Spirale als Symbol des Miteinanders

Auch in Rödermark: Weltweites Gebet für Frieden, Versöhnung und Liebe

Eine neue Gruppe um Claudia Kaiser gestaltete die Andacht in Ober-Roden.
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Eine neue Gruppe um Claudia Kaiser gestaltete die Andacht in Ober-Roden.

Der erste Freitag im März steht in christlichen Gemeinden vieler Länder im Zeichen des Weltgebetstags, auch in Ober-Roden und Urberach. Frauen eines Landes gestalten die Gottesdienstordnung und bringen darin ihre Sorgen und Nöte zu Gehör.

Rödermark – Simbabwe war es in diesem Jahr, ein reiches afrikanisches Land mit vielen Bodenschätzen und wunderbaren Naturparks, mit den Viktoria-Wasserfällen und vergleichsweise wenig Malaria. In scharfem Kontrast dazu steht die politische und wirtschaftliche Situation: Hyperinflation, Militärputsch, dramatische Wirtschaftskrise, Wahlbetrug, Verschuldung.

In Simbabwe sagt man: „Frauen kämpfen auf den Knien“ – also durch ihr Gebet. Oft sind sie auch durch die „traditionellen“ Männerrechte zu Boden gedrückt. Der Bibeltext für diesen Weltgebetstag macht ihnen Mut: „Steh auf und geh“, heißt es in der Bibel bei Johannes 5, Vers 8.

Die ökumenischen Vorbereitungskreise in Ober-Roden und in Urberach stellten in ihren Andachten die Briefe einiger Frauen aus Simbabwe in den Mittelpunkt, in denen sie ihr Leben beschrieben und ihre Sorgen und Nöte den Menschen weltweit vermittelten.

In der evangelischen Kirche Ober-Roden hat sich eine neue ökumenische Gruppe gebildet, um diese weltweite Verbundenheit nicht zu unterbrechen, nachdem die langjährige Vorbereitungsgruppe 2019 ihren letzten Gottesdienst gestaltet hatte.

Menschen jeglichen Glaubens waren zu einer Andacht eingeladen, die aus Teilen der vorbereiteten weltweiten Liturgie bestand, begleitet von Carmen Löhr an der Gitarre und einer kleinen Gesangsgruppe. Im Mittelteil wurde in einem Zwiegespräch die Situation der Frauen in Simbabwe, vor allem der Christinnen, vorgestellt. „Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Frauen selbstbestimmt leben können“, wünschten sich die südafrikanischen Frauen auf dem Weg über die weltweit gelesenen Texte.

Mit Gerichten nach Rezepten aus Simbabwe verköstigten die Frauen der Weltgebetstagsgruppe in Urberach ihre Gäste nach dem Gottesdienst.

In der Petruskirche Urberach waren es bekannte und weniger bekannte Gesichter, die den Gottesdienst intensiv vorbereitet und anschließend ins Gemeindehaus zu einem Imbiss mit Rezepten aus Simbabwe eingeladen hatten. Ein Gitarrenkreis unter Begleitung von zwei Querflöten und zweier Sängerinnen brachte afrikanischen Rhythmus in die Kirche. Für das abrundende Beisammensein hatten die Frauen Auberginen-Kartoffel-Auflauf, gebratenen Reis und vieles Landestypische mehr gekocht und das Gemeindehaus liebevoll dekoriert. Im Mittelpunkt stand eine bunte Spirale in den Landesfarben von Simbabwe, die das Miteinander in diesem Land und im Gottesdienst auch weltweit symbolisiert.

„Wir sind mit zehn Frauen in die Vorbereitung eingestiegen, sind jetzt aber krankheitsbedingt nur noch sieben, darunter nur ein katholisches Teammitglied“, bedauerten die Frauen in der Petruskirche. Sie wünschen sich fürs nächste Jahr Verstärkung, können sich aber auch eine Zusammenarbeit zumindest in der Vorbereitung mit der Ober-Röder Gruppe vorstellen. Eine Zusammenlegung beider Kreise ist derzeit eher unwahrscheinlich. Jedes Team möchte gern im eigenen Ort bleiben – auch aus der Befürchtung heraus, dass bei einer gemeinsamen Feier zu wenig Gottesdienstbesucher in den anderen Stadtteil fahren würden. „Wir machen in diesem Jahr ja nur ‚Weltgebetstag light‘“, erläuterten die Ober-Röder Frauen und machten klar, dass sie Verstärkung brauchen, um weiterzumachen.

VON CHRISTINE ZIESECKE

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