Staatssekretär besucht Berufsakademie Rhein-Main

Studenten beklagen: Politik sieht zu sehr auf klassische Hochschulen

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Staatssekretär Patrick Burghardt (Zweiter von links) informierte sich bei der BA Rhein-Main übers Duale Studium. Gesprächspartner waren nicht nur Akademieleiter Bernd Albrecht und Erster Stadtrat Jörg Rotter, sondern auch eine Gruppe von Studenten.

Urberach - Berufsakademien leisten einen wertvollen Beitrag für die Personalgewinnung und Ausbildung der hessischen Wirtschaft: Staatssekretär Patrick Burghardt war beim Besuch der BA Rhein-Main voller Lob.

Die Studenten beklagten aber, dass die Politik – und letztlich die Öffentlichkeit – die Dualen Studiengänge an Berufsakademien deutlich weniger wahrnehme als die an den klassischen Hochschulen.

Die Berufsakademie Rhein-Main (BA) hatte Besuch aus dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Staatssekretär Patrick Burghardt (CDU) ließ sich von Akademieleiter Bernd Albrecht, dem Aufsichtsratsvorsitzen Erster Stadtrat Jörg Rotter und Bürgermeister Roland Kern den langen Weg vom Start mit 13 Studenten hin zur zweitgrößten eigenständigen, ausschließlich regional ausgerichteten BA in Deutschland mit 400 Studenten schildern. In Hessen ist die BA Rhein-Main die Nummer eins. Zum Wintersemester 2017 begannen 150 Erstsemester ihr Studium in Urberach – es war das dritte Rekordjahr hintereinander.

Das finanzielle Engagement der Stadt Rödermark und des Kreises Offenbach in den schwierigen Anfangsjahren habe sich ebenso ausgezahlt wie die Beharrlichkeit der Politik, sagte Kern angesichts dieser Zahlen.

In einer Talkrunde mit Burghardt bedauerten Studenten die ihrer Ansicht nach zu geringe Wertschätzung des Dualen Studiums an Berufsakademien. „Man liest immer wieder von Hochschulen und zu wenig über uns“, forderten sie von der Politik mehr Öffentlichkeitsarbeit für diese Form der Ausbildung. Gerade Gleichaltrigen gegenüber seien sie oft in Erklärungsnöten, wenn die vom Studium an der BA berichten. Die Politik müsse die Vorteile – hoher fachlicher Anspruch, ständige Verzahnung von Theorie und Praxis, studienbegleitendes Gehalt, enge Kooperation zwischen BA und Unternehmen, gleichwertige Abschlüsse wie Hochschulen – stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Diese Hausaufgaben gaben sie Burghardt mit auf den Weg nach Wiesbanden.

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Die Sorgen seiner Studenten bekommt BA-Chef Albrecht auch von anderen Akademieleitern zu hören. Denn er ist seit mehreren Jahren Präsident des Bundesverbandes privater Berufsakademien und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Hessischer Berufsakademien und kennt die Lage nicht nur aus dem eigenen Haus.

Dass die Wirtschaft ein ganzes Stück weiter ist, machte BA-Absolvent Stefan Zabicki deutlich. Er wurde sofort nach dem Studium von der Firma Softbauware in Langen übernommen und nimmt dort Führungsaufgaben wahr. Das Studium an der BA sei eine „gute Grundlage für eine aussichtsreiche Karriere“.

Wer sich ein Bild vom Dualen Studium in Urberach machen will, hat am Donnerstag, 6. September, Gelegenheit dazu. Der Perspektivabend beginnt um 17 Uhr. Beim Speed Dating am 30. Oktober kommen Bewerber und mögliche Chefs von 16 bis 18 Uhr im schnellen Gespräch in Kontakt. (lö)

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