Autor Matthias Hallmann schreibt seinen ersten Krimi

Spannendes aus der IT-Branche

Der Urberacher Autor Matthias Hallmann mit seinem ersten Krimi aus dem Umfeld der IT-Branche und mit viel Rödermärker Couleur.
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Der Urberacher Autor Matthias Hallmann mit seinem ersten Krimi aus dem Umfeld der IT-Branche und mit viel Rödermärker Couleur.

Rödermark ist zwar nicht gerade der Nabel der Welt, doch wer den Thriller „Das Projekt“ des Autors Matthias Hallmann liest, der entdeckt einige lokale Bezüge.

Urberach – Mindestens 20 mal und mehr tauchen darin Urberach, das Wohngebiet Breidert, die Kerb oder auch die Nähe zum Flughafen auf. Auch das städtische Bauamt kommt wie vieles andere kurz darin vor, auch wenn die Handlung weitgehend in und um Hannover spielt. Der Hintergrund: eine Geschichte um das mühsame, konkurrenzgespickte und manchmal verwerfliche Geschäft rund um die IT-Branche, um Missgunst und Sparzwänge, um Referenzkunden und autonomes Fahren. Der Hauptdarsteller wohnt in Rödermark – ebenso wie der Autor des Romans, Matthias Hallmann, der 1997 mit Ehefrau Barbara und den Kindern Lukas und Ines nach Urberach zog.

Seine Jugend in Münster in Westfalen kommt in seiner Sprache durch wie etwa seine jahrelangen Arbeitsbereiche in der Telekommunikation, der Automobilbranche und dann der Software-Entwicklung im IT-Bereich. Doch auch Golfspieler kommen in diesem Buch seitenweise auf ihre Kosten, und auch das Thema Liebe ist ständig präsent.

Studiert hat Matthias Hallmann Informatik und Betriebswirtschaftslehre und 1988 als einer der Ersten in diesem Bereich als „Dr. rer.nat.“ (Naturwissenschaften) promoviert. Mittlerweile lebt er in Altersteilzeit, mit Beraterverträgen aber weiter nahe am Berufsleben.

Geschrieben hat er eigentlich immer, vor allem beruflich Fachbücher und Beiträge, doch „diese Geschichte hatte ich immer schon im Kopf, und so habe ich mich im November letzten Jahres hingesetzt...“ – und schon im Januar war die Grundversion fertig. „Ich hatte keine Durststrecken, ich musste mich auch nie zum Weiterschreiben zwingen. Ich habe mich jeden Morgen darauf gefreut, weil ich nicht wusste, was bis zum Abend passieren würde in der Geschichte.“

Sehr geholfen haben ihm dabei seine Programmierkenntnisse und das dadurch bedingte strukturierte Denken – er brauchte außer einem groben Raster und einem Zeitstrahl keine Zettelkästen. So war er auch bis zum Corona-Ausbruch im März weitgehend fertig; Freunde und Bekannte gerade auch aus seinem Rödermärker Umfeld haben Korrektur gelesen und Anregungen für die Schlussbearbeitung gegeben. Vertrieben hat er seinen Erstling nur über BoD, Books on Demand, bei dem mit professioneller Hilfe das eigene E-Book- und Buchprojekt verwirklicht wird.

Seit Mai ist der „Thriller“, wie der Autor ihn selbst nennt, regulär im Buchhandel und online bestellbar; mit 300 Exemplaren ging es erst einmal los. „Ich will damit kein Geld verdienen. Vom Verkaufspreis erhalte ich acht bis zehn Prozent – da wird man nicht reich davon.“ Dafür hat er mit selbst gedruckten Plakaten die lokalen Buchhandlungen abgeklappert, um sich vorzustellen und um t Erfahrungen zu sammeln.

„Es ist mir immer wichtig, etwas dazu zu lernen und zu erfahren – auch mit meinem Roman sollen die Menschen nicht nur Spaß und Spannung haben, sondern auch Neues daraus mitnehmen. Wenn jemand zwei, drei Tage investiert, so ein Buch zu lesen, sollte auch ein bisschen hängen bleiben über die Stadt, die Berufswelt und manches mehr.“

Zur Geschichte auf 309 Seiten sei nur so viel verraten: Sie ist nicht typisch für die Software-Industrie. Verhängnisvolle Verwicklungen sind an der Tagesordnung; es geht um Aufstiege und um Geld – der Eine will mehr Macht, der Andere mehr Geld – und da muss man schon mal über Leichen gehen...

Doch so ein Buch ist nie zu Ende. Matthias Hallmannsucht wartet nun, während er den Nachfolgeroman schon im Kopf hat, auf den Spätherbst: „Im Sommer hab’ ich keine Ruhe und Muße zu schreiben – da sehe ich überall im Garten etwas...“. Darum schreibt er normalerweise auch in seiner Küche neben der Kaffeemaschine, wo ihn weniger ablenkt. Und bis dahin möchte er auch Kontakt zu seinen schreibenden Kolleginnen und Kollegen in Rödermark aufnehmen, die sich mittlerweile regelmäßig zu einem Stammtisch Literatur und Musik treffen (siehe unser Kasten) – denn Austausch ist gerade in der Kultur sehr wichtig. Nächstes Jahr können sich die Leser wohl auf den nächsten Band freuen.

Langweilig wird’s Dr. Matthias Hallmann eh nie: er war im Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St. Gallus und ist noch unterstützend etwa bei der Jubiläumsvorbereitung dabei. Am Rande ist er auch in der lokalen politischen Szene aktiv. Vor allem aber gibt er (hoffentlich nach der Corona-Zwangspause bald wieder) Rödermärker Grundschülern der dritten und vierten Klassen erste Programmierkurse und zeigt ihnen, was man mit Prozessoren und Programmen alles Spannendes machen kann.

Kontakt: matthias.hallmann@gmx.de

Matthias Hallmann, „Das Projekt. Ich hätte. Ich könnte. Ich wollte. Ich habe!“ Thriller.

309 Seiten. 10,90 Euro.

Von Christine Ziesecke

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