Ober-Roden

Rödermark: Start aus dem Handgelenk heraus

Mit selbst gebastelten Styropormodellen bekamen die Jugendlichen beim Start des Modellfliegers aus der Hand zunächst e inmal ein Gefühl für die Handhabung der filigranen Superleichtflieger.
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Mit selbst gebastelten Styropormodellen bekamen die Jugendlichen beim Start des Modellfliegers aus der Hand zunächst e inmal ein Gefühl für die Handhabung der filigranen Superleichtflieger.

„Über den Wolken...“ - Kreuzt ein Flugzeug über uns den Luftraum, so schauen wir fast automatisch hoch und viele von uns staunen immer wieder: Wie nur kann sich dieses schwere Objekt da oben halten? Doch auch Segelflieger oder Modellflugzeuge ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Faszination des Fliegens in jeder Form ist auch in hoch technisierten Zeiten ungebrochen. Umso erfreulicher ist es, dass der Flugmodellsportclub Rödermark (FMC) in diesem Jahr erstmals zu einem kleinen, aber feinen Ferienkurs auf den eigenen kleinen Flugplatz zwischen Waldacker und Ober-Roden einlud.

Rödermark - Zwei Vormittage lang konnten drei und vier Kinder zwischen zwölf bis 14 Jahren im Rahmen der RömKids-Ferienangebote „schnupperfliegen“ und aus erster Hand erfahren, wie sich so ein Flugzeug – egal ob aus Papier, aus Styropor oder Balsaholz oder auch die „echten“ – in der Luft halten kann.

„Wir leben hier auf dem Platz relativ zurückgezogen. Früher hatten wir immer mal eine Art Flugtag mit Buden und Ständen und vielen Zuschauern, doch das ist irgendwann eingeschlafen und in diesem Jahr nicht angebracht“, erläutert René Gruhl vom FMC. „Aber wir müssen natürlich etwas tun, um Interessierte und Mitglieder zu werben, denn wir werden alle nicht jünger.“

So wurde die schöne Idee geboren, sich bei den Ferienspielen einzubringen, und rasch weitete sich die Gruppe der Unterstützer aus dem Verein zu einer Handvoll Helfern aus. Damit hatten zumindest die erlaubten sieben Jugendlichen ihren Spaß. Allen voran die dreizehnjährige Ricarda, die keinerlei Flugerfahrung mitbrachte, aber schon nach wenigen Minuten Daniel Herzberg, Horst und Günter Kugler und René Gruhl vom FMC zum Staunen brachte.

Mit großem Geschick brachte sie allein aus dem Handgelenk heraus die ersten leichten Flugmodelle auf ihre Bahn, selbst gebastelte aus Papier, leichte Bausätze aus Styropor und auch kleine, aber feine Balsaholz-Modelle, die mit Nadeln zu guter Letzt austariert und in die Horizontale gebracht wurden.

Da konnten auch Fabian (12) und Liam (11) nur staunend zuschauen – sie waren eh mehr auf kräftigen Armzug und spektakuläre Loopings gepolt.

Warum bleibt ein Flugzeug in der Luft? „Es ist extra so gebogen, dass es oben bleibt“, kam die spontane Antwort der Flugschüler, und damit lagen sie ja auch nicht falsch.

Sie lernten viel über Leitwerke und Tragflächen, begriffen rasch, dass ein Ruder nach oben auch den Flieger himmelwärts steuert und umgekehrt ebenso. Sie erfuhren, dass die richtige Gewichtsverteilung gerade auch in Transportmaschinen eine ganz lebenswichtige Aufgabe hat, dass dies schon bei zierlichen superleichten Holzfliegern entscheidend ist, wie weit die stabilisierenden kleinen Metallstäbchen eingesteckt werden und vieles mehr. Und natürlich gab’s kleine Wettbewerbe, welche der selbst gebastelten Modelle am längsten in der Luft bleiben oder welches am weitesten fliegt. Aber das alles war nebensächlich gegenüber dem Erlebnis, endlich so eine Fernbedienung für die teilweise recht großen Modellflieger der Vereinsmitglieder in der Hand zu haben. Dank einer doppelten Steuerung kann jedes Modell vom Schüler und zugleich vom Lehrer gelenkt werden. Schrittweise kann dabei der Lehrer die Funktionen an die zweite Person übertragen und im Ernstfall dennoch eingreifen. „Sie haben wohl auch alle Spaß daran, denn sie waren am zweiten Tag schon alle lang vor dem angesetzten Termin da“, freut sich René Gruhl und verbindet damit die Hoffnung, dass die Idee des Schnupperfliegens demnächst weiter aufrecht erhalten wird und dass vielleicht doch jemand Interessiertes beim Verein „hängen bleibt“. (chz)

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