Oldtimer sind Herzensangelegenheit

Rödermark: Werner Gotta liebt VW-Busse

Werner Gotta (Rödermark/Ober-Roden) steht vor einem VW-Bus, Baujahr 1970, und einem alten traktor
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Zwei Lufties auf einer Wiese in Rödermark: Diese luftgekühlten Gefährte sind Werner Gottas ganzer Stolz und sollen bei ihm das Gnadenbrot bekommen.

Vier teils betagte VW-Busse unterschiedlichsten Alters stehen auf dem Grundstück von Werner Gotta und seiner Familie in Rödermark. Aber es ist nicht nur eine Sammlung zum Anschauen – nein, die Autos sind auch heute noch Fortbewegungsmittel.

Rödermark - Der Steckbrief eines eingefleischten VW-Fans sieht so aus: geboren 1961 im dem Haus in der Neckarstraße, in dem er heute noch lebt, Vater („Karlsche-Karlsche“) und Mutter klassische Ober-Röder. Und sein Herz schlug schon immer für VW-Busse. Eigentlich liebte er den VW-Käfer, aber der Bus war doch einfach praktischer.

Der gelernte Elektriker, der schon lange Haustechniker bei einer Krankenkasse in Offenbach ist, kaufte den ersten – damals roten – VW-Bus 1993, als seine Frau Sabine hochschwanger war. Sie war zunächst wahrlich nicht begeistert, lernte aber bald zu schätzen, dass sie (damals noch) zwei Kinder im Trockenen einladen und Lebensmittel und vor allem den Kinderwagen problemlos verstauen konnte.

Diesen T2a (Baujahr Dezember 1970) gibt’s heute noch. Derzeit fährt er – saisonbedingt im Wechsel mit Surfbrett oder Kanu auf dem Dachträger – „durchs Ort“: „Weil die Farbe so schön passt“, freut sich der stets gut gelaunte Besitzer. Denn zu Wasser lässt man dieses Boot besser nicht mehr.

Dass der damals gebraucht gekaufte längst ein „H“-Kennzeichen für Oldtimer mit mehr als 30 Jahren Laufzeit verdient hätte, interessiert Werner Gotta nicht die Bohne. Denn dann müsste er ja sein wirklich historisches Nummernschild DI-X 86 aufgeben!

Weitere Besonderheiten: Der Rote ist ein Boxer (ein Mehrzylinder-Hubkolbenmotor), der Blinker sitzt knapp über der Stoßstange, und die verdient ihren Namen noch. Zudem ist das Auto ein „Clipper“, also ausgestattet für acht Personen, was nicht nur den drei Söhnen sehr entgegenkommt.

Doch die Bus-Geschichte der Gottas geht noch weiter. Da gab"s einen blauen T4, der mittlerweile wieder die Familie verlassen hat, ebenso ein schwarzer T4. Ihnen folgte erst ein steingrauer, danach ein brauner T5-Multivan – der Familienwagen, der vor allem von Sabine Gotta gefahren wird. Im Familienbesitz ist auch ein weißer „Gemüsebus“, der so heißt, weil Tante Marianne Tüncher lange Zeit damit ihr Gemüse ausfuhr. Auch ein brauner T3 Westfalia Synchro, ein Allrad-Camper, gehört zur Großfamilie: „Der heißt Synchro, weil er dort stecken bleibt, wo Andere gar nicht erst hinkommen!“

Werner Gotta hat sie alle in seiner Familie längst überzeugt: „Das ist halt unser Spleen!“ Und das ist gut so, denn „wenn die Frau nicht mitspielt, ginge das alles nicht!“ So aber werden die Gotta-Bullys auch dank der Kupplung und dem passenden Anhänger von Freunden und Bekannten „missbraucht“ zum Transport von Kompost bis Bauschutt.

„Der Rote darf alles fahren, wird aber geschont und alltagsgepflegt“, lässt Werner Gotta keinen seiner Lieblinge verkommen, und alle sind unverkäuflich. Und dann gibt’s für die ganz groben Arbeiten auch noch den Bulldog aus dem Baujahr 1965, ebenso luftgekühlt wie der rote T2a. Den Traktor hat Werner Gotta vor 13 Jahren vom Großonkel Josef gekauft. Mit ihm macht er Holz und oder schleppt jedes Jahr den wuchtigen Christbaum in die Nazarius-Kirche.

Gut, wenn man da drei gute Freunde hat, von denen einer schweißen kann, einer sich mit Unterboden-Kosmetik auskennt und der dritte einen Stellplatz übrig hat. Und gut, wenn man eine getreue Familie hat, wo einem schon mal auf Anruf jemand eine Abschleppstange vorbeibringt. Für den Notfall allerdings ist Familie Gotta Mitglied beim ADAC. Man weiß ja nie...

Werner Gotta richtet den Blick nach vorne: „VW hat eine Studie zu einem E-Bus herausgebracht. Wenn der auf die Welt kommt, gucke ich mir den an! Aber wenn überhaupt, dann nur zum Leasen und nicht zum Kaufen – dafür ist er dann noch zu anfällig.“

Doch mit diesen großen VW-Bussen ist"s bei Familie Gotta nicht getan. Dazu kommen rund 700 weitere VW-Busse – im Maßstab 1:18 oder 1:24, Miniaturmodelle jeder Art und Farbe. Und natürlich sieben T-Shirts mit Bus-Aufdruck, und... na ja, halt alles, was man so als Familie mit so einem schönen Spleen hat. (Christine Ziesecke)

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