ÖPNV

Verlängerung der S1: SPD fordert Schnellbus Richtung Dieburg

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So mögen’s Pendler: Die S1 hält in Ober-Roden, und drei Buslinien garantieren vernünftige Anschlüsse. Was morgens gegen halb zehn funktioniert, bleibt zu anderen Zeiten ein Wunschtraum. Die SPD will deshalb die S-Bahn mit einer Schnellbuslinie Richtung Dieburg verlängern.

Ein Schnellbus von Ober-Roden nach Dieburg und weiter in den Odenwald löst mehrere Probleme auf einen Schlag: Der Verkehr auf der B 45 wird weniger, der Parkdruck rund um den Bahnhof lässt nach, Fahrgäste der S 1 hätten immer gute Verbindungen nach Süden.

Ober-Roden – So optimistisch sieht jedenfalls die SPD die Vorteile einer neuen Buslinie, die die S 1 auf der Straße verlängern soll. Natürlich wäre – nicht nur – den Genossen der zweigleisige Weiterbau der S 1 nach Dieburg lieber. Das haben Fachleute schon vor Jahrzehnten vorgeschlagen, doch die Linie endet in Ober-Roden. Der Weiterbau wäre aber wieder eine Frage von Jahrzehnten.

„Da die Transportkette hier unterbrochen wird, kann der Öffentliche Personennahverkehr diese Verkehrszunahme nur bedingt oder gar nicht auffangen. Die Buslinien 674 und 679 bieten nur für wenige S 1-Ankünfte und S 1-Abfahrten akzeptable Anschlussfahrten“, kritisiert der SPD-Stadtverordnete Hidir Karademir. Daher solle der Magistrat mit allen Nachbarkommunen, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) über die „schnellstmögliche Einführung einer Buslinie verhandeln“.

Rödermark S1: Vorstoß geht den Parteien zu weit

Allen anderen Parteien geht dieser Vorstoß zu weit. Die sind sich mit der SPD zwar darin einig, dass nur eine „grundsätzliche Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in Richtung Dieburg“ die Probleme löst. Doch von da an gehen die Meinungen auseinander. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Tobias Kruger verweist auf die mittlerweile eingestellten Rödermark-Buslinien: „Wir haben zwei Jahre keine guten Erfahrungen mit leeren Bussen gemacht!“

Kruger will zuerst die „elende Tarifgrenze“ zwischen den Kreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg abschaffen. Teure Fahrkarten sind ein Grund, warum viele Pendler aus Eppertshausen, Münster und Dieburg ihre Autos in Ober-Röder Seitenstraßen parken und nicht daheim in die Dreieichbahn steigen – so die Anschlüsse stimmen. Positive Signale für einen solchen Zwischentarif will Kruger bei einer Anhörung von KVG-Geschäftsführer Andreas Maatz im Bauausschuss vernommen haben.

S1 Rödermark: Verringerung der Wartezeiten

Schritt Nummer zwei soll eine Verringerung der Wartezeiten in Ober-Roden durch bessere Takte zwischen Bussen, Dreieich- und S-Bahn sein. Erst dann kommt eine „ergänzende Buslinie zur Abdeckung von Taktungslücken Richtung Dieburg“. Einen Parallelverkehr wollen FDP, CDU, AL und Freie Wähler vermeiden. Denn dafür gibt’s keine Zuschüsse.

Nach Ansicht der SPD ist das nicht einmal halbherzig. Karademir: „Der FDP-Vorschlag verschiebt eine Lösung um 20 bis 30 Jahre. Die Diskussion geht an der Rödermärker Staufraktion vorbei!“

VON MICHAEL LÖW

Bei einem Unfall in Rödermark sind zwei Menschen gestorben. Die Ursache und die Identität der Beifahrerin geben der Polizei Rätsel auf. Außerdem macht die Linie S2 mal wieder Ärger: Die Beschwerdeliste ist groß.

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