Schädlich und Gefährlich

Gefährliches Kraut breitet sich aus: Es kann tödliche Folgen haben

Das ganze Jahr über sammeln die Ortsbäuerin Mechthilde Zöller (links) und ihr Mann das Jakobs-Greis-Kraut, das auch rund um ihre Äcker nicht so leicht auszurotten ist.
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Das ganze Jahr über sammeln die Ortsbäuerin Mechthilde Zöller (links) und ihr Mann das Jakobs-Greis-Kraut, das auch rund um ihre Äcker nicht so leicht auszurotten ist.

Giftig und gefährlich: Das Jakobs-Greis-Kraut breitet sich aus. Bei Menschen ruft es Hautreizungen hervor und bei Tieren kann es sogar tödlich sein.

Rödermark - Das giftige Jakobs-Greis-Kraut (oder auch Jakobs-Kreuzkraut, Spinnkraut und Herrgottsnagel) ist auch in Rödermark auf dem Vormarsch. Seit im Zuge der Biodiversität immer mehr insektenfreundliche Blühstreifen an Wegrändern und andernorts stehen bleiben, breitet es sich auch dort aus. Der Naturschutzbund Nabu sucht deshalb Verbündete, die beim Ausreißen helfen. Bei so manchem Wiesenblumenstrauß mag das Kraut wohl ein schöner gelber Blickfang sein – doch das Jakobs-Greis-Kraut ist gefährlich. Es ist giftig. Beim Menschen ruft es meist nur Hautreizungen hervor, doch vor allem bei Tieren, die mit dem Heu gefüttert werden, allen voran bei Pferden, kann es tödliche Folgen haben. Es verursacht bleibende Schäden an Leber und Niere.

Seit 2020 nimmt sich auch der Nabu dieses Problems an, im vergangenen Jahr nur auf den eigenen Wiesen, in diesem Jahr mit einem Aufruf an die Bürger, doch auch Wegränder und Felder abzusuchen und davon zu befreien. Eines der Probleme: Seit dem naturnahen und insektenfreundlichen bunten biodiversen Bewuchs der Wegränder wird das gelbblühende Jakobs-Greis-Kraut nicht mehr so leicht erkannt. Zudem samen die Blüten der zweijährigen Pflanze ausgesprochen stark aus. Die von den Symptomen ähnliche Graukresse dagegen lässt sich durch regelmäßiges Mähen leichter verhindern.

Rödermark: Bürger helfen mit beim Ausrupfen des giftigen Jakob-Greis-Krautes

Beim Treff an der Sporthalle informierte nicht nur die Rödermärker Biologin Doris Lerch die rund 15 Interessierten über Formen und Abarten des nur mit Handschuhen zu entfernenden Krautes, sondern mit Mechthilde und Alfons Zöller waren auch betroffene Landwirte mit einem ganzen Traktoranhänger voller bereits mit den Wurzen herausgezogenen Pflanzen dabei und berichteten von ihren Erfahrungen. Da sie auf künstliche Düngung verzichten, breitet sich das Kraut bei ihnen stärker als bei den gedüngten Flächen aus, wo die angereicherten Nährstoffe das Wachstum der eher kargen Boden liebenden Pflanze reduzieren.

Mit städtischen Mülltüten ausgerüstet, mussten die Helfer nicht weit gehen. Schon nach wenigen Metern, etwa rund um die Kreuzung an der Feuerwache, gab’s Arbeit zuhauf. Die hochwachsenden und ausgesprochen störrischen Kräuter machten die Aufgabe mühsam. Ehe die Säcke oben gefüllt waren, hatten sie unten bereits große Löcher. Wieder an der Sporthalle abgestellt, wurden die gefüllten Säcke vom Nabu zum Bauhof gefahren, von wo sie dem Restmüll und damit der Verbrennung zugeführt wurden.

Auch Reinhold Rüger packte mit an – gut geschützt durch dicke Lederhandschuhe.

Eine Sisyphusarbeit, die aber langfristig hoffentlich Mensch und vor allem Tier nutzt. Dr. Rüdiger Werner vom Nabu gibt sich optimistisch: „Wir sind guter Hoffnung, dass man die Ausbreitung mit regelmäßigen Aktionen dieser Art gut in Grenzen halten kann.“ (chz)

Schon im Jahr 2016 besorgte die Ausbreitung des giftigen Jakob-Greis-Krauts die Menschen. Sogar das Offenbacher Umweltamt warnte vor dem schädlichen Kraut.

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