Krasse Ferienspiele in Rödermark

Slalomrennen der Roboter

Zum Ende des Workshops lieferten sich die Kinder mit ihren Lernrobotern ein Rennen durch das „SchillerHaus“.
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Zum Ende des Workshops lieferten sich die Kinder mit ihren Lernrobotern ein Rennen durch das „SchillerHaus“.

Einblicke in die Welt der Digitalisierung vermitteln Kurse während der städtischen Ferienspiele. Zuletzt machten Kinder Bekanntschaft mit dem Lernroboter „mBot“.

Rödermark – Im städtischen Ferienprogramm gibt es neben vielen bewährten und bekannten Punkten auch immer wieder neue Angebote. So war in dieser Woche erstmals die HABA Digitalwerkstatt mit insgesamt vier Workshops im „SchillerHaus“ zu Gast. Im Mittelpunkt stand das spielerische Lernen und Vermitteln der digitalen Welt.

In einem der Workshops machten die teilnehmenden Kinder Bekanntschaft mit dem Lernroboter „mBot“. Sie programmierten ihn mit der Tablet-App „Makeblock“, die auf einer visuellen Programmiersprache beruht. Der „mBot“ ist mit einem kleinen Lautsprecher, LED-Lichtern und drei unterschiedlichen Sensoren ausgestattet, die alle individuell programmiert werden können.

„Es ist natürlich gar nicht der Anspruch, hier ausgebildete Programmiererinnen und Programmierer nach Hause zu schicken. Das kriegen wir in den drei Stunden nicht hin“, meinte Manuel Noe, der mit seiner Kollegin Sophie Schaper den Workshop für Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren leitete, schmunzelnd. Ein gewisses Grundverständnis könne man in dieser relativ kurzen Zeit aber sehr wohl vermitteln und auch aufzeigen, dass man mit den digitalen Geräten eben nicht nur youtube-Videos schauen kann. „Das sind Geräte, mit denen man kreativ arbeiten kann, mit denen wir die digitale Welt auch gestalten können“, so Manuel Noe. „Der Sprung aus der Konsumentenrolle raus in die Produzentenrolle, das ist uns ein Anliegen.“

Zu Beginn des Workshops bekamen die Kinder einen Überblick über verschiedene Roboter, wie beispielsweise Drohnen, Rasenmähroboter oder Industrieroboter, die Autos zusammen bauen. „Da hat man gemerkt, dass bei den Kindern schon ein großes Grundwissen vorhanden ist“, so Manuel Noe, der anschließend in eine ganz besondere Rolle schlüpfte. Die Kinder durften nämlich nicht sofort an die Geräte, unter anderem weil man auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen analog und digital achtete. „Bevor die Kinder am Gerät programmieren, dürfen sie erst einmal mich als Trainer durch den Raum programmieren. Sie haben nur eine begrenzte Auswahl an Befehlen und bekommen dadurch schon ein gewisses Gespür dafür, was es heißt, wenn man bei einer Programmiersprache bestimmte Befehle zur Auswahl hat.“

Anschließend wurde der Roboter zusammengebaut. Gesteuert über ein Tablet konnten die Kinder etwa die Farben der LEDs verändern und die kleine Maschine durch den Raum flitzen lassen. Ein kleines Slalomrennen durchs Schillerhaus gehörte natürlich auch zum Programm.

Neben dem Roboter-Workshop bot die Digitalwerkstatt drei weitere Kurse an. In denen wurden mit Hilfe des Computerspiels „Minecraft“ die Stadt der Zukunft gebaut, Roboter erforscht und die Grundlagen der Programmierung erlernt. Die HABA Digitalwerkstatt wurde 2016 in Berlin gegründet. Mittlerweile gibt es zehn Standorte in Deutschland. Jener in Frankfurt, für den Sophie Schaper und Manuel Noe arbeiten, wurde 2018 eröffnet.

In Zeiten der Pandemie gab es natürlich viele Online-Angebote, sogar Online-Geburtstagsfeiern wurden veranstaltet. Die Stadt hatte für die Herbstferien die vier Workshop-Bausteine bei der Digitalwerkstatt gebucht. „Erst einmal als Pilotprojekt, um zu schauen, ob das hier ankommt“, so Stephanie Grabs, die Leiterin der Fachabteilung Jugend.

Die ersten Rückmeldungen der Kinder und Eltern seien positiv, so Grabs. Solch ein Angebot habe noch gefehlt. Es sei daher durchaus denkbar, dass es kommendes Jahr ein regelmäßiges Angebot der Digitalwerkstatt im „SchillerHaus“ gibt.

Von Sascha Eyssen

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