Viola März nimmt bis zur Veröffentlichung Leserwünsche entgegen

Rödermark: Steuerfachfrau schreibt für Kinder

Der Garten von Viola März liefert nicht nur Erdbeeren, sondern auch Ideen. Hier schreibt sie ihre Kinderbücher.
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Rödermark: Der Garten von Viola März liefert nicht nur Erdbeeren, sondern auch Ideen. Hier schreibt sie ihre Kinderbücher.

Menschen haben viele Seiten. Wenn eine Steuerfachgehilfin aus Rödermark mit abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium in ihrem zweiten Leben fantasievolle phantastische Geschichten schreibt, die nur ein Ziel haben, nämlich Kinder glücklich zu machen, dann ist das die zweite Seite.

Rödermark - Viola März, die im „Dinjerhof“ mit den „Rödermärker Autoren und Musikern“ (RAUM) ihre erste öffentliche Lesung gehalten hatte, kennt diese verschiedenen Facetten aus ihrem Leben. Lange Jahre hatte die gebürtige Berlinerin „einen knüppelharten Beruf und wenig Freiraum für kreative Entwicklung“, wie sie selbst zugibt. Zwischen Forschungsvorlagen oder Berichten nahm sie sich höchstens Zeit für den unbedingt notwendigen Ausgleichssport. Die 55-jährige Mutter eines inzwischen 15-jährigen Sohnes kam 2014 nach Urberach, wo sie seither mit ihrer Familie in einem Haus mit Garten lebt und auch schreibt. Schon als Kind erfand sie Geschichten – wo immer sie war. Später zeichnete sie dazu: „Ich kritzele nur vor mich hin. Aber ich muss etwas in ein Bild fassen, um es besser beschreiben und begreifen zu können.“ Als ihr Sohn in dem Alter war, dass sie ihm etwas komplexere Geschichten erzählen konnte, hat sie sich welche ausgedacht. „Aus vielen einzelnen Szenen wurde eine ganze Fantasiereise – 230 Seiten, ohne große Abstände, und er hat es sehr gerne gehabt“, schildert Viola März.

In jüngster Zeit hat sie über die Urberacher Fantasy-Autorin Christiane Lotz, die sie auf den täglichen Hunderunden kennengelernt hatte, Kontakt zur „RAUM“-Gruppe bekommen. Deren Mitglieder haben Viola März den Rücken gestärkt und ermutigt, sich mit ihrem Werk (und einem begonnenen zweiten ebenso wie einem schon angedachten dritten) endlich in die Öffentlichkeit zu trauen.

„Nanosia – durch die Augen der Anderen“ mit der überaus neugierigen Heldin Lisa ist ein Kinderbuch voller fantastischer Elemente, für das ihr Sohn die Initialzündung lieferte. Viola März schrieb eine spannende und dennoch kindgerechte Geschichte, die sie anhand einer kleinen Gruppe von Kindern testete: „Da hat mir ein kleines Mädchen etwa gesagt: ‚Die Szene mit dem Hund hat mir so richtig gut gefallen. Aber kannst du vielleicht noch etwas Witziges reinbringen?‘“ Gesagt – getan. Mittlerweile hat die Geschichte zwar keine neue Wendung, aber viele neue Akzente bekommen und ist schon etwa 20 Mal überarbeitet worden. Vor allem sind viele Dialoge darin.

„In der Corona-Zeit habe ich mir erst einmal gründlich die Vermarktung überlegt und festgestellt, dass ich die Zeit, die ich dafür aufwenden muss, lieber zum Schreiben nutze. Deshalb suche ich nun doch einen Verlag.“ Dabei erlebt Viola März fast jeden Tag, dass Bücher für Erwachsene sehr viel einfacher und günstiger zu drucken sind als Kinderbücher. Die müssen vom Griff und optisch viel ansprechender sein.

„Vor allem lege ich Wert darauf, dass alles schön gezeichnet ist“, denkt die Autorin an ihre Anfänge zurück. Wichtig ist ihr nicht der wirtschaftliche Aspekt, sondern die Reaktion der Kinder: „Sie müssen Spaß am Lesen haben, Mut für das eigene Leben schöpfen und sich dadurch etwas mehr zutrauen. Und sie sollen auch mal unbeschwert lachen!“

Das hat Viola März mit ihren Corona-Ergebnissen erreicht: Zwei Bilderbuch-Stories und eine Art Weihnachtsbuch entstanden in dieser Zeit. Doch jetzt ist erst einmal der Fortschritt bei der Veröffentlichung ihres Erstlings wichtig. Die positive Reaktion auf ihre Lesung im Rahmen der „Anderswelt“ gibt ihr sicher Aufwind. (Christine Ziesecke)

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