Vor 20 Jahren begann eine innige Weihnachtsbeziehung

Rödermark: Weihnachtskrippe schenkt krebskrankem Kind Hoffnung

Mit Krippe Nummer 36 begann im Sommer 2000 die Freundschaft zwischen der damals schwer kranken Sofia und der Familie des Ober-Röder Krippenbauers Franz Kern.
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Rödermark: Mit Krippe Nummer 36 begann im Sommer 2000 die Freundschaft zwischen der damals schwer kranken Sofia und der Familie des Ober-Röder Krippenbauers Franz Kern.

Die Krippen, die Franz Kern schon seit Jahrzehnten baut, stehen mittlerweile im halben Kreis Offenbach und darüber hinaus. Meist hat er den Stall von Bethlehem für Verwandte nachgebaut. Mit einer hat es aber eine ganz besondere Bewandtnis. Mit ihr schenkte der heute 88-Jährige einem krebskranken Kind Freude und Hoffnung.

Rödermark - Patricia Koitek-Hunkel, die Enkelin des Ober-Röder Krippenbauers Franz Kern, hat uns eine anrührende Geschichte geschickt. „Es war im Jahr 2000. Ich arbeitete als Kinderkrankenschwester auf der Kinderkrebs-Station in der Uni-Klinik Frankfurt“, schreibt sie. Die fünfjährige Sofia gehörte zu ihren Patientinnen. Das kleine Mädchen war an Leukämie erkrankt – ihre Chancen: ungewiss! Schnell fasste Sofia Vertrauen zu Patricia Koitek-Hunkel, und so kam es auch, dass sie der Krankenschwester ihren sehnlichsten Wunsch verriet: eine eigene Weihnachtskrippe.

„Wenn einer diesen besonderen Wunsch erfüllen kann, dann mein Opa Franz“, dachte Patricia Koitek-Hunkel. Weihnachtskrippen zu bauen ist seit vielen, vielen Jahren die Passion ihres Großvaters. Und er war begeistert von der Idee, einem schwer kranken Mädchen mit einer seiner Weihnachtskrippen ein Stück Lebensfreude zu schenken. Also vermittelte sie den Kontakt.

Während einer Therapiepause kam Sofia in Begleitung ihrer Eltern nach Ober- Roden in die Frankfurter Straße. Opa Franz hatte seine Weihnachtskrippen in Reihe aufgestellt, und Sofia durfte sich eine davon aussuchen. Es dauerte nicht lange, bis sie die für sie schönste gefunden hatte. Geld nahm Franz Kern nicht an, für ihn waren die strahlenden Augen des Mädchens Lohn genug. So bekam er als kleines Dankeschön einen Schinken aus dem Odenwald, wie er dachte. Aber noch heute korrigiert ihn seine Frau Gretel, dass der Schinken aus dem Schwarzwald gewesen sei.

Heute ist Sofia eine junge, fröhliche Frau, hat studiert und ist gesund, freut sich die Krankenschwester über ihre ehemalige Patientin.

„Seit 20 Jahren bekommen meine Großeltern jedes Jahr zu Weihnachten eine Karte geschrieben von Sofia und ihren Eltern, voller Dankbarkeit und guten Wünschen. Und auch für mich sind immer Grüße dabei“, wird Patricia Koitek-Hunkel immer wieder warm uns Herz. Und jedes Jahr zu Weihnachten steigt die Vorfreude auf Sofias Karte bei ihren Großeltern und zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht.

Eine kleine Geste, die sowohl für Sofia und ihre Eltern als auch für die Großeltern eine unbezahlbare Bedeutung gewonnen hat. „Das ist Weihnachten!“, freut sich die Enkelin.  (Michael Löw)

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