Coronakrise

Musikpädagogin hält sich mit Skype-Unterricht finanziell über Wasser

Der Aufruf zum kleinen Nachbarschaftskonzert rund um die Europahymne war auch für Marcella Hagenauer der Start: In kleinen Gruppen (hier mit den Blues Papas aus Darmstadt) spielt auch sie hinter geschlossenem Hoftor für ihre Nachbarn. Foto: Ziesecke
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Der Aufruf zum kleinen Nachbarschaftskonzert rund um die Europahymne war auch für Marcella Hagenauer der Start: In kleinen Gruppen (hier mit den Blues Papas aus Darmstadt) spielt auch sie hinter geschlossenem Hoftor für ihre Nachbarn.

Die Urberacher Musikpädagogin Marcella Hagenauer gibt wegen der Corona-Pandemie Einzelunterricht über Skype. Damit hält sie sich finanziell über Wasser.

Urberach – „Ich freue mich so sehr, wenn die Normalität wieder eintritt!“ Dieser Satz, wohl allen Rödermärkern aus der Seele gesprochen, stammt von der Urberacher Musikpädagogin Marcella Hagenauer. 

Im Alltagsleben, wenn sie nicht selbst gerade Auftritte hat, arbeitet sie als Lehrerin an der Freien Musikschule Rodgau und der Musikwerkstatt Darmstadt und unterrichtet privat Einzelschüler.

Dieser Einzelunterricht ist auch das, was sie jetzt finanziell über Wasser hält: Sie kann die meisten der Stunden nun online per Skype geben, auch wenn das ein größerer Aufwand ist und erst einmal einer gehörigen Portion Dazulernens bedurfte, um sich den neuen Möglichkeiten und ihren technischen Voraussetzungen zu nähern. „Ich hab schon öfters mal geschimpft: Ich bin doch Musikerin und keine Ingenieurin“, lacht die vielseitige Musiklehrerin.

Aber es funktioniert überraschend gut. „Und ein Vorteil ist, dass die Schüler, egal welchen Alters, jedes Mal perfekt vorbereitet sind, wenn die auf 30 Minuten verkürzte Stunde beginnt“, reflektiert sie im Interview mit unserer Zeitung. Dazu verschickt sie im Voraus die Noten der Stücke, die im Unterricht geübt werden. Vor laufender Kamera spielen Lehrerin und Schüler dann nacheinander die Aufgaben durch. „Nur ein gemeinsames Spielen ist praktisch nicht möglich, rein akustisch. Dann spiele ich vor dem Mikro, aber der Schüler oder die Schülerin müssen ihren Ton abstellen, während sie dazu spielen. Damit höre ich sie aber nicht.“

Das funktioniert insgesamt sehr gut, und bis auf ganz wenige PC-Unerfahrene nehmen alle an diesen Stunden teil. Mit diesen Unterrichtseinheiten kann sie sich finanziell gut über Wasser halten. Auch ihre drei Ukulele-Gruppen, die sie betreut, haben sich verändert: maximal vier Musiker dürfen gleichzeitig teilnehmen und es wird nicht 90 Minuten, sondern eben drei mal 30 Minuten lang geprobt. Flach fällt halt noch das gemeinsame Spielen und auch das für das eigene Wohlgefühl nötige Musizieren mit Kollegen sowie die Auftritte in Bands, was natürlich auch finanzielle Verluste mit sich bringt.

Doch langsam steigt die Hoffnung auf die ersehnte Normalität in kleinen Schritten: „Von jetzt ab kann wieder Einzelunterricht in privaten Räumen und in kleinen Gruppen bis zu fünf Personen erteilt werden. Nachdem die Schulen aber noch geschlossen sind, muss die Raumsituation noch geklärt werden.“ Gute Unterstützung erfährt Marcella Hagenauer dabei von der Freien Musikschule Rodgau, an der sie das zwölfte Jahr arbeitet.

Noch recht neu im vollen Musikprogramm von Marcella Hagenauer ist das Musizieren in ihrer Band mit dem vielversprechenden Namen „UkeGangStar“: Marcella Hagenauer mit Gesang und Ukulele, Jürgen Queissner an der Gitarre, Roland Ulatowski am Kontrabass und Johannes Kunze am Schlagzeug spielen Jazz, Swing, afroamerikanischen Rhythm´n Blues oder hawaiianische Klänge.

Der nächste Auftritt der Band, die mit akustischen Instrumenten liebevolle Arrangements bekannter Melodien interpretiert, ist geplant für den 28. Juni um 18 Uhr bei Theater und Nedelmann. Wie er stattfinden kann, ist ungewiss; vielleicht im Garten bei größerem Abstand – man wird sehen.

VON CHRISTINE ZIESECKE

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