Demokratie an der Basis

Kinderspielstadt KiSS hat wieder rund um die Villa Kunterbunt geöffnet

+
Der Kreativität sind in der Kinderspielstadt keine Grenzen gesetzt. Hier entstehen kleine Segelboote aus Holz und Korken. -  Fotos:

Urberach - Warm war’s diesmal die ganze erste Woche und – wie es aussieht – erst recht wohl in der zweiten Woche der Kinderspielstadt, die täglich auf dem Gelände der Kita Villa Kunterbunt in Urberach ihre Tore öffnet.

Die rund 50 Kinder in der ersten Woche und rund 45 in der zweiten – wovon etwa die Hälfte während beider Wochen dabei war – , hatten bunt gemischte Wurzeln und praktizierten, wie gut man zusammenleben kann, friedlich und fröhlich, tatsächlich ohne Probleme im täglichen Miteinander. Besondere Ferienspiele erleben Kinder derzeit in der Villa Kunterbunt: die Kinderspielstadt. Das spielerische Mini-Universum mit seinen eigenen, aber festen Abläufen und täglichen Arbeits- und Freizeiten hat eigene soziale Regeln. Netzwerke und Berufe, die hier täglich neu ausgeübt werden können, gehen bis hin zu Handel und Banken. Aus dem Zahlungsmittel „Rödel“ in den ersten Zeiten vor rund 25 Jahren sind inzwischen „Kern“ als Währung geworden.

Mit Kameramann, Tontechniker, Scriptgirl und Reporterin macht sich das wechselnde Team von Kids-TV auf den Weg, um Teamer und Teilnehmer zu interviewen.

Pro Tag verdienen Kinder, die sich über das Arbeitsamt bei den möglichen freien Stellen bei Bank, Kreativwerkstatt, Holzwerkstatt, Snackbar oder dem KiSS-Videoteam anmelden, fünf Kern. Zwei davon müssen sie sofort als Steuern abgeben. Den Rest können sie – aber nur in ihrer freien Zeit – ausgeben. Wer mutig genug ist, kann neue kreative Ideen umsetzen und Start-up-Unternehmen gründen. Für ihre Kinderspielstadt KiSS sind die Kinder selbst verantwortlich. Dahinter stehen allerdings knapp 20 Betreuerinnen und Betreuer, weitgehend vom städtischen Fachbereich Jugend, die wie etwa Stephanie Grabs und Jens Müller schon viele Spielstädte mit Spaß und Erfolg geleitet haben.

Auch die Mehrzahl der Teamer bringen lange Erfahrung mit. Doch sie alle agieren im Hintergrund. War der Wunsch, aus ihren Reihen Bürgermeister und auch Stadträte zu wählen und damit ihre Stadt zu strukturieren, bei den Teilnehmern in früheren Jahren ganz vordergründig, so interessiert das diesmal kaum.

In der ersten Woche gab’s gar kein Stadtoberhaupt und es klappte dennoch gut. Darüber sollte vielleicht einmal im wahren Leben nachgedacht werden.

So können Eltern das kindliche Selbstbewusstsein stärken

In der Holzwerkstatt werden die Teilnehmer vertraut im Umgang mit Laubsäge, Hammer, Pinsel und Leim.

Kinder wie Betreuer genießen das große und dennoch in sich geschlossene Gelände, auf dem die Spielstadt seit letztem Jahr zu Gast ist. „Und da wir in diesem Jahr wieder hier unsere Stadt eröffnen durften, scheint wohl alles geklappt zu haben“, freut sich Sozialpädagoge Jens Müller. Der neu eröffnete Wasserspielplatz auf dem Gelände vor der Villa Kunterbunt kann in der Freizeit mit genutzt werden, sobald ein Teamer im Blickfeld dabei ist.

Wasser tut gut, denn es ist wirklich warm in der Kinderspielstadt – am Montag platzte mit einem Knall sehr lautstark ohne fremdes Eingreifen sogar der Reifen am Fahrrad eines Teilnehmers – vielleicht eine gute Anregung, eine Fahrradwerkstatt auf dem KiSS-Gelände zu eröffnen. Wer sich selbst ein Bild von der Stadt in der Stadt machen möchte, ist heute Nachmittag herzlich zu KiSS eingeladen. Dann präsentieren die Teilnehmer ihre Projekte, ihre fertigen Basteleien werden verkauft und manches mehr vorgestellt. So auch die Filme des Kids-TV der letzten zwei Wochen. (chz)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare