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Vandalismusfrust an Kindergarten: Jetzt kommt sogar ein Sicherheitsdienst

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Von: Michael Löw

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Engagierte Eltern haben die Verkaufshütte des ehemaligen Waldfestplatzes von den Schmierereien befreit. Nächsten Samstag wird das Schlechtwetterquartier der „Waldkobolde“ neu gestrichen.
Rödermark: Engagierte Eltern haben die Verkaufshütte des ehemaligen Waldfestplatzes von den Schmierereien befreit. Nächsten Samstag wird das Schlechtwetterquartier der „Waldkobolde“ neu gestrichen. © privat

Vandalismus, Dreck, Scherben, Kot: Am Waldkindergarten in Rödermark kommt es immer wieder zu Sachbeschädigung. Eltern räumen jetzt auf – auch der Stadtrat reagiert.

Rödermark – Die beiden Waldkindergärten in Rödermark geraten immer wieder ins Visier zerstörungswütiger Dumpfbacken. Die „Waldkobolde“ schmirgeln, schleifen und streichen jetzt gegen den Vandalismusfrust. Und Sozialdezernentin Andrea Schülner schickt einen Sicherheitsdienst.

Die Eltern der „Waldkobolde“ verschönern die Holzhütte, die ihren Kindern bei Sturm, Frost und starkem Regen als Unterschlupf dient. Die 20 Mädchen und Jungen werden ansonsten draußen rund um den ehemaligen Festplatz im „Schiller-Wäldchen“ betreut.

„Wir arbeiten seit zwei Jahren als Projektteam daran, den Waldkindergarten für unsere Kinder und Erzieher schöner und vor allem sicherer zu machen“, sagt Patricia Schmidt, die Mutter eines „Waldkobolds“. Das Gelände leidet – obwohl direkt am Rand der Breidert-Bebauung gelegen – unter Vandalismus, Dreck, Scherben, Kot und etlichem Hässlichkeiten mehr. Der Elternbeirat hat in Gesprächen mit dem Magistrat auf Besserung gedrängt und meldet jetzt Erfolg: Die Hütte, aus der einst Bier und Bratwurst verkauft wurde, bekommt einen neuen Anstrich, finanziert aus einer Spende. Engagierte Eltern haben die Schmierereien unzähliger Jahre abgeschmirgelt und die Bretter grundiert, am Samstag wird die Hütte blau gestrichen.

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Vielleicht hält der neue Look ja Vandalen mit Resthirn von ihrem Tun ab, hoffen die Eltern. Sozialdezernentin Andrea Schülner will den alten Waldfestplatz von einem Sicherheitsdienst überwachen lassen. Einzelheiten behält die Erste Stadträtin für sich, schließlich möchte sie den ungebetenen Besuchern das Leben so schwer wie möglich machen.

„Dieses Konzept hat sich in Waldacker bewährt. Jetzt werden wir es auf Ober-Roden übertragen“, kündigt sie an. Die Kinderspielstadt auf dem Blockhüttengelände, Fixpunkt in der Arbeit der „Waldmeister“, war lange das Ziel sowohl vergleichsweise harmloser Partygänger als auch weit üblerer Zeitgenossen.

Vandalismus an Kitas in Rodgau: Eltern sind fassungslos, traurig und wütend

Die hatten dort vor knapp einem Jahr dreimal innerhalb weniger Wochen gewütet. Trauriger Höhepunkt: Sogar die teilweise bewohnten Nistkästen wurden von den Bäumen gerissen und die Nester inklusive Eiern oder Küken in den Wald geworfen. Diese Tierquälerei machte Kinder, Erzieherinnen und Eltern gleichermaßen fassungslos, traurig und wütend.

Die Schadensbilanz der „Waldmeister“ ist noch länger: die Hütten – beschmiert, Schäden an den Schlössern, die man aufzuhebeln versuchte. Die Palettenmöbel – wieder zerdeppert. Zwei Spielschränke – demoliert und ihr Inhalt auf dem Gelände verteilt. Garderobenhaken – abgerissen und teilweise verbrannt. Naturmobiles – zerstört. Holzdekoration – abgerissen und verbrannt. Das selbst gebaute Tipi – auseinandergerissen und teilweise verbrannt. Der neue Balancierpfad – komplett zerstört. Zudem haben die Vandalen auch gezündelt. Zum Glück, ohne dass Schlimmeres passierte. (Michael Löw)

Eltern in Rodgau haben es ohnehin schwer: Es mangelt massiv an Kitaplätzen. Die Stadt hat kürzlich die Kriterien für eine Vergabe angepasst – das sorgt für Kritik.

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