Das Schiller-Haus in Urberach verbindet Generationen und Kulturen

Rödermark: Zehn Jahre Quartierszentrum

Zwei wichtige Köpfe im Schiller-Haus: Quartiersmanagerin Antje Treichler neben einer Büste des Namenspatrons.
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Zwei wichtige Köpfe im Schiller-Haus: Quartiersmanagerin Antje Treichler neben einer Büste des Namenspatrons.

Grund zum Feiern hat das Schiller-Haus in Urberach: Das Quartierszentrum ist zehn Jahre alt. Bunte Luftballons mit guten Wünschen stiegen in den Frühlingshimmel über der Schillerstraße. Ein rauschendes Geburtstagsfest war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Bürgermeister Jörg Rotter: „Aber vielleicht holen wir das Feiern ja noch nach.“

Urberach - Am 19. März 2011 wurde mitten im Seewaldgebiet in Urberachs Norden das Stadtteilzentrum Schiller-Haus eröffnet, um Menschen verschiedenster Kulturen, Religionen und jeden Alters und sozialen Gefüges anzusprechen. „Seit seiner Eröffnung steht das Schiller-Haus allen Menschen im Quartier für Beratungen, Treffs, Informationsveranstaltungen sowie Kultur- und Freizeitaktivitäten offen und bietet somit vielfältige Möglichkeiten der Teilhabe und Begegnungen“, freut sich Erste Stadträtin Andrea Schülner. „Die Angebote wurden von Anfang an kontinuierlich erweitert und an die Bedürfnisse der Anwohnerinnen angepasst.“

Zu den regelmäßigen Angeboten gehören offene Treffs für Kinder und Jugendliche ebenso wie Kaffeenachmittage für Ältere. Hinzu kommen interkulturelle und frauenspezifische Angebote wie Frauendisco, Café-Treff, Koordinationstreffen mit den Integrationsloten und die Wanderküche. Ü50-Discos brachten viele in Schwung, die sonst kaum Möglichkeiten gehabt hätten. Im Jahr 2017 wurde das Haus ins Bundesprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ aufgenommen. Dadurch wurde die Familienbildung verstärkt gefördert.

Neue Angebote in der Corona-Zeit auch in Rödermark

Die Corona-Situation hat neue Ideen hervorgebracht, unter anderem ein Social-Media-Angebot der Jugendabteilung, das auch in kontaktarmen Zeiten ein gewisses Miteinander ermöglicht. Für die Frauen fanden im Sommer wöchentliche Spaziergänge statt, die überraschend gut angenommen wurden.

Viele Bewohner aus dem Seewald haben im Stadtteilzentrum Kontakt und Hilfe gefunden. Eine kleine Online-Galerie mit Fotos aus zehn Jahren gibt einen Einblick in die Vielfalt der Aktivitäten.

Feiern geht zurzeit nicht, auch wenn es vielen Menschen ein Bedürfnis gewesen wäre, allen voran dem geistigen Vater des Schiller-Hauses, dem früheren Bürgermeister Roland Kern, sowie der langjährigen Quartiersmanagerin Makbule Firat, die aus gesundheitlichen Gründen im vorletzten Jahr aufhören musste.

Antje Treichler ist neue Quartiersmanagerin im Schiller-Haus Rödermark

Seit Juli 2020 ist nun die 50-jährige Rodgauerin Antje Treichler die gute Seele im Quartierszentrum. Sie hat Germanistik, Soziologie und Kulturanthropologie studiert und sitzt damit genau an der richtigen multikulturellen Stelle. „Natürlich können wir derzeit wenige Veranstaltungen vor Ort anbieten. Wir müssen versuchen, die Menschen auf anderem Wege zu erreichen, wozu das kleine Geburtstagsfest auch ein Beitrag sein soll, damit wir uns nicht aus den Augen verlieren.“ Nicht zuletzt über die sozialen Medien wie Instagram hält sie Kontakt.

Das Schiller-Haus ist auch auf anderen Wegen erreichbar - per E-Mail (schillerhaus@roedermark.de) und Telefon (06074 3101210).

„Die Herausforderung liegt darin, die Menschen trotz der Lage bei ihren Wünschen und Problemen zu erreichen, auch mit Bildungsangeboten im kleinen Rahmen etwa. Da haben wir teilweise bei so wenigen möglichen Teilnehmern eine 1:1-Betreuung, aber das ist gut so. Wir müssen einfach kreative Wege finden.“ Einer davon war das kleine Geburtstagsfest mit Luftballons, die mit guten Wünschen in den blauen Himmel stiegen, mit dankenden und motivierenden Worten von Bürgermeister Jörg Rotter und der Ersten Stadträtin Andrea Schülner, mit frischen Muffins und mit der Möglichkeit, sich mit Namensgeber Friedrich Schiller zu zeigen – alles hygienegerecht und mit einem weinenden Auge im Blick darauf, was für ein geselliges Fest das hätte werden können. „Aber vielleicht holen wir das Feiern ja noch nach“, versprach der Rathauschef.

Die Sonne strahlte mit den weißen Masken um die Wette, als die Feiernden ihre Ballons aufsteigen ließen.

(Von Christine Ziesecke)

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