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Rödermark: „Spalt-Tablette“ strahlt golden

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Von: Michael Löw

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Friedel Deventer hat die „Spalt-Tablette“ am südlichen Ortseingang von Ober-Roden von Schmierereien befreit und neu lackiert. Bürgermeister Jörg Rotter ist zufrieden.
Rödermark: Friedel Deventer hat die „Spalt-Tablette“ am südlichen Ortseingang von Ober-Roden von Schmierereien befreit und neu lackiert. Bürgermeister Jörg Rotter ist zufrieden. © Stadt Rödermark

Eine stilisierte Blüte – künstlerisch korrekt: ein florales Objekt – begrüßt seit rund 30 Jahren alle, die Ober-Roden von Eppertshausen kommend ansteuern. Die Skulptur im kleinen Park unterhalb der Triftbrücke ist zu einem Wahrzeichen Rödermarks geworden. Der Volksmund nennt sie „Spalt-Tablette“ – was angesichts des dreieckigen Ausschnitts auch niemanden wundert.

Rödermark - Während der vergangenen Wochen hat sie ihr Aussehen verändert. Nicht mehr silbern und verunstaltet von sinnlosen Sprayattacken, die Graffiti sein wollen, sondern in sattem Gold strahlt sie jetzt. Künstler Friedel Deventer hat dem Objekt, das er für die Bundesgartenschau 1989 in Frankfurt gestaltet hatte, einen neuen Look verpasst.

„Ich habe gemerkt, dass Gold besser rüberkommt“, sagte Deventer bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Jörg Rotter und dessen Referenten Thomas Mörsdorf zum Abschluss der Arbeiten, die in erster Linie der Sanierung des Objekts galten. Denn die Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen, vor allem dort, wo Metall und Glasfaser aneinanderstoßen. Wasser war eingesickert und hatte Rost hinterlassen. Bei einem ersten Arbeitsbesuch in Rödermark spachtelte der aus Kassel stammende Künstler die schadhaften Stellen mit Polyester zu, beim zweiten Mal griff er zu Pinsel, Roller und Farbe. Mit seinem Ausbesserungswerk zeigte er sich zufrieden. Einen ersten Vorschlag von Sylvia Baumer, der Chefin der Initiative „Kunst in Rödermark“, hatte er nämlich abgelehnt: Ihre Idee, Airbrush-Künstler an die „Spalt-Tablette“ zu lassen, hatte angesichts der Schmierereien nicht seine Gnade gefunden.

Zufrieden war nach getaner Arbeit auch Bürgermeister Jörg Rotter: „Man muss sich zwar an das neue Aussehen unsrer Spalt-Tablette gewöhnen, doch das Gold hat schon was.“ Vor allem aber sei die Sanierung des floralen Objektes ein Signal gewesen: „Damit machen wir deutlich, dass für uns Kunst im öffentlichen Raum wertvoll ist. Und damit werten wir natürlich auch unseren Kultur- und Geschichtspfad ‚Oan Weesch’ auf.“

Deventer hatte zur Bundesgartenschau in Frankfurt drei Skulpturen geschaffen. Entgegen der Vereinbarung, dass sie nur leihweise überlassen seien, wurden die Objekte nach der Schau verkauft. Eines davon an eine Dame aus Rödermark, die es in ihrem Garten aufstellen wollte. Die tatsächliche Größe des Objektes lag jedoch jenseits ihrer Erwartungen – die Skulptur zeigte sich als ungeeignet für einen Hausgarten. Sie stiftete das Objekt, das das universelle Wachstumsprinzip symbolisieren soll, der Stadt Rödermark.  (Michael Löw)

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