Zu wenig bezahlbare Wohnungen: SPD fährt schwere Geschütze auf

Rödermark: „Schwarz-grünes Komplettversagen“ beim Wohnungsbau

Immer nur Klein-Klein ist der SPD zu wenig. Mini-Wohngebiete wie auf dem Citroen-Gelände in Ober-Roden reichen ihrer Ansicht nach nicht gegen die Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet.
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Rödermark: Immer nur Klein-Klein ist der SPD zu wenig. Mini-Wohngebiete wie auf dem Citroen-Gelände in Ober-Roden reichen ihrer Ansicht nach nicht gegen die Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet.

Die schwarz-grüne Koalition hat in den vergangenen zehn Jahren nichts zur Verbesserung des Wohnungsbaus beigetragen, kritisiert die SPD Rödermark. Jegliche Initiativen zur Ausweisung neuer Baugebiete seien abgeschmettert worden. „Stattdessen erklang permanent das Mantra der Innenentwicklung als Lösung der steigenden Wohnungsnachfrage“, schreibt die SPD in einer Pressemitteilung.

Rödermark - Die Nachbarstädte sind nach Ansicht der SPD in Sachen Wohnungsbau kreativer und innovativer: Dreieich habe eine Baugesellschaft gegründet, um die derzeit niedrigen Zinsen für die Mehrung des städtischen Vermögens durch Wohnungen zu nutzen. In Rodgau seien verdichtete Wohngebiete entwickelt worden, die nahe der S-Bahnhaltepunkte liegen und im Vollausbau sogar Energieüberschüsse produzieren.

Alle diese Ideen und mehr seien von der SPD-Fraktion auch in Rödermark aufgegriffen und zur Abstimmung gestellt worden. Ergebnis: rundweg schwarz-grüne Ablehnung, Nichtstun und permanenter Stillstand. „In Rödermark fehlen Angebote für alle Wohnwünsche und alle Wohnformen. Es fehlen Sozialwohnungen, Baugrundstücke, Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser oder für „normale“ Eigentumswohnungen. Und es fehlen Wohnangebote für Senioren.“ Das sei nicht die Einschätzung der SPD allein, sondern ein Auszug einer CDU-Pressemitteilung vom 23. November. Besser hätte die SPD „das Komplettversagen in dieser Frage“ nicht beschreiben können.

Menschen, die ins Rhein-Main-Gebiet ziehen, suchen verstärkt Wohnmöglichkeiten außerhalb des Ballungszentrums und fahren dann jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit. So habe die Weigerung Rödermarks, Bauland auszuweisen, nicht nur steigende Mieten, sondern auch die Zunahme des Individualverkehrs zur Folge.

„Die Schaffung von Wohnraum wird daher in Rödermark immer dringender“, fordert der SPD-Vorsitzende Hidir Karademir und fragt rhetorisch: „Doch was bieten die politischen Vertreter Rödermarks?“ Die AL wolle weiterhin keine Flächen mobilisieren, sondern warte auf die Innenentwicklung. Die CDU beharre auf Ideen des letzten Jahrhunderts: nur kleine Flächen für den Wohnungsbau von ausgewählten Teilzielgruppen erlauben.

Die SPD gönne Familien sowohl das selbst genutzte Eigenheim, das inzwischen für stolze 600 000 Euro zu haben sei, als auch Preisnachlässe für die städtischen Grundstücke. Aber mit diesen Ansätzen werde die steigende Wohnungsnot nicht mehr zu verhindern sein.

In Rödermark seien nach Aussagen der Verwaltung 123 Haushalte mit einer Berechtigung für eine Sozialwohnung auf Suche nach einer passenden Bleibe. Dieser Nachfrage stehen 55 (bereits vergebene) städtische Wohnungen und 57 Wohnungen mit Belegungsrechten gegenüber. Damit gehöre Rödermark zu den Schlusslichtern im Kreis Offenbach.

„Das Dilemma wird damit deutlich. Es ist höchste Zeit, endlich zu handeln“, sagt Petra Wilde, SPD-Kandidatin für die Kommunalwahl im März. „In Rödermark müssen Baugebiete entwickelt werden, auf denen durch Geschosswohnungsbau das Verhältnis von genutzter Grundfläche zu Wohnfläche finanziell günstiger ausfällt, also auf weniger Fläche mehr Wohnungen geschaffen werden können“, schlägt sie vor. Ein Drittel der neuen Wohnungen müsse nach Ansicht der SPD Sozialwohnungen sein. Durch die Nähe zur S-Bahn sieht Petra Wilde auch Möglichkeiten, den Platz für den fließenden und stehenden Autoverkehr zu reduzieren.

„Eine integrierte Stadtentwicklung schafft jedenfalls mehr Wohnraum, schont freie Flächen und hilft auch, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu begünstigen“, folgern Karademir und Wilde unisono. Das müssten CDU und AL/Die Grünen nun endlich kapieren und den Stillstand beenden.  (Michael Löw)

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