Nur mit Eintrittskarte und Abstand

Wieder Gottesdienste in Zeiten der Corona-Pandemie

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Nur 40 Besucher dürfen derzeit an den Gottesdiensten im „Rodgaudom“ teilnehmen. Grüne Zettel weisen ihnen den rechten Platz. 

In der Gemeinde St. Nazarius finden wieder Gottesdienste statt. Die Bedinungen sind andere, als vor der Pandemie.

Ober-Roden – „Gottesdienstschein zum Besuch der Messe in St. Nazarius am Samstag, 16. Mai 2020, um 17. 30 Uhr“ – dies ist das Wundermittel, das zum ersten quasi-öffentlichen Gottesdienst in St. Nazarius in Zeiten von Corona notwendig war – sonst gab es keinen Einlass.  40 Stück mit Namen und Adresse wurden ausgegeben; grüne Zettel wiesen in der Pfarrkirche die wohlverteilten Plätze an. Ab Montagmorgen konnten diese Zettel im Pfarrbüro beantragt werden, „und schon mittags waren sie vergriffen“, erinnert sich Pfarrsekretärin Susanne Ruß. Die Bitte „Können Sie mich für die nächsten Wochen auch gleich eintragen?“, konnte sie nicht erfüllen – alle sollen die gleiche Chance haben.

Die Berechtigungsscheine wurden jedem der ersten 40 Anrufer in den Briefkasten geworfen, womit die Listenführung während des Gottesdienstes entfällt – die Adressen sind für eine eventuell notwendige Nachverfolgung im Büro vermerkt.

Der Schein ist nicht übertragbar – wer letztlich nicht teilnehmen kann, hat Pech gehabt. Kontrolliert werden die Scheine an der Eingangstür neben dem Kirchgarten; anschließend hilft eine Pfarrgemeinderätin beim Desinfizieren der Hände. Das gilt an diesem Abend auch für Beate und Gisbert Bilek, die in der Messe den Dank für ihre Goldene Hochzeit einschließen und mit ihren Kindern zu Gast sind – mehr Gottesdienstbesucher konnten auch sie nicht mitbringen. Durch den mit rot-weißen Flatterbändern gesperrten Mittelgang konnten sie ihre Plätze nicht einnehmen – auch sie mussten über die Außengänge ihre Sitze in der ersten Reihe aufsuchen.

Händedesinfektion ist Pflicht, ebenso wie der Berechtigungsschein zum Gottesdienstbesuch. 

In der Kirche, so verweisen die freundlichen Pfarrgemeinderäte (PGR) am Eingang, können die Besucher ihren Mund-Nasen-Schutz abnehmen, im kleinen Rahmen darf auch mitgesungen werden. Auch für den Organisten Michael Keck auf der Empore ist es merkwürdig, den kraftvollen Gesang einer vollen Kirche zu vermissen. „Doch es kann auch so sehr festlich sein“, bescheinigt PGR-Mitglied Susanne Kraus. „In der vergangenen Woche, als die Kirche noch nicht geöffnet war, haben wir die Lieder teilweise mitgesprochen – das war durchaus berührend.“

Die Kollekte kann in diesen Wochen nun am Ausgang ohne zwischenmenschliche Berührungen gespendet werden; das Verlassen der Kirche ist nur zur Frankfurter Straße hin möglich. Am Himmelfahrtstag und am nächsten Wochenende werden voraussichtlich die gleichen Bedingungen gelten. Die telefonische Anmeldung für den Festgottesdienst am Himmelfahrtstag um 10 Uhr ist bereits erfolgt. Heute, Montag, startet die Bereitstellung der Plätze für die Messe am Sonntag, 24. Mai, um 10.30 Uhr. Kontakt: Pfarrbüro St. Nazarius,  06074 94035.

VON CHRISTINE ZIESECKE

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