Ausschüsse diskutieren kontrovers über Vorschläge von Bürgermeister Jörg rotter

Rödermark: Straßenbau nur nach Zählung

Zwei Ausschüsse diskutierten am Mittwoch- und Donnerstagabend in Rödermark über die Pläne von Bürgermeister Jörg Rotter CDU), im Norden von Ober-Roden zehn Hektar Gewerbegebiet auszuweisen und es mit einer Querspange von der L 3097 zur B 459 zu erschließen. Nach den Beratungen ist der Straßenbau zumindest fraglich. Dr. Rüdiger Werner (FDP) forderte eine Verkehrszählung:

Rödermark - Nur mit einer Verkehrszählung bekomme die Stadt Daten, die die Notwendigkeit einer Straße, die ein rund zehn Hektar großes Gewerbegebiet erschließen soll, belegen. Oder sie überflüssig machen. Bürgermeister Rotter kündigte gestern an, die Zählung in seine Vorlage, die am 9. Februar im Stadtparlament diskutiert wird, einzuarbeiten.

Widerstand gegen eine Straße hatte die Andere Liste, Koalitionspartner von Rotters CDU, angekündigt. Sie fühlte sich an das Projekt „Ostring“ erinnert, das Bürgermeister Karl Martin Rebel in den Achtzigerjahren geplant hatte. Diese Straße sollte vom Breidert am Ort vorbei auf die L 3097 führen. Rotters Querspange könnte den „Ostring“ von Norden her wieder in die Diskussion bringen, befürchtet die AL. „Das ist doch ein alter Hut, der den Wenigsten überhaupt noch ein Begriff sein dürfte. Davon will doch keiner mehr etwas wissen. Ich schon gar nicht“, kontert der Bürgermeister.

Ein Gewerbegebiet lehnt die AL nicht grundsätzlich ab. Aber Fraktionsvorsitzender Stefan Gerl gibt zu bedenken: „Bei der zur Rede stehenden Fläche handelt es sich um ein Wasserschutzgebiet.“ Außerdem fordert die AL Sicherheit für Landwirt Werner Gaubatz, der dort die meisten Felder und Wiesen gepachtet habe: „Würde er in seiner Existenz bedroht, wäre das für uns ein K.O.-Kriterium.“

Bürgermeister Rotter stellte sowohl im Bau- als auch im Haupt- und Finanzausschuss klar, dass er mit seiner „Vision“ einen einstimmigen Parlamentsbeschluss aus dem Mai 2019 weitergedacht habe. Damals wurde der Magistrat beauftragt, 3,6 Hektar Gelände nördlich des Germania-Sportplatzes beim Regionalen Planungsverband als Gewerbegebiet anzumelden. Auf eingangs erwähnte gute zehn Hektar kommt man, so der Bürgermeister, wenn man die acht Hektar im Dreieck von „Paramount Park“, Rödermarkring und Frankfurter Straße dazu nimmt.

Rotter bekräftigt, dass er dort keinen neuen Supermarkt ansiedeln will. Die Stadt will dem Rewe-Konzern rund einen Hektar anbieten, damit er einen Vollversorger als Ersatz für den zu kleinen Supermarkt gegenüber des Friedhofs bauen kann. Diese Fläche müsste als Sondergebiet ausgewiesen werden, wozu Gespräche mit dem Regionalverband notwendig wären. Denen sieht Rotter optimistisch entgegen, denn die Stadt verfüge über gute Argumente.

Die Notwendigkeit von Gewerbegrundstücken untermauerte der Bürgermeister mit zwei Argumenten: Schon lange sucht einer der potentesten Gewerbesteuerzahler Erweiterungsflächen. Findet er keine, befürchtet Rotter, dass das Unternehmen abwandert. Und die Wirtschaftsförderung habe fünf Anfragen aus Rödermark bekommen, nachdem die Offenbach-Post am Dienstag über ein mögliches Gewerbegebiet berichtet hatte.  (Michael Löw)

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