Geschäftsfrauen bringen an Markttagen Leben nach Ober-Roden

Rödermark: Teilzeitladen im alten Torbogen

Etageren aus Sammeltassen oder handgemachte Seifen braucht man nicht unbedingt zum Leben. Aber sie machen's schöner. Stephanie Freier (links) und Tanja Weerts machen den alten Eingang des Ober-Röder Rathauses einen Monat lang zum Schaufenster und morgen erstmals zum Verkaufsraum.
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Rödermark: Etageren aus Sammeltassen oder handgemachte Seifen braucht man nicht unbedingt zum Leben. Aber sie machen es schöner. Stephanie Freier (links) und Tanja Weerts machen den alten Eingang des Ober-Röder Rathauses einen Monat lang zum Schaufenster und morgen erstmals zum Verkaufsraum.

Frauen aus Rödermark haben pfiffige Geschäftsideen, aber gerade am Anfang fehlt es ihnen an Möglichen, sie auch zu präsentieren oder außerhalb des Internets zu verkaufen. Der alte Torbogen des Ober-Röder Rathauses steht – sieht man einmal von der Weihnachtskrippe aus der Partnerstadt Saalfelden ab – die meiste Zeit des Jahres leer. Doch jetzt wird aus zwei Missständen etwas Positives.

Rödermark - Sabine Weber, die Vorsitzende des Gewerbevereins, und Till Andrießen, der Chef der Wirtschaftsförderung, haben den einstigen Eingang aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Von 1. Juli bis 30. September wird er zum Schaufenster, in dem sich Manufakturen hinter Glas vorstellen. Und jeden Donnerstag ist von 10 bis 13 Uhr nicht nur Schauen, sondern auch Shoppen von Angesicht zu Angesicht angesagt.

Stephanie Freier und Tanja Weerts warten morgen erstmals auf Kunden. Die Urberacherin hat ihre Initialen zum Firmennamen gemacht und verspricht „Sinnes-Freude“: selbstgemischte Gewürzkreationen im Glasröhrchen, Etageren aus Sammeltassen, Backmischungen im Glas oder formschöne Bonbonnieren. Dabei wollte Stephanie Freier anfangs nur ein originelles Dankeschön für einen Erzieherinnen-Geburtstag basteln. Dann kam eine Bestellung nach der anderen.

Im Rathauseingang kann man sich außerdem von Tanja Weerts" Seifen verzaubern lassen. Auch sie war in Sachen Namensfindung höchst kreativ. „SOAPOSITIVE“ will Wohlgefühle bescheren. Ihre Produkte sind handgemacht, vegan und palmölfrei. So müssen keine Regenwälder für die Herstellung von Kosmetikprodukten gerodet werden.

Die Idee, den sogenannten Torbogen als Schaufenster zu nutzen, ist eine Co-Produktion von Gewerbeverein und Wirtschaftsförderung. Nach der langen corona-bedingten Schließzeit des Einzelhandels und der Gastronomie wollen sie mit der Teilzeitladen frischen Wind durch Rödermark wehen lassen.

Dafür sorgen Start-ups, die bisher nur Kennern ein Begriff waren und die keine Verkaufsräume in den Ortskernen haben. Wareneinkauf und Miete zusammen sind in der Gründungsphase einfach zu teuer, erklärt Tanja Weerts die Startschwierigkeiten.

Bürgermeister Jörg Rotter nennt den Pop-up-Store – so heißen die während der Pandemie entstandenen Geschäfte mit begrenzter Öffnungsdauer – eine Idee, „die den Ort belebt, das historische Rathaus pfiffig nutzt und Rödermärker Produkte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht“. Die Stadt hat den dunklen Raum, für den sie keine Miete verlangt, frisch gestrichen und die großen Scheiben wieder einmal gründlich geputzt. Sabine Weber hat sich liebevoll um die Inneneinrichtung gekümmert. „Das ist eine tolle Zusammenarbeit“, lobt der Bürgermeister.  (Michael Löw)

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