Ober-Roden

Seit 60 Jahren ein glückliches Ehepaar

Das hätten sie sich auch nie träumen lassen: Ihre diamantene Hochzeit feiern Betty und Helmut Hunkel heute und morgen coronabedingt fast ohne Gäste. Foto: Ziesecke
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Das hätten sie sich auch nie träumen lassen: Ihre diamantene Hochzeit feiern Betty und Helmut Hunkel heute und morgen coronabedingt fast ohne Gäste. 

Betty und Helmut Hunkel  aus Rödermark-Ober-Roden haben diamantene Hochzeit, doch groß feiern können sie nicht.

Ober-Roden – Ihre diamantene Hochzeit mit nur einem guten Dutzend Menschen aus dem allerengsten Familienkreis feiern – für Betty und Helmut Hunkel war das bis vor Kurzem absolut unvorstellbar. Anlässlich ihrer goldenen Hochzeit waren rund 300 Gäste in den Hunkel’schen Hof gekommen – aber zehn Jahre später müssen sie allen Verwandten und Freunden, Nachbarn und einstigen Kunden sagen: „Bitte bleibt zuhause, es geht in dieser Zeit leider nicht!“.

Zwar wird Betty Hunkel ihre berühmten Käsekuchen und Schwarzwälder Kirschtorte trotzdem backen. Doch nur ihre Söhne Jürgen, Manfred und Thorsten mit Familien, darunter sechs Enkel, dürfen sie kosten.

Am heutigen Mittwoch jährt es sich zum 60. Mal, dass Betty und Helmut, die sich im Mai 1954 in Urberach in einer Tanzstunde kennengelernt hatten, auf dem Standesamt geheiratet haben. Tags darauf wurde der Bund fürs Leben in St. Gallus geschlossen. Im Haus der späteren Schwiegereltern war der Künftige erst 1955 „eingeführt“ – die Zeiten waren damals einfach anders.

Die junge Frau aus der Bachgasse arbeitete wie die meisten Urberacherinnen damals bei der TN. Helmut aus der Hunkel-Dynastie lernte im Familienbetrieb den Malerberuf, den er bis zum 60. Lebensjahr ausübte. Seine Frau hörte bei der TN auf und arbeitete sie im Laden gleich hinter der Ober-Röder Bahnschranke mit. Nach dem Tod der Schwiegermutter führte sie das Ladengeschäft von 1971 bis zur Schließung 2013. In der Zeit wurde es räumlich erweitert, neue Produkte und Dienstleistungen kamen dazu. Der Malerbetrieb ist noch heute in Familienhand, allerdings jetzt bei Neffen und Nichten.

Für Hobbys blieb bei Geschäft und Malerbetrieb, Kindern, Haus und Garten nicht viel Zeit, doch zum Feiern reichte es eigentlich immer. Mit dem Schützenverein Diana (wo Betty alleine vier mal Schützenkönigin war und er mit dem Luftgewehr sogar an den deutschen Meisterschaften teilgenommen hat), dem FC Germania (wo sie bei den Gymnastikfrauen turnt und er noch bis vor Kurzem überall zu finden war, wo es Arbeit gab) und dem Musikverein 03 Ober-Roden (in dem die Kinder musizierten) sind beide Ehejubilare bis heute eng verbunden.

Alle drei Vereine haben Helmut Hunkel übrigens zum Ehrenmitglied ernannt. Doch auch ihr „Mädelskreis“ zum Kartenspielen oder sein Freundeskreis, der schon in der zweiten Klasse der Grundschule seine Wurzeln hat, sind noch heute angesagt. Das Skilaufen (auch mit der „Konkurrenz“ im Ort wie etwa Karl Gotta) war lange Zeit Entspannung pur. Inzwischen sind es mehr die kleinen Freuden im gesundheitlich machbaren Umfeld: etwa das allnachmittägliche Rommé-Spielen. „Und meistens gewinnt der Helmut – der zieht Joker über Joker!“, sagt Betty Hunkel sehr zu ihrem Leidwesen. „Früher hab ich viel Skat und Schafkopf geklopft, aber heut spielt ja kaum noch jemand“, bedauert Ehemann Helmut.

Gemeinsame Hobbys sind ihre Enkelkinder und das Feiern mit Freunden. Drum wünschen sich die Jubilare – neben Gesundheit – auch am allermeisten, dass sie im nächsten Jahr einfach ihre diamantene Hochzeit in voller Pracht nachfeiern können, dann eben zum 61. Hochzeitstag. (chz)

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