Vereine in Rödermark kommen wirtschaftlich bisher mit blauem Auge durch Pandemie

Rödermark: Corona ist eine „strukturelle Bedrohung“

Spendable Vereine: Werner Popp (links) und Gregor Wade (rechts) überreichten die symbolischen Schecks über jeweils 500 Euro an Birgit Gursky vom „Rödermärker Brotkorb“ und Wolfgang Müller vom DRK-Lebensmittellladen.
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Spendable Vereine: Werner Popp (links) und Gregor Wade (rechts) überreichten die symbolischen Schecks über jeweils 500 Euro an Birgit Gursky vom „Rödermärker Brotkorb“ und Wolfgang Müller vom DRK-Lebensmittellladen.

Auch Rödermarks Vereinen macht die Pandemie zu schaffen, dennoch haben sie erneut für den guten Zweck gespendet. Jeweils 500 Euro fließen vom Vereinsring an den „Rödermärker Brotkorb“ in Urberach und den Lebensmittelladen des Roten Kreuzes in Ober-Roden.

Rödermark - 77 der etwas mehr als 90 Rödermärker Vereine sind im Vereinsring organisiert. Jeder von ihnen zahlt im Jahr zehn Euro Mitgliedsbeitrag. Der Kassenüberschuss wird regelmäßig gespendet. Da der Vereinsring seit März wegen Corona kaum Ausgaben für Vereinsjubiläen oder Feierlichkeiten hatte, kam ein satter Überschuss zustande, den man gerne weitergebe, berichtete Gregor Wade, der Leiter des Fachbereichs Kultur, Vereine, Ehrenamt bei der Stadt. Gemeinsam mit dem Vereinsringvorsitzenden Werner Popp überreichte Wade, der beim Vereinsring das Amt des Schriftführers innehat, die symbolischen Schecks an Birgit Gursky vom „Brotkorb“ und Ober-Rodens DRK-Vorsitzenden Wolfgang Müller.

Anfang November hatten der „Brotkorb“ und der Rot-Kreuz-Laden, die Bedürftige unter anderem mit Lebensmitteln versorgen, letztmals regulär geöffnet. Dann schlossen sie ähnlich wie beim ersten Lockdown im Frühjahr erst einmal wieder die Pforten – auch weil viele Helfer älter sind und den Risikogruppen angehören.

Beim Brotkorb gab es allerdings gestern vor dem Petrus-Gemeindehaus unter strikter Einhaltung der Corona-Regeln eine Sonderausgabe. Die Ausgabe der Tüten findet mittlerweile im Freien statt. Der Bedarf sei einfach sehr groß, berichtete Birgit Gursky. „Wir haben einige Anrufe von Kunden bekommen, wann wir wieder aufmachen.“

Man hofft sowohl in Urberach als auch in Ober-Roden, dass man im neuen Jahr möglichst bald wieder zu den regulären Öffnungszeiten übergehen kann. An den Abläufen hatte sich in den vergangenen Monaten in beiden Einrichtungen einiges geändert, um die Arbeiten corona-gerecht durchzuführen. Das bedeutete für die Helfer reichlich Mehraufwand. In Vor-Pandemie-Zeiten konnten sich die Kunden die Ware – unter anderem gespendetes Obst und Gemüse, Backwaren oder Nudeln – aussuchen. Nun werden vorher vom Helferteam Tüten gepackt.

Waren, die sich dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums nähern, können die Helfer des DRK-Lebensmittelladens und des „Brotkorb“ unter anderem bei Supermärkten und Bäckereien abholen. Fehlende Grundnahrungsmittel werden gekauft, weshalb auch Geldspenden wie die vom Vereinsring wichtig sind.

Die Vereine hätten das Geld auch in für sie nicht einfachen Zeiten sehr gerne gespendet, so Popp und Wade. Natürlich hatten die Vereine im zu Ende gehenden Jahr unter dem Wegfall zahlreicher Veranstaltungen und damit wichtigen Einnahmen zu leiden. Nicht nur in Rödermark, sondern im gesamten Kreis Offenbach, so berichtet Gregor Wade aus Gesprächen mit anderen Sport- und Kulturamtsleitern, sei man aber in der glücklichen Lage, dass es kaum Vereine gebe, die wirtschaftliche Existenzängste hätten. Zu vermehrten Austritten von Mitgliedern in den Vereinen sei es bislang ebenfalls nicht gekommen, haben Popp und Wade festgestellt.

„Wirtschaftlich ist das eine, da haben wir keine Bedrohung. Strukturell ist die andere Geschichte“, macht sich Wade aber dennoch auch Sorgen. Etwa um Gesangvereine, deren Mitglieder oft älter sind und die teilweise seit Beginn der Pandemie nicht mehr proben konnten. Da werde nach so langer Zwangspause ein Neustart in Nach-Corona-Zeiten sicher nicht einfach.  (Sascha Eyßen)

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