15. Geburtstag

50. Urberacher Premiere: Schauspieler lassen Zahlen sprechen

Rund 45 Plätze gibt"s im Wohnzimmertheater Nedelmann. Foto: Privat/Andreas Stirnberg

Im Herbst 2004 spielten Friederike und Oliver Nedelmann erstmals in ihrem Wohnzimmer Theater. Anfangs belächelt, sind sie einer der Fixpunkte in Rödermärker Kulturleben. Zum 15. Geburtstag bringen sie ihre 50. Urberacher Premiere auf die Bühne. 

Urberach – 15, 2, 1, 0: Das sind die derzeit wichtigsten Zahlen für Friederike und Oliver Nedelmann. 15 Jahre in der ehemaligen T & N-Zentrale, 2 Schauspieler, 1 Wohnzimmer, 0 Euro Subventionen. Was jahrzehntelang „Telefonbau & Normalzeit“ hieß, heißt seit 2004 „Theater & nedelmann“. Den 15. Geburtstag von Deutschlands einzigem echten Wohnzimmertheater inszenieren die Nedelmänner als Zahlenspiel.

Aufführungen:

2 709 Vorstellungen hat es seit 2004 im Wohnzimmer gegeben. 2617 Mal standen Oliver und Friederike Nedelmann selbst auf der Bühne. Schauspiel-Kollegin Waltraud Klein gab an 16 Abenden die „Hannelore Kohl“. Außerdem fanden 76 Konzerte – viele davon vom „Red Rooster Rödermark“, Harry Beierer, organisiert –, Lesungen und ähnliche Veranstaltungen statt.

Produktionen:

Die Premiere von „Love Love Love“ ist am 1. November die 50. Eigenproduktion, die die Nedelmänner in Urberach zeigen. Das Stück ist aber „nur“ die 40. Urberacher Premiere. Zehn hatten die Theatermacher aus ihrer alten Heimat Eisenach mitgebracht: „Das war 2004 unser Startkapital.“

Dauerbrenner:

„Die offene Zweierbeziehung“ von Franca Rame und Dario Fo führt mit 239 Vorstellungen die Hitliste an. „Schneewittchen“, eine Koproduktion des Ehepaars Nedelmann mit den Gebrüdern Grimm (178), „Parmesan und Autofahr"n“ (170), „Born in the GDR“, eine Liebeserklärung an Ulrike Nedelmanns ostdeutsche Heimat (163), und „Michel aus Lönneberga“, das zweite Kinderstück unter den Top Five, (130) folgen auf den weiteren Plätzen.

Kurzläufer:

Den „Ausnahmezustand“ gab"s 2011 und 2012 nur vier Mal. Seltener spielten die Nedelmanns kein Stück. Weitere Raritäten waren „Die Jahre bis zur Wende“ (acht), „Beziehungskisten“ (neun) und „Ein komischer Vogel“ (elf).

Projekte:

Auch die Pläne fürs Jahr 2020 haben mit Zahlen zu tun. „Die Zweigroschenoper“ hat am 3. April, dem 69. Todestag des Komponisten Kurt Weill, Premiere. Volker Heymanns Version von „Dinner for one“ kommt am 13. November erstmals ins Wohnzimmer von Friederike und Oliver Nedelmann.

VON MICHAEL LÖW

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