Jugendliche wünschen sich Erweiterung der Anlage

Skater sind großzügig mit ihren Tricks

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Bei den Skatern werden Tricks und Sprünge vorgeführt und nachgemacht, ohne sich hervorzutun oder das Gefühl zu haben, sich zu blamieren.

Rödermark - Der zweite Skate-Contest auf dem im vorletzten Jahr ausgebauten Skatepark hinterm Badehaus wurde zu einer echten Attraktion. Von Christine Ziesecke

Zwischen 20 und 30 Jugendliche aus der ganzen Region von Wiesbaden und Frankfurt bis Darmstadt beteiligten sich und sorgten damit auch für eine gute Öffentlichkeitsarbeit für die Anlage, die allen Anforderungen für größere Veranstaltungen entspricht und bei den Jugendlichen beliebt ist. Das zeigt sich dort fast jeden Abend nach 17 Uhr etwa, wenn die Skateboards rollen und viele Jugendliche das Angebot nutzen. Unter der Leitung der Fachabteilung Jugend der Stadt, allen voran Eyup Demir und Stephie Grabs, und vor allem bei der Bewirtung stark unterstützt vom Verein für Fitness und Schwimmsport VFS, wurde der Wettbewerb organisiert. Die sportliche Leitung hatte auch diesmal wie bei der recht verregneten Premiere im vergangenen Jahr der Profiskater Kai Heck, der auch die Jury unterstützte.

Doch sind Skater ohnehin „anders“ als andere siegesorientierte Sportler: Es werden Tricks und Sprünge vorgeführt und nachgemacht, ohne sich hervorzutun oder zu blamieren. Ausscheidungen lassen sich bei Wettbewerben nicht vermeiden, aber es braucht kaum eines Schiedsrichters – man honoriert das Können des Gegenübers anerkennend und akzeptiert, dass jeder Skater und jede Skaterin (von denen nur eine einzige hinterm Badehaus teilnahm) eigene Schwerpunkte, einen eigenen Stil und eigene Tricks hat. „So habe ich selber etwa zwei, drei Tricks drauf, die sonst wohl niemand in Südhessen kann, die aber für mich nicht schwer sind“, erläutert Kai Heck, der selbst seit 2006 etwa an der Volkshochschule Darmstadt-Dieburg Skateboard-Kurse für 6- bis 14-Jährige gibt und mit einer einzigen Ausnahme bei seinen Schülern noch keine Verletzungen erlebt hat. In der Ausschreibung sind Helm und Schutzausrüstung gefordert, doch die Älteren verzichten oft auf eigene Verantwortung darauf.

In drei Contests wurden schließlich die Skater mit den besten oder den meist bestaunten Tricks und dem sichersten Auftreten ausgelobt. Belohnt wurden sie mit einem Board, mit T-Shirts und Plakaten vor allem der beiden Hauptsponsoren, dem Online-Shop Skate de Luxe und dem Wiesbadener Skateshop „Asphaltinstrumente“. „Wir sehen durch die regelmäßigen Contests auch die Entwicklung, welche die Jugendlichen machen. Zudem wird die Anlage hier auch bekannter“, erklärt Kai Heck, der genau weiß, dass es nur wenige Gemeinden mit ähnlich guten Anlagen gibt.

Der Skatepark Rödermark ist auch eines der Themen beim jüngsten Treffen der Kinder und Jugendlichen mit den Verantwortlichen beim Beteiligungsprojekt „Mach mit – Rödermark, wie es dir gefällt!“ gewesen. Fast 40 der 7- bis 18-Jährigen wollen dabei einige ihrer Wünsche für eine kinder- und jugendgerechte Stadt verwirklichen. Diesen Fragen ist die Fachabteilung Jugend mithilfe einer Umfrage nachgegangen.

Coole Sache: Der Skater-Wettbewerb war gefragt und ist auch eine schöne Werbung für die tolle Anlage.

Die jungen Leute hatten im Februar Post von der Stadt bekommen und waren aufgefordert worden, zu notieren, was ihnen unter den Nägeln brennt. Nach Ostern waren sie zum Austausch mit Erstem Stadtrat Jörg Rotter sowie Stephanie Grabs, Florian Brehm und Alexander Schmidt von der Fachabteilung Jugend eingeladen gewesen. Aus der Umfrage hat sich ein Beteiligungsprojekt entwickelt. Bei dem Thema Spiel- und Freizeitplätze war etwa ein Weg oder eine asphaltierte Fläche nur für Inliner und speziell für Jüngere gewünscht worden, da der Skatepark besser für Ältere geeignet ist. Auch wurde der Wunsch nach einer Erweiterung des Skateparks deutlich ebenso wie nach Skatekursen. An der Verwirklichung wollen nach dem ersten Treffen 36 Kinder und Jugendliche mitarbeiten.

Contest im Skaterpark

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