Generell stuft die Kriminalstatistik der Polizei Rödermark aber als äußerst sicher ein

Ziemlich dreist: Dieb beklaut schlafende Altenheimbewohner

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In Rödermark und Dietzenbach dringt ein Tatverdächtiger nachts in Altenheime ein, um die Einwohner zu beklauen.

Rödermark ist für die Polizei nach wie vor kein Sorgenkind. Im Gegenteil: Unter den größeren Städten im Landkreis Offenbach ist die Stadt – was die Kriminalitätsbelastung betrifft – am wenigsten auffällig.

Rödermark - Über die gute Sicherheitslage und diverse Zahlen aus der Kriminalstatistik 2018 tauschten sich jetzt die Chefs der Polizeistation Dietzenbach, Erster Polizeihauptkommissar Klaus Hofmann und Erster Kriminalhauptkommissar Michael Berkefeld mit dem künftigen Bürgermeister Jörg Rotter aus.

Auf der Wache in Dietzenbach hörte Rotter, dass die Aufklärungsquote in Rödermark im Zehnjahresschnitt immerhin auf Platz zwei im Bezirk des Polizeipräsidiums Südosthessen liege. Zwar waren im vergangenen Jahr 120 Straftaten (975 insgesamt) mehr als 2017 registriert worden. Allein 50 davon entfallen aber auf ein Sammeldelikt mit Kreditbetrug.

Sicherungsmaßnahmen sind wirkungsvoll

Es gab im Berichtszeitraum kein einziges Tötungsdelikt, keinen einzigen Banküberfall und keinen einzigen Handtaschenraub. Keine Rolle mehr gespielt haben 2018 – im Gegensatz zu den Vorjahren – Banden aus Osteuropa, die bevorzugt teure BMW regelrecht ausgeweidet hatten.

Die Zahl der Diebstähle in/aus der Wohnung (37) und der Tageswohnungseinbrüche (14) hält die Polizei für „nach wie vor niedrig“. Zumal in fast 50 Prozent der Fälle die Taten im Versuch stecken blieben.

Die Einbrecher kamen nicht in die Objekte hinein. Entweder weil sie von Zeugen überrascht wurden oder weil Sicherungsmaßnahmen dies verhinderten.

Markant waren allerdings bestimmte Ziele einer kreisweit aktiven Tätergruppe von vier Personen. Sie stiegen in Kitas ein. Dort suchten sie gezielt in den Büros der Kitaleitung nach Bargeld. „Die Laptops blieben immer liegen“, nannte Rotter ein Detail. Die Diebe sind gefasst.

Dreckige Masche im Altersheim

Noch auf freiem Fuß ist hingegen ein dringend Tatverdächtiger, der eine besonders dreckige Masche fährt. In Rödermark und Dietzenbach dringt er in Altenheimen nachts in die Zimmer meist dementer oder schwer bettlägeriger Bewohner ein und stiehlt aus deren Nachtschränken Minimalbeträge an Bargeld. Der Mann – ein ehemaliger Pflegeheimmitarbeiter, der irgendwie noch Schlüssel zurückbehalten hatte – ist der Polizei bekannt. Berkefeld zufolge reichen die ihm bisher zur Last gelegten Straftaten aber derzeit noch nicht für einen Untersuchungshaftbefehl aus. Berkefeld lobte in diesem Zusammenhang das Engagement seiner Kollegen, die in dem Fall teils nächtelang verdeckt ermittelt haben.

Was gibt es noch Neues bei der Zusammenarbeit Stadt/Polizei? Die Stadt hatte im vergangenen Herbst zwei zusätzliche Ordnungspolizisten eingestellt. Inzwischen gab es gemeinsame Streifengänge und Gaststättenkontrollen. Bei einer dieser Aktionen war auch der Zoll mit im Boot. Gezielt wurden Shisha-Bars besucht, die zumindest in Ober-Roden zunehmend das Wohnumfeld stören. „Wir haben etliche Kilo Tabak aus steuerrechtlichen Gründen sichergestellt“, schildert Hofmann ein Ergebnis der Gemeinschaftsarbeit.

Sicherheitsinitiative "Kompass"

Um Jugendliche sowie Dreck und Lärm kümmert sich hingegen ganz neu ein Dietzenbacher Polizeikollege zusammen mit der städtischen Jugendarbeit. „Hierbei geht es in erster Linie um vorbeugende Ansprache.“

Überdies nimmt die Stadt weiterhin an der Sicherheitsinitiative „KOMPASS“ des Landes Hessen teil. „KOMPASS“ (KOMMunal-ProgrAmmSicherheitsSiegel) soll die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen weiterentwickeln. Ziel ist unter anderem, dass Rödermark einen Schutzmann vor Ort bekommt – als weiteres Bindeglied zwischen Bürger, Polizei und Stadt.

VON BERNHARD PELKA

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