!“, hatte der Konzertveranstalter „Red Rooster“ in einer Pressemitteilung geschrieben und andere Kreative, darunter die Nedelmanns, einbezogen.

„Von wem sollen wir Normalität einfordern? Vom Virus? Die Ereignisse in der norddeutschen Kneipe und hessischen Kirche haben gezeigt, dass das Virus hervorragend funktioniert“, hält Oliver Nedelmann dagegen. Wenn Beierer die in seinen Augen überzogenen Auflagen kritisiere, sei das sein gutes Recht. Aber er und seine Frau fühlen sich selbst als direkt Betroffene in keiner Weise von ihm vertreten.

Im Gegensatz zu Beierer, der öffentlich seine Teilnahme am Urberacher Hygiene-Spaziergang ankündigte, will Oliver Nedelmann sich keiner Demonstration anschließen, „auf der Leute bewusst den Mund-Nasen-Schutz weglassen, Abstandsregeln missachten oder womöglich obskure Thesen vertreten.“ 

Urberacher Konzertveranstalter ruft Künstler zum Protest auf

Erstmeldung vom Dienstag, 26.05.2020, 8.11 Uhr: Urberach – Der Konzertveranstalter Harry Beierer befürchtet, in den Ruin getrieben zu werden, da er die Corona-Auflagen kaum erfüllen könne. Vielen Restaurants geht es seiner Meinung nach ähnlich. „Nur mit einem gemeinsamen Protest können wir Normalität einfordern!“, sagt der „Red Rooster Rödermark“. 

Beierer organisiert viele Konzerte im Wohnzimmertheater von Friederike und Oliver Nedelmann. Da wegen der Abstandsregeln dort aber nur etwa 20 Menschen inklusive den auftretenden Musikern reindürfen, sieht er für Konzerte mit Atmosphäre keine Chance. Eine Erhöhung des ohnehin nicht niedrigen Eintrittspreises kommt für ihn nicht in Frage.

Erste Alternativen tun sich aber auf. Das Konzert mit „The Chain“ findet voraussichtlich am Freitag, 26. Juni, um 20 Uhr im „Dinjerhof“ in der Pfarrgasse statt. Derzeit klärt Beierer mit Hausherr Wilhelm Schöneberger, wie viele Karten für den Auftritt der Fleetwood-Mac-Coverband verkauft werden dürfen.

Für das Konzert von „The ron Lemons & Andreas Kümmert“ hat der „Red Rooster“ seine Beziehungen zum FC Viktoria Urberach spielen lassen, wo er seit 50 Jahren Mitglied ist. Es soll am 9. September, einem Mittwoch, über die Bühne gehen. Der Termin steht, alle weiteren Details muss Beierer noch mit dem Viktoria-Vorstand besprechen.

Sein Ärger über die Corona-Beschränkungen ist groß. Gestern Abend beteiligte sich der „Red Rooster“ am Hygiene-Spaziergang vor der katholischen Kirchen in Urberach. „Ich distanziere mich dabei von jedweder Gewalt in Wort und Schrift, lasse mich aber auch nicht in die extreme linke oder rechte Ecke drängen, sondern gehöre vielmehr wie viele andere Menschen auch zur Mitte unserer Gesellschaft. Kritik und eine andere Meinung sollten aber in einer Demokratie möglich sein“, erklärt er. 

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