Smartphone als ständiger Begleiter älterer Menschen

Ampel warnt vor Stufen

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Wo ist das nächste Klo, das man ohne Stufen erreichen kann? Wer wie Bernd Koop die App „Wheelmap.org“ auf dem Smartphone hat, findet auf dem Heimweg von der S-Bahn das richtige Örtchen.

Ober-Roden - Welches Geschäft erreichen Rollstuhlfahrer ohne störende Stufen? Können Eltern den Kinderwagen mühelos ins Rathaus schieben? Antwort auf diese Fragen gibt die App „Wheelmap.org“, die der Seniorenbeirat jetzt auch in Rödermark bekanntmachen will.

Selbst eine einzige Stufe oder eine nur zentimeterhohe Schwelle sind für Menschen im Rollstuhl ein kaum überwindbares Hindernis. Behinderte, aber auch alte Menschen oder Eltern mit einem Kinderwagen fänden’s schön, wenn sie wüssten, welche öffentlichen Einrichtungen oder Läden barrierefrei erreichbar sind. Bernd Koop, der Vorsitzende des Rödermärker Seniorenbeirates, legt ihnen die App „Wheelmap.org“ ans Herz. Das Wort ist eine Mischung aus Rollstuhl (Wheelchair) und Landkarte (Map) und kann als Programm auf dem Smartphone oder dem Computer daheim installiert werden.

Rund um den Ober-Röder Bahnhof liegt in Sachen Barrierefreiheit noch einiges im Argen. Rot sind zum Beispiel oft alteingesessene Geschäfte markiert, die schon seit Jahrzehnten über eine Treppe erreichbar sind.

Das System arbeitet mit den Ampelfarben rot, gelb und grün. Grün bedeutet barrierefrei, gelb steht für einen Eingangsbereich mit einer maximalen Stufenhöhe von sieben Zentimetern, wobei die anderen Räume dann barrierefrei sind. In der Farbe Rot sind alle Orte markiert, die nicht barrierefrei sind. Zu grau markierten Orten liegen noch keine Informationen vor. Um den Überblick nicht zu verlieren, kann man die Kategorie eingrenzen: Sucht man ein Restaurant, so wählt man das Register „Essen und Trinken“ aus und bekommt nur Lokale angezeigt, die barrierefrei sind und ein Behinderten-WC haben.

Auf dem Rödermark-Plan von „Wheelmap“ überwiegen die grauen Markierungen. Koop appelliert daher an potenzielle Nutzer, das System mit Informationen zu füttern. Die Karte kann von jedem registrierten Teilnehmer ergänzt werden. So kommen immer mehr Orte hinzu, die als barrierefrei kenntlich gemacht sind. Im Umkehrschluss gibt die App wichtige Hinweise, an welchen Orten kein rollstuhl- oder rollatorgerechter Zugang möglich ist. Auch Einzelhändler oder andere Dienstleister können von „Wheelmap“ profitieren und ihr Geschäft entsprechend kennzeichnen.

Schlaue Technik im Haus für Ältere

Größtes Problem im Zentrum Ober-Rodens sind nach Ansicht Koops die fehlenden ebenerdig zugänglichen Toiletten. Gute Noten vergibt er nur an die Klos in der Kulturhalle. Doch die sind abends oder an Wochenenden nur bei Veranstaltungen offen. Der Seniorenbeirat und der Soziale Dienst der Stadt stellen die „Wheelmap“ am Montag, 19. März, ab 14 Uhr im „Rothaha“-Saal der Stadtbücherei vor. (lö)

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