Kern kämpft um „Ringmaster“

Rödermark (lö) - Ausgerechnet im zehnten Jahr steckt „Ringmaster“ in einer Existenzkrise. Dietzenbach will aus dem gemeinsam mit Rödermark betriebenen Telefonsystem, das Bürger vor Ganoven warnt, aussteigen.

Bürgermeister Roland Kern kämpft mit Argumenten und Formalien für „Ringmaster“, das Rödermark 2002 als eine der ersten hessischen Kommunen eingeführt hatte. Der Computer steht bei der Polizei in Dietzenbach, die das System mit Informationen füttert.

Beide Städte hätten 2006 eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, eine Kündigung könne nur in beiderseitigem Einvernehmen erfolgen, erläutert Kern den formalen Aspekt. Doch er hofft, Dietzenbach auch mit Argumenten bei der Stange halten zu können. Das Ordnungsamt habe diese Woche im Magistrat erläutert, wie „Ringmaster“ optimiert und weiter verbreitet werde kann. Fachdienstleiter Manfred Pauschert will auch Heusenstamm, Dreieich und Neu-Isenburg einbeziehen, um die Kosten zu drücken.

Dietzenbach will die 5172 Euro sparen 

Die beliefen sich 2010 auf überschaubare 10. 345 Euro, die Rödermark und Dietzenbach zu gleichen Teilen aufbringen. Diese 5 172 Euro wollen CDU, SPD, Grüne und Bürgerliste in Dietzenbach sparen.

„Wir erachten eine Fortführung für sinnvoll“, sagte Kern. In dieser Einschätzung habe ihn am Dienstagabend Roland Ullmann, der Präsident des Polizeipräsidiums Südosthessen, bestätigt. „Ringmaster“ sei ein Teil der Verbrechensvorbeugung. Den Erfolg dieser Kriminalprävention könne man nicht mit Zahlen messen, ergänzt auch Wolfgang Schaefer vom Verein „Bürger für Sicherheit in Rödermark“. Dessen Vorgänger „Nachbarn schützen Nachbarn“ hatte seit dem Jahr 2000 für die warnende Telefonkette geworben. Wenn mit einem Rundruf auch nur ein Betrug verhindert werde, sei das ein Erfolg.

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Nein zu Ringmaster

In Rödermark sind laut Schaefer
1 970 Haushalte an „Ringmaster“ angeschlossen, in Dietzenbach etwa 1 500. Elfmal klingelte nach Auskunft von Klaus-Peter Daube, dem Leiter der Polizeistation Dietzenbach im vergangenen Jahr das Telefon. Die Beamten wiesen zum Beispiel auf angebliche Gewinnspielveranstalter hin, die Kontonummern oder Geheimzahlen ausspähen wollten, auf windige Handwerker, die an der Haustür auf zweifelhafte Geschäfte drängten.

Rubriklistenbild: © dpa

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