Engagement in Urberach

Wegen Corona mehr Umweltferkel: Umweltfreunde Rödermark ziehen nach ihrem ersten Jahr Bilanz

Zwischen zehn und zwölf engagierte Bürger treffen sich vierzehntägig samstags vormittags am Badehaus, um dann in kleinen Gruppen anderer Dreckferkel Müll wegzuräumen.
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Zwischen zehn und zwölf engagierte Bürger treffen sich vierzehntägig samstags vormittags am Badehaus, um dann in kleinen Gruppen anderer Dreckferkel Müll wegzuräumen.

Der erste Geburtstag ist für Eltern kleiner Kinder ein besonderes Fest. Aber auch für die „Umweltfreunde Rödermark“ und ihre Sprecher Michael Ihm und Nicole Rauschenberger ist dieser Tag etwas Besonderes.

Urberach – Der erste Geburtstag ist für Eltern kleiner Kinder ein besonderes Fest. Aber auch die „Umweltfreunde Rödermark“ und ihre Sprecher Michael Ihm und Nicole Rauschenberger ist dieser Tag etwas Besonderes. Sie hatten wohl nicht erwartet, nach einem Jahr immer noch gleichermaßen aktiv sein und ihren unordentlichen und gedankenlosen Mitmenschen den Dreck hinterher räumen zu müssen.

Sie hatten aber auch nicht mit Corona gerechnet. Die Pandemie hatte sie in ihrem 14-tägigen „Nebenjob“ für eine sauberere Umwelt rigide unterbrochen oder sie notgedrungen zu Einzelkämpfern gemacht. Doch das änderte in der Gruppe nichts – auch jetzt kommen jeden zweiten Samstag wieder etwa zehn bis zwölf fleißige Helfer, um in kleinen Gruppen Rödermark zu durchkämmen und den Müll Anderer einzusammeln.

Sie sind nicht mehr geworden, aber sie sind über fast alle Altersgruppen verteilt, das macht Hoffnung auf die Zukunft. Wohl aber hat sich an der Umwelt etwas geändert: In Coronazeiten ist der Müll eindeutig mehr geworden. Gerade in Grünanlagen oder im Wald etwa entsorgte Umweltferkel zunehmend ihre Mülltüten, die sie wohl zuhause nicht mehr in ihre Tonne bekamen – mehr Zeit zuhause verbringen hieß eindeutig auch mehr Abfall produzieren. Das hat nun hoffentlich ein Ende, wünschen sich die Umweltschützer.

Seit 2019 bis zur Zwangspause sammelten sie etwa zweieinhalb Tonnen Müll ein, „zwischen einem und 500 Kilogramm pro Sammeltermin“, im Schnitt aber etwa 200 Kilo. Die genauen Sammelergebnisse, die jedes Mal grob gewogen werden, finden sich online unter https://www.rm-news.de/?p=113365. Zum ersten Geburtstag wünschen sich die Umweltfreunde noch mehr städtischen Einsatz, etwa mit mehr Mülleimern und häufigerer Leerung, mehr Bewusstsein bei den Bürgern und dadurch weniger Unrat in der Landschaft, und – wenn"s schon nicht anders geht – mehr Helfern, die alle zwei Wochen ein paar Stunden lang diese sinnvolle Arbeit unterstützen. „Weil wir gemerkt haben, dass die jährlich einmalige städtische Aktion für ein sauberes Rödermark einfach nicht ausreicht“, erläutert Michael Ihm und freut sich, dass die Gruppe mittlerweile unter anderem von der Stadt, aber auch von Parteien und Privatleuten unterstützt wird. Weitere Infos und Kontakte gibt’s unter umweltfreunderoedermark@gmx.de. (chz)

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