Spazierweg ramponiert

Schönes Wetter lockt ins Freie und offenbart Müllsünden

+
So schön kann es mit dem Wetter weitergehen! Zum Schnittpunkt der Generationen wurden die Rödermärker Spazierwege auch gestern noch – selbst wenn das Wetter nicht mehr ganz so schön war wie am Wochenende, als unser Foto entstand. Ovales Foto: Der Spazierweg am Entenweiher ist derzeit nicht zu empfehlen.

Rödermark - Die Rödermärker genießen den Vorfrühling. Zwar war’s gestern nicht ganz so schön wie am Wochenende. Aber trotzdem pilgerte ins Freie, wer dazu Zeit hatte. Verdruss gab’s dabei im Erholungsgebiet am Entenweiher in Urberach.

Dort hat der Lastwagen eines Grünschnitttrupps einen Spazierweg arg ramponiert. Wenige Tage vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März hat das Wetter freundlicherweise schon mal einen kleinen Eindruck vermittelt, wie schön doch der Lenz werden könnte. Ein Bild wie am 1. Mai: Hunderte Spaziergänger, Generationentreffen von Familien im Freien, Radfahrer mit sportlichem Ehrgeiz oder mit gemütlichem Plausch beim Fahren, Rollatoren, Kinderroller, Dreiräder, Rollerblades – die Menschen sehnen sich nach diesem wechselhaften und viel zu nassen Winter nach Sonne und frischer Luft. Alle Bänke im Freien sind besetzt, Hunde auf der Gasse, die Vögel kommen aus ihren Winterverstecken.

Herrliche Aus- und Einsichten gibt’s nicht nur auf den Spazierwegen etwa vom Breidert vorbei an der Kläranlage Richtung Germania-Sportplatz oder auf der Bulau, sondern auch mitten im Ort, am Entenweiher, bieten sich schöne Bilder mit putzmunterem Federvieh.

Am Teich angekommen, ist es gut; zuvor allerdings geht’s über schlüpfrige, tiefe und ramponierte Wege. „Was für eine Pampe! Darauf bin ich ja gar nicht eingestellt! Da hab ich die falschen Schuhe an!“ So entsetzte sich eine Dame, die in zierlichem Schuhwerk eine Runde zu Fuß um den See drehen wollte. Das wiederum wurde zur Steilvorlage für ein älteres Ehepaar auf einer der Bänke am Seeufer war, die darum baten, doch einmal ins Gespräch zu bringen, dass die städtischen Fahrzeuge hier die Wege völlig unnötig zerstört hätten. „Die haben zwar hier einen Baum abgesägt, aber so tiefe Spuren hätten sie nicht hinterlassen dürfen!“

Auf Rückfrage unserer Zeitung bestätigte Diplomingenieur Claus Murmann vom Amt für Grünpflege der Stadt, dass sie in den letzten Wochen kranke Bäume entnommen, Sträucher zurückgeschnitten und Pflegeschnitte vorgenommen haben, die rechtzeitig vor Beginn der Brut- und Setzzeit am 1. März abgeschlossen sein müssen. Die Renovierung des Weges um den Entenweiher herum sei jedoch noch für dieses Jahr vorgesehen.

Kopfschütteln herrscht derzeit auch fast im ganzen Ort über die Müllmengen an den Wegrändern, ganz besonders an den Büschen etwa im kleinen Parkdreieck an den Ober-Röder Bahnschranken oder an der Straßenböschung hinunter zum Entenweiher in Urberach. Dort sind vor allem noch Überreste fröhlicher Fastnachtstage zu finden, die das Bild vom öffentlich geehrten „ausgezeichneten Wohnort“ arg ankratzen.

Beste Stimmung beim Wiesnfest in Rödermark: Bilder

Dafür gibt’s aber in Kürze keine Ausreden mehr für jeden, den das stört: Am Samstag, 10. März, bittet die Stadt zum Gemarkungsputz – die Vorarbeiten laufen auf Hochtouren und die Straßenlisten zum gemeinschaftlichen Müllsammeln liegen bereit. Nicht jeder findet es schön, anderer Leute Müll einzusammeln, doch jeder freut sich, wenn Rödermark danach wieder sauber ist – kurzzeitig zumindest.

Manche Gruppen bereiten sich schon darauf vor und melden sich an, so etwa auch die Quartiersinitiative „Wir sind Breidert“, bei der sich Organisator Karlheinz Weber freut: „Die Behindertenhilfe in der der Erikastraße wird sich auch an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligen. Wenn die Breidert-Schule noch mitmacht, haben wir alle sozialen Organisationen im Breidert zusammen. Besser können wir unserem Leitbild des gemeinsamen Lebens und Handelns nicht gerecht werden.“ (chz)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare