Georg Sieber tot

Rödermark verliert ein Original

Ober-Roden - Rödermark und seine Nachbarstädte sind um ein Original ärmer. Joe – unter seinem bürgerlichen Namen Georg Sieber kannten ihn nur die engsten Angehörigen – ist tot.

Der Mann mit der Jogi-Löw-Frisur starb am Sonntag im Alter von 70 Jahren. Er wird am Montag, 10. September, um 13.30 Uhr auf dem Ober-Röder Friedhof beigesetzt.

Es gibt kaum ein Konzert in Ober-Roden und Urberach, bei dem Joe nicht vor oder auf der Bühne stand und seine Spielzeuggitarre zupfte oder Luftgitarre spielte. Die „Rodgau Monotones“ haben ihm das Lied „Joe, ey Joe“ gewidmet. Er sei ein ganz besonderer Popstar, heißt es im Text, der den Zuhörern nach Joes Tod einen dicken Kloß in den Hals drücken dürfte. Denn wenn die „Monotones“ singen „Hundertmal ham sie hinter deinem Rücken gelacht und dir dann gönnerhaft ein Bier ausgegeben“, fühlt sich mancher Festzeltbesucher ertappt.

Joe's Anderssein wurde von vielen belächelt. Bei anderen kam ein mulmiges Gefühl auf, wenn er sie ansprach und zutextete, wie eine Leserin gestern uns gegenüber zugab.

In Dietzenbach hieß Georg Sieber nur der „Toommarkt-Joe“, weil er auf dem Parkplatz die Einkaufswagen zusammenschob. Joe lebte Anfang der 2000er Jahre einige Zeit in der Nachbarstadt, nachdem das Haus in der Glockengasse, in dem er wohnte, während einer Silvesternacht völlig ausbrannte. Eine Rakete hatte den Großbrand ausgelöst. Der Verlust war eine von vielen Prüfungen, die Joe während seines Lebens bestehen musste. (lö)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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