Oliver Nedelmann spielt Ober-Röder Original

Theaterstück adelt Luftgitarren-Joe

Joe Sieber lebt – könnte man glauben. Aber das Foto zeigt Oliver Nedelmann, der das vor gut zwei Jahren gestorbene Ober-Röder Original spielt.
+
Joe Sieber lebt – könnte man glauben. Aber das Foto zeigt Oliver Nedelmann, der das vor gut zwei Jahren gestorbene Ober-Röder Original spielt.

Ein Ober-Röder Original wird zwei Jahre nach seinem Tod auf der Bühne noch einmal lebendig. Das Alternative Zentrum (AZ) Rödermark hat das Theaterprojekt „Joe – ein Stück aus dem Himmel“ initiiert und präsentiert damit eine Erzählung von den kleinen Leuten im Volk.

Rödermark - Sicherlich erinnern sich viele an den stadtbekannten Mann mit schwarzer Perücke, der bürgerlich Georg Sieber hieß und bei Festen gern Luftgitarre spielte. Jahrelang gab es kaum ein Konzert in Ober-Roden und Urberach, bei dem Joe nicht vor oder auf der Bühne stand und sein Plastikinstrument zupfte. Die „Rodgau Monotones“ haben ihm das Lied „Joe, ey Joe“ gewidmet. Er sei ein ganz besonderer Popstar, heißt es im Text, der den Zuhörern nach Joes Tod einen dicken Kloß in den Hals gedrückt hat. Denn wenn die „Monotones“ singen „Hundertmal ham sie hinter deinem Rücken gelacht und dir dann gönnerhaft ein Bier ausgegeben“, fühlte sich mancher Festzeltbesucher ertappt.

Joe starb im September 2018 im Alter von 70 Jahren. Für die künstlerische Umsetzung dieser Hommage erhält das Alternative Zentrum von der Kreis-Stiftung „Miteinander Leben“ 1 000 Euro Zuschuss – eine Anschubfinanzierung.

Umgesetzt wird das Stück vom Autor und Schauspieler Oliver Nedelmann von Wohnzimmertheater in Urberach. Das AZ hat ihn gebeten, über Joe zu recherchieren, zu schreiben, zu proben und zu spielen. Die Premiere ist für das nächste Jahr geplant – falls die Corona-Pandemie es zulässt.

Wenn „Joe“ bühnenreif ist, soll er sich nicht nur an den üblichen Spielorten präsentieren. Die Geschichte wird auch in Gaststätten und Vereinsheimen aufgeführt. Oliver Nedelmann soll dafür eine abendfüllende Variante von rund 75 Minuten sowie eine „Kneipenversion“ mit 30 Minuten einstudieren.

„Zum 40. Geburtstag der Stadt Rödermark betrachtet das Projekt die Geschichte der Kommune aus einer ganz besonderen Perspektive und stellt dabei die einfachen Leute in den Fokus. Das fördert bisher versteckte und skurrile Anekdoten aus Ober-Roden und Urberach zutage. Das Publikum kann sich auf eine phantasievolle Theatergeschichte freuen, die mit einem Augenzwinkern besondere Persönlichkeiten vorstellt“, sagt Landrat Oliver Quilling, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes von „Miteinander Leben“.

Mit der Förderung des Alternativen Zentrums, das seit rund 40 Jahren kulturelle Veranstaltungen organisiert, will die Stiftung eine Initiative im Kreis Offenbach unterstützen, die wie viele andere wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vor Problemen steht.  (Michael Löw)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare