Geschichte

Rödermarks Ortsgeschichte digital: Heimat- und Geschichtsverein hat fleißig gearbeitet

Gerd Cordes, Herbert Sulzmann, Patricia Lips, Gerdi Ziegler, Bürgermeister Jörg Rotter, Winfried Hitzel und Wolfgang Müller (von links) testen das Digitalarchiv.
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Gerd Cordes, Herbert Sulzmann, Patricia Lips, Gerdi Ziegler, Bürgermeister Jörg Rotter, Winfried Hitzel und Wolfgang Müller (von links) testen das Digitalarchiv.

Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) hat tausende Fotografien und Dokumente digitalisiert. Ein Touch-Screen-Monitor im Töpfermuseum lädt zum Blättern in der Geschichte der Stadt und ihrer Menschen ein.

Urberach - Wer ganz tief ins digitale Archiv eintauchen will, braucht viel Zeit. 36 Stunden sind nötig, um das gesamte Material zu sichten. Damit das überhaupt möglich ist, gibt es im Museum jetzt W-Lan.Manches schlummert auch beim Heimat- und Geschichtsverein (HGV) in Aktenordnern oder ist nur unregelmäßig über Ausstellungen oder Publikationen zu sehen. „Das war uns zu wenig. Als ‚Historisches Gedächtnis‘ bezeichnen wir deshalb unser jüngstes Projekt: Ein Team aus den Reihen des HGV hat sich auf den Weg gemacht, nach und nach sämtliche Fotografien und Dokumente in unserem Archiv zu scannen und aufzubereiten, um sie für jeden sichtbar zu machen, aber vor allem auch für die Nachwelt digital aufzubewahren“, so die HGV-Vorsitzende Patricia Lips. Vieles ist nach Wochen und Monaten der Arbeit in diesem System hinterlegt, jedoch zielt dieses Projekt natürlich darauf ab, stetig zu wachsen.

Das Töpfermuseum wurde hierfür mit Hilfe der Stadt technisch hochgerüstet. „Das haben wir natürlich sehr gerne gemacht. Denn was der HGV hier geleistet hat, dürfte in der Region seinesgleichen suchen“, sagte Bürgermeister Jörg Rotter, als er das benutzerfreundliche digitale Rödermärker Geschichtslexikon testete. „Man könnte von einer Erweiterung des Stadtarchivs sprechen, die zudem von jedermann genutzt werden kann.“ Wann es der Öffentlichkeit zum ersten Mal zugänglich gemacht wird, darüber denken die HGV-Verantwortlichen um Patricia Lips noch nach – in Zeiten von Corona ist es nicht ganz einfach, dies zu organisieren.

Das System ist transportabel gestaltet, so dass temporär auch an anderen Orten die Möglichkeit zur Nutzung besteht. Herzstück ist ein Touch-Screen-Monitor, der es auch ohne Computer-Kenntnisse möglich macht, in der Geschichte der Stadt zu blättern, Interessantes aufzurufen und anzusehen. Von allen Ortsteilen der Stadt Rödermark können dabei Themen wie Kirchen, Vereine, Straßenansichten, Landwirtschaft, Schulen, Jahrgänge, Familien, Fastnacht, Kommune und Bürgermeister, Industrie, Handel und Gewerbe angezeigt werden.

An vielen Stellen sind nicht nur einfach beschriftete Fotografien hinterlegt worden, sondern oft ganze Chroniken oder sonstige Dokumente. Auch hier wird darauf geachtet, Motive – wo dies möglich ist – im historischen Zusammenhang darzustellen, bis in die jüngere Vergangenheit hinein. Es wurde damit ein digitales System geschaffen, das nicht nur das Erbe der Vereinsarbeit bewahrt, sondern auch das Gedächtnis der Stadt.

„In diesem Projekt werden derzeit mehr als 8 000 Bilder und Dokumente zur Schau angeboten, was insgesamt eine Betrachtungszeit von schätzungsweise mehr als 36 Stunden an einem Stück ausmachen würde“, sagt Herbert Sulzmann, der als Ansprechpartner des HGV für das Projekt zur Verfügung steht. „Zu seiner stetigen Erweiterung ist es natürlich darauf angewiesen, dass uns immer wieder Fotos oder Dokumente zur Verfügung gestellt werden. Hierfür dürfen wir uns bereits jetzt schon bedanken!“  bp

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